Mein Leben ohne To-do-Liste

Heute gibt es mal wieder einen Blogpost aus dem Bereich Minimalismus. Häkchen-Minimalismus, wenn man so will. Denn ich hab das Abhaken auf der To-do-Liste in den vergangenen Wochen ganz schön reduziert. Das bedeutet nicht etwa, dass ich die Aufgaben auf meiner To-do-Liste habe schleifen lassen, viel mehr habe ich sie gar nicht erst aufgeschrieben. Und trotzdem sind sie erledigt. Das hat mir gezeigt: ein Leben ohne To-do-Liste ist möglich.

Leben ohne To-do-Liste

Denn wie oft landen Sachen auf der To-do-Liste, die eigentlich nie abgehakt werden und immer weiter wandern? Auf die nächste Liste und die übernächste. Das sind meistens Dinge, die entweder keine besonders hohe Priorität haben, irgendwann mal erledigt werden sollten, aber nicht vergessen oder vielleicht doch sogar getrost vergessen werden können.

Stellt sich nur die Frage, warum ich mir sowas dann überhaupt aufgeschrieben habe. Ich vermute, einfach nur, für das Gefühl etwas Produktives getan zu haben. Oder als vermeintlich sinnvolle Gedankenstütze. Tatsächlich glaube ich aber, dass das eher belastet, denn abgehakt wird der Punkt ja so schnell nicht. Da kann sich das Gefühl von Produktivität auch ganz schnell mal umkehren. Besonders dann, wenn sich diese Punkte häufen. Denn das wirklich Schöne und Erfüllende an einer To-do-Liste ist ja wohl erst das Abhaken.

Mein Leben ohne To-do-Liste
Gartenarbeit erledigt – auch ohne To-do-Liste

Warum ich ohne To-do-Liste lebe

Weil es sich eben so ergeben hat. Immer öfter habe ich gemerkt, dass es gar nicht so viele Dinge gibt, die ich mir nicht auch so merken kann. Es waren tatsächlich Dinge, die ich meistens umgehend erledigt habe oder bei denen eine gewisse Routine bestand. Wichtige Sachen gehen einem sowieso nicht aus dem Kopf, so dass ich mir das auf die To-do-Liste Setzen einfach gespart habe.

Zu den unwichtigen Dingen hab ich mich ja schon geäußert. Dabei handelt es sich einfach um unnötigen Ballast in Papierform, den ich einfach nicht mehr mit mir rumschleppen will.

Was ich da so meine? Mir steht in diesem Jahr noch ein Kontrollbesuch beim Zahnarzt bevor und dafür muss ich einen Termin machen. Dieses To do stand bestimmt schon seit Anfang des Jahres auf meiner letzten Liste. Als erledigt abgehakt hätte ich es sowieso nicht so bald. Nicht etwa aus Angst vor dem Zahnarzt, sondern weil ich damit warten wollte bis der Nachwuchs in der Kita eingewöhnt ist und ich vormittags Zeit für einen solchen Termin habe. Warum soll ich das dann monatelang als Punkt mit mir herumschleppen? Weiß ich schließlich auch so.

Natürliche lebe ich nicht vollständig ohne mir das ein oder andere zu notieren. Ich besitze ein Notizbuch, in das ich alles reinschreibe, allerdings weniger To do’s als viel mehr Essenspläne, Einkaufszettel, vereinzelt Termine, Blogpost-Ideen etc.

Leben ohne To-do-Liste
Mehr als eine To do-Liste

Führe ich jetzt ein chaotischeres Leben ohne To-do-Liste?

Definitiv nicht! Ich glaube sogar, dass es entspannter geworden ist, weil man den Druck Dinge erledigen zu müssen nicht immer schwarz auf weiß vor sich hat. Außerdem hab ich das Gefühl, dass ich seitdem manche Sachen, die ich sonst vielleicht etwas länger vor mir hergeschoben hätte, schneller erledige. Besonders kleine und nervige Aufgaben.

Als mir bewusst wurde, dass ich tatsächlich schon lange nicht mehr mit einer To-do-Liste arbeite, war ich zunächst auch etwas erstaunt, denn seit Schwangerschafts- und Stilldemenz hab ich gerne mal Dinge vergessen. Dass ich letztens tatsächlich ohne Portemonnaie zum einkaufen gefahren bin, daran hätte aber auch keine To-do-Liste der Welt etwas geändert. Passiert halt!

Davon mal abgesehen, hab ich aber das Gefühl, dass das mit dem Vergessen weniger geworden ist. Vielleicht, weil ich mein Gehirn wieder öfter damit beanspruche sich Aufgaben zu merken. Ist zwar nur eine Vermutung, aber gar nicht mal so abwegig.

Für so manchen käme ein Leben ohne To-do-Liste überhaupt nicht in Frage, mag sein. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass viele von euch, diese Punkte kennen, die immer weiter wandern und eigentlich nur nervig sind. Möglicherweise hilft da ja schon ein kleiner Minimalismus, indem solche Punkte tatsächlich mal aussortiert oder alternativ endlich erledigt werden.

Wie sich ein Leben ohne To-do-Liste anfühlt

Ein Leben ohne To-do-Liste ist möglich und sinnvoll. Für mich zumindest. Es fühlt sich befreiter an nicht ständig an all die Punkte auf einem Zettel denken zu müssen, denn an die noch zu erledigenden Aufgaben denke ich sowieso. Natürlich kann das Abhaken glücklich machen. Aufgaben direkt erledigt zu haben, ohne sie erst auf eine Liste zu setzen, aber auch.

Statt noch dies und jenes tun zu müssen, mach ich es jetzt einfach. Schon vor einiger Zeit hab ich mir vorgenommen weniger müssen zu müssen. Das lässt sich so noch besser umsetzen.

Klar, für wirklich wichtige Dinge, die ich echt auf gar keinen Fall vergessen darf, klebe ich mir schon mal irgendwo einen Post-it hin oder schreib mir eine Erinnerung ins Handy. Das war’s aber auch. Dabei fällt mir gerade ein, dass es gleich klingeln müsste. Eine Erinnerung für eine E-Mail, die ich heute noch abschicken will.

Seht ihr, ich hab auch so dran gedacht!