Unsere Eingewöhnung im Waldorf-Kindergarten

Heute, nach 22 Tagen, war es soweit, wir haben die Eingewöhnung im Waldorf-Kindergarten abgeschlossen. Ein Meilenstein, für meinen Sohn und irgendwie auch für mich. Dabei fühlte es sich nie nach Eingewöhnung an. Was ich damit sagen will ist, dass es eher war als würden wir einem Weg folgen, der genauso für uns bestimmt ist. Ich habe zu keiner Zeit auch nur annähernd daran gezweifelt, dass das, was wir hier machen das Richtige ist. Auch wenn mich das selbst gewundert hat, so war ich nie traurig, dass mein Sohn jetzt in den Kindergarten geht. Denn ich hatte, genauso wenig wie er, einen Grund dazu traurig zu sein.

Eingewöhnung im Waldorf-Kindergarten

Loslassen ist (nicht) schwer

Ich weiß wie schwer diese Veränderung vielen Müttern fällt und ich kann das auch sehr gut verstehen. Da ich, wider Erwarten, dieses Erlebnis in der Form aber nicht hatte, hab ich mich manchmal schon fast ein wenig schlecht gefühlt. Aber das muss ich nicht! Denn ich weiß, dass es keinen Grund dazu gibt. Unsere Eingewöhnung war ein unglaublich freudiges Ereignis, allerdings lief sie auch auf eine Art ab, die sicherlich etwas besonders ist.

Denn wir hatten eine Art Eingewöhnung vor der Eingewöhnung. Bereits drei Monate vor Beginn der offiziellen Eingewöhnung waren wir das erste Mal zur sogenannten Freispielzeit in unserem Waldorf-Kindergarten zu Besuch. Einmal wöchentlich haben wir dort mit den Kindern und Erzieherinnen eine Stunde verbracht. Unterbrochen wurden diese Besuche dann allerdings mehrere Wochen von unserer Mutter-Kind-Kur und der Schließzeit des Kindergartens.

Ausgemacht hat das nichts. Denn in den zwei Wochen vor der offiziellen Eingewöhnung waren wir fast täglich zur Freispielzeit zu Besuch. Da war der Schritt zum richtigen Kindergarten-Kind nur noch ein kleiner. Auch wenn er sehr bedeutend ist, war er nicht schwer zu gehen, denn er wurde uns sehr leicht gemacht. Durch die viele Zeit, die wir schon im Kindergarten verbracht haben, die unglaublich tolle Umgebung und die lieben Menschen dort.


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Erste Eingewöhnungs-Erfahrungen in der Mutter-Kind-Kur

Außerdem hatten wir ja bereits in der Mutter-Kind-Kur eine Art Feuerprobe. Dort wurde mein Sohn bereits fremdbetreut, immer dann, wenn ich Anwendungen und Therapien hatte. Wie das ablief, könnt ihr hier nachlesen. Auch wenn das für mich am Anfang nicht leicht war, war es insgesamt eine positive Erfahrung. Wahrscheinlich hat genau die beim zweiten Versuch vieles zusätzlich erleichtert.

Wie lief die Eingewöhnung im Waldorf-Kindergarten ab?

Definitiv komplett anders als in der Mutter-Kind-Kur. Logischerweise langsamer und länger, denn hier hatten wir im Gegensatz zur Mutter-Kind-Kur die Zeit dazu. Erfolgt ist sie nach dem sogenannten Berliner Modell. Das heißt, dass ich zunächst immer eine gewisse Zeit mit meinem Sohn im Raum war. Allerdings habe ich mich hauptsächlich mit meinen eigenen Dingen beschäftigt. Wer mir auf Instagram folgt, weiß, dass ich das Stricklieseln für mich wiederentdeckt habe.

Eingewöhnung im Waldorf-Kindergarten 2
Ich und meine Strickliesel

Es sollte für meinen Sohn klar sein, dass ich jetzt nicht dauerhaft zum spielen mit ihm in den Kindergarten gehe, sondern meine eigenen Aufgaben zu erledigen habe. So konnten wir dann die Zeitspannen, die ich mit ihm im Raum bleibe, immer weiter verkürzen. Manchmal war er nicht begeistert, wenn ich mich „zur Arbeit“ verabschiedet habe, aber wirklich schwer genommen hat er es auch nicht.

So war es dann auch ziemlich bald soweit, dass ich nicht mehr länger im Mitarbeiter-Raum Platz nehmen musste, sondern für rund drei Stunden nach Hause fahren konnte. Das Handy für den Notfall natürlich immer griffbereit (eingetreten ist dieser Notfall aber nicht). Ich habe den Nachwuchs also morgens in den Kindergarten gebracht und nach dem Mittagessen wieder abgeholt. Schwer gefallen ist mir das nicht, denn ich wusste, dass es ihm gut geht.

Es hat mir unheimlich viel bedeutet zu sehen und zu wissen, wie er mit den anderen Kindern umgeht und sie mit ihm. Wie die Erzieherinnen mit den Kindern umgehen und welche Abläufe stattfinden.

Eine letzte Hürde

Die stand uns in dieser Woche allerdings noch bevor. Obwohl bis dahin alles super gelaufen war, abgeschlossen ist die Eingewöhnung erst, wenn der kleine Mann auch seinen Mittagsschlaf im Kindergarten macht. Und Mittagsschlaf ist nicht seine Stärke. Denn tagsüber schläft er partout nicht im Bett, nur im Kinderwagen oder im Auto. Und das auch nur, wenn er Lust dazu hat. Da kann er noch so müde sein.

Das hat einige Tage, der sonst so guten Eingewöhnung, echt erschwert, für mich zumindest. Denn mein Kind war, nachdem ich es aus dem Kindergarten abgeholt habe, die reinste Wundertüte. Ich wusste nicht, was mich erwartet. Entweder war der Nachwuchs im besten Fall war so müde, dass er schon im Auto einschlief oder aber so aufgedreht, dass an Schlaf gar nicht zu denken war. In dem Fall war der Nachmittag meistens eine einzige Nervenzerreißprobe für mich. Denn die Launen hätten nicht schwankender sein können. Schlimmer als ich mit PMS.

Puh, was ein fehlender Mittagsschlaf so ausmachen kann! Mein Hoffnungsschimmer war wirklich, dass es entspannter wird, wenn der Nachwuchs es schafft im Kindergarten zu schlafen.

Nach einem Fehlstart hat es dann schon im zweiten Anlauf wunderbar geklappt. Auch da fühlte es sich wieder so an, als ob es genauso sein sollte und dafür bin ich unglaublich dankbar.

Glück gehabt

Ja, wir hatten Glück. Glück, dass wir diesen heiß begehrten Platz im Waldorf-Kindergarten bekommen haben. Glück, dass es genau zum richtigen Zeitpunkt passiert ist. Nie hatte ich ein schlechtes Gewissen mein Kind bereits mit knapp zwei Jahren für täglich sechs Stunden in den Kindergarten zu geben. Glück, dass für uns der Tagesablauf zwar neu, aber auch absolut passend ist. Glück, dass wir alle uns bei alldem immer wohl gefühlt haben. Kurz: Einfach Glück, dass alles genauso ist wie es ist.

Eingewöhnung im Waldorf-Kindergarten 3
Garteln für die Gemeinschaft

Warum Waldorf? 

Weil mir das Konzept gefällt. Es jetzt hier zu erläutern würde den Rahmen sprengen. Klar, fallen einem zu Waldorf erst mal die gängigen Vorurteile ein: Namen tanzen, Bäume umarmen, etc. Aber da ist es wie bei jedem Vorurteil, wer sich genauer mit der Thematik beschäftigt, wird meistens eines besseren belehrt. Davon mal abgesehen, was wär den so schlimm daran seinen Namen tanzen zu können? Klar, als Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Buhl-Freiherr von und zu … kann das schon mal dauern. Aber wer heißt denn schon so?

Jedenfalls mag ich die Einfachheit, die dort herrscht. Keine mit Spielzeug überladenen Räume, viele natürliche Spielsachen aus Holz, Kork, Wolle und Filz. (Im Sand wird auch mit ganz normalem Plastikspielzeug gespielt.)

Sehr gut gefallen mir auch die festen Abläufe, die jeden Tag gleich sind. Ebenso wie die Mahlzeiten, die dort zubereitet werden, damit jedes Kind das gleiche Essen vor sich hat. (Auch für mich ist das praktisch, dass ich kein extra Frühstück zubereiten muss.) Die Mahlzeiten hab ich hier bereits etwas genauer erläutert.

Alles in allem hat dieser Kindergarten für mich etwas sehr familiäres, auch weil alle mit anpacken. Die Eltern haben über das Kindergartenjahr bestimmte Aufgaben und an festen Terminen ist jeder mit dabei, um auch einmal Großreine zu machen. Das erzeugt ein schönes Miteinander und irgendwie fühlt es sich sogar ein bisschen wie zuhause an. Denn da wird ja auch nicht nur gespielt, geschlafen und gegessen, sondern auch geputzt und gearbeitet.

Mottotage – Unser Essensplan für die Woche

Die Idee ist so simpel und trotzdem hat es ein Weilchen gedauert bis ich darauf gekommen bin. Damit es bei euch nicht auch so lange dauert, hab ich mir gedacht, schreib ich doch mal auf, wie ich mir die Essensplanung für die Woche erleichtert habe. Denn Tag für Tag stand ich vor der Frage „Was koche ich heute?“ Nicht schon wieder Nudeln, die gab es doch gestern erst. Kartoffeln? Ach nee, die hatten wir ja vorgestern schon zum Fisch. Gar nicht so einfach. Es stand außer Frage: Ein Essensplan für die Woche musste her!

Mottotage - Essensplan

Bevor ich euch verrate wie ich es seit ein paar Wochen schaffe jeden Tag die Mahlzeiten abwechslungsreich und ausgewogen zu variieren, erzähl ich euch erst Mal wie es für mich nicht funktioniert hat. Denn:

Essensplan ist nicht gleich Essensplan

Anfangs dachte ich es reicht, wenn ich mich jeden Sonntag hinsetze, meine liebsten Rezeptbücher und -seiten im Internet durchstöber und dann den Plan für die Woche erstelle. Im Anschluss hab ich dann alles, was dafür noch zu einzukaufen ist, auf den Einkaufszettel gesetzt. Soweit so gut.

Irgendwie war es dann aber doch oft so, dass sich Gerichte und ihre Zutaten überschnitten haben. Jeden Tag Nudeln ist mit Ende der Studentenzeit eben auch nicht mehr das Wahre.

Meistens sind es aber natürlich die Lieblingsgerichte, die auf so einen Essensplan wandern und die ändern sich ja auch nicht von Woche zu Woche. So kann eben auch ganz schnell mal eine gewisse Eintönigkeit entstehen. Wie lässt sich die nun vermeiden?

So sieht unser Essensplan für die Woche aus

Ganz einfach indem ich jeden Tag in der Woche einem bestimmten Motto zugeordnet habe. Denn das spart enorm viel Zeit bei der Rezeptauswahl. Im Detail sieht das bei uns so aus:

  • Montag ist Nudel-Tag (Erklärt sich von selbst, oder?)
  • Dienstag ist Kartoffel-Tag (Dazu muss ich wohl auch nicht mehr sagen.)
  • Mittwoch ist Pizza-/Pfannkuchen-Tag (Pfannkuchen sind beim Nachwuchs der Hit.)
  • Donnerstag ist Suppen-Tag (Ein Eintopf darf’s auch sein.)
  • dann kommt der Fisch-Freitag (Klar, oder?)
  • Samstag ist „Fast Food“-Tag (Mal darf der Lieferdienst ran, mal gibt es eine selbst kreierte Burger- oder Döner-Variante.)
  • Sonntag ist der „Alles-ist-möglich“-Tag
Essensplan für die Woche
Auch Waffeln sind eine Option am „Alles-ist-möglich“-Sonntag

Natürlich muss ich mir weiterhin Gedanken über die Rezepte machen, aber mit einer festgelegten Grundzutat fällt es mir wesentlich leichter die Woche abwechslungsreich zu gestalten. Manchmal schaffe ich es sogar im Supermarkt spontan etwas einzukaufen ohne lange überlegen müssen, ob wir das nicht gerade erst in der Form oder ähnlich gegessen haben. Was brauchen wir noch für übermorgen? Ah, genau, da ist „Alles-ist-möglich“-Sonntag. Dann gibt’s… Ihr wisst, was ich meine.

Klar gibt es auch mal Tage an denen ich die Mahlzeit nicht genau nach Essensplan einhalte, beispielsweise, weil wir auf einem Geburtstag eingeladen sind, wo es sowieso etwas warmes zu essen gibt. Dann fällt ein Motto-Tag auch schon mal aus oder wird mit einem anderen getauscht. Da gönne ich mir und uns ein bisschen Flexibilität.

Grundsätzlich ist das Schöne an dieser Art von Plan, dass er zwar konkret, aber nicht zu festgefahren ist. Außerdem kann er je nach Wunsch und Schwerpunkt variiert werden. Ihr möchtet statt eines „Alles-ist-möglich“-Sonntag lieber einen Hausmanskost-Sonntag einführen? Kein Problem! Vielleicht darf’s auch mal ein Veggie-Tag in der Woche sein? Da bei uns sowieso oft vegetarische Gerichte und Varianten auf den Tisch kommen, hab ich diesen Tag nicht extra in meinen Plan aufgenommen.

Wie ich auf die Idee kam

Inspiriert zu dieser Art von Essensplan für die Woche hat mich unser Waldorf-Kindergarten. Seit ein paar Tagen ist der Nachwuchs dort jetzt in der Eingewöhnung. Schon beim Begrüßungs-Elternabend vor ein paar Wochen wurden uns Konzept und Tagesablauf des Kindergartens näher gebracht. Da zu einem Kindergarten-Tag natürlich auch das gemeinsame Essen gehört, hab ich von dem Essensplan erfahren. Dieses Schema hab ich jetzt eben auch für unseren Alltag zu Hause übernommen.

Dass sich die Speisen immer wiederholen, gibt das den Kindern eine gewisse Art von Sicherheit und Beständigkeit, so die Erklärung. Rhythmus und Routine werden dort ohnehin sehr groß geschrieben. Das hilft den Kleinen mit bestimmten Gerichten, bestimmte Wochentage zu verknüpfen. Beispielsweise kann sich mein Sohn so besser merken, dass es am Kartoffel-Tag nachmittags zum Kinderturnen geht. Leuchtet ein.

Viel anders geht es mir da auch nicht. Ich freu mich natürlich am meisten auf das Fischgericht, gar nicht mal, weil ich so ein großer Fischfan bin. Nein, vielmehr weil der Fischtag der Freitag ist.

Und Freitag heißt: das Wochenende steht vor der Tür!