#5 Wie ich den inneren Schweinehund überliste

Wie ich den inneren Schweinehund überliste innerer Schweinehund

Geh weg!

Wie oft dachte ich mir das schon, wenn es sich mein innerer Schweinehund mal wieder gemütlich machen wollte. Mal vehementer, mal weniger vehement. In letzter Zeit hat sich dieser träge Zeitgenosse es sich stellenweise aber zu gemütlich gemacht und deshalb wurde es Zeit ihn zu überlisten. Wie ich das geschafft habe und mich motiviere, verrate ich euch im Podcast. Auf dass auch euer Schweinehund sich schleunigst verabschiedet.

innerer Schweinehund inneren Schweinehund überlisten
Rein in die Klamotten und los geht’s!

Mama läuft – So gelingt dein Wiedereinstieg ins Laufen

Zweieinhalb Jahre hat es gedauert, ehe ich mich wieder ran gewagt habe: Schwangerschaft und Elternzeit haben eins meiner liebsten Hobbies, das Laufen, unterbrochen. Lange Zeit hab ich nicht groß darüber nachgedacht, aber dann kam der Tag, an dem ich mir überlegt habe, dass es nun eine gute Gelegenheit wäre wieder loszulegen. Und so habe ich beschlossen den Wiedereinstieg ins Laufen zu wagen.

Wiedereinstieg ins Laufen

Aller Anfang ist schwer

Damit meine ich gar nicht mal den Wiedereinstieg, denn der war viel weniger schwer als erwartet, aber überhaupt anzufangen. Vor circa 12 Jahren habe ich mich dazu entschieden Joggen zu gehen. Wie wahrscheinlich viele Neulinge auf dem Gebiet, hab auch ich den Fehler gemacht und bin eines Tages einfach losgelaufen.

20 Minuten habe ich mich gequält und bin noch nicht mal annähernd wieder am Ausgangspunkt meines Laufes angekommen. Ein Sauerstoffzelt war leider auch in unerreichbarer Ferne. Vollkommen erledigt und k.o. bin ich den Rückweg dann gegangen. Hätte es nicht so komisch ausgesehen, wäre ich vielleicht sogar gekrochen.

Ab da gab es dann zwei Möglichkeiten: Entweder die Flinte direkt ins Korn werfen, denn anscheinend ist Laufen ja nichts für mich oder mal kurz darüber nachdenken, dass dieser Start wohl doch ein bisschen zu ambitioniert war und mir einen Trainingsplan erstellen. Ich habe mich für Letzteres entschieden.

Wiedereinstieg ins Laufen 1
Ein Herz für Lauf-(Wieder-)Einsteiger

Trainingsplan für Lauf-Anfänger

Davon gibt es im Internet unzählige. Alle Folgen sicherlich einem ähnlichen Schema: Zwei Minuten laufen, zwei Minuten gehen. Das wird dann über Tage und Wochen gesteigert bis es dann soweit ist, dass man es schafft 30 Minuten am Stück zu laufen.

Als mir das gelungen war, hab ich alle Trainingspläne Trainingspläne sein lassen und bin einfach so gelaufen. Wenn möglich mindestens drei Mal die Woche, meistens zwischen 30 und 45 Minuten. Ohne besondere Ziele, einfach nur um des Laufens Willen.

Keine Ziele?

Ich hab immer meine Zeit im Blick gehabt, auch meine gelaufenen Kilometer, aber mehr eigentlich nie. Daran konnte ich mich einigermaßen gut orientieren wie es mir so körperlich und konditionell geht. Mein Hauptziel war und ist durch das Laufen einen sportlichen Ausgleich zum Alltag zu haben und den Kopf frei zu bekommen. Funktioniert!

Trotz allem hat in mir immer schon ein klitzekleiner Wettkampf-Funke seinen Platz eingenommen. Dieser lässt mich begeistert im Fernsehen oder auch mal live die großen Marathons verfolgen. Ja, diese sportliche Leistung fasziniert mich. Wenn man mich auf meinem jetzigen Leistungsstand allerdings betrachtet und aus meinem Mund hört, dass ich gerne mal einen Marathon laufen will, dann klingt das eher unfreiwillig komisch.

Aber so ist es! Es wird nicht nächstes Jahr sein. Aber ich kann mir durchaus vorstellen diesen Traum in fünf bis zehn Jahren einmal zu verwirklichen. Bis dahin werden erst mal kleine Brötchen gebacken. Im nächsten Jahr möchte ich an einem 6km-Lauf hier im Ort teilnehmen. Natürlich würde ich den gerne in einer bestimmten Zeit schaffen. Darauf trainiere ich jetzt. Vielleicht bin ich dann im Jahr darauf schon fit für den 10km-Lauf. Und im Jahr darauf beim Halbmarathon am Start…

Wie war denn nun mein Wiedereinstieg ins Laufen?

Ich hab’s ja schon erwähnt, die Schwangerschaft war für mich der Beginn meiner Lauf-Pause. Warum kann ich gar nicht mal erläutern. Es hat sich einfach so ergeben. Leider hat es sich dann auch längere Zeit nicht ergeben wieder mit diesem Hobby zu beginnen. Von den körperlichen Einschränkungen, die so eine Schwangerschaft und Geburt mit sich bringen mal ganz abgesehen. Ich habe zwar relativ bald schon wieder mit sportlichen Aktivitäten fernab der Rückbildungsgymnastik begonnen, aber nur weil mir das zuhause möglich war.

Laufen zu gehen erfordert ja doch eine gewisse Flexibilität und Absprache mit dem Partner. Denn mit Kind zu laufen stand für mich nicht zur Debatte. So wichtig war mir der (schnelle) Wiedereinstieg dann doch nicht. Also hab ich gewartet bis es sich ergeben hat.

Ein kleiner Motivations-Anschubser

In der Mutter-Kind-Kur habe ich gemerkt, wie gut mir regelmäßige körperliche Bewegung tut. Und damit meine ich eine sportliche Art von Bewegung. Tatsächlich habe ich nämlich die täglichen Spaziergänge mit meinem Sohn im Kinderwagen lange Zeit schon für Sport gehalten. Nicht, dass nicht jede Bewegung gut wäre. Aber definitiv ist nicht jede Bewegung Sport!

Mit dem Gefühl, diese körperliche Anstrengung und den damit verbundenen Ausgleich zum Alltag auch zuhause weiterführen zu wollen. Hab ich mir meine neuen „Laufzeiten“ genommen.

Angefangen habe ich vor mittlerweile sechs Wochen. Eigentlich hab ich auch da den gleichen Fehler wie damals gemacht und bin einfach losgelaufen. Allerdings mit dem Wissen, was mich erwarten könnte.

Ja, es war anstrengend, schmerzend und seltsam wieder zu laufen. Aber viel wichtiger war, dass ich gemerkt hab wie sehr es mir gefehlt hat.

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Das Laufen hat mir sehr gefehlt!

Worauf man beim Laufen achten sollte

Diese Tipps kann ich euch aus meiner eigenen Erfahrung geben. Falls ihr auch einen Wiedereinstieg ins Laufen plant, hier sind sie:

Laufschuhe – Gute Laufschuhe sind, wenn du wirklich laufen willst, unerlässlich. Und zu guten Schuhen gehört eine gute Beratung. Ich wusste am Anfang nicht, dass ich meine Laufschuhe besser zwei Nummern größer kaufe, weil sich der Fuß ja beim Laufen „ausdehnt“. Auch der Begriff Überpronation (bei Interesse mal googeln) sagte mir bis dahin nichts. Deshalb lasst euch am besten vom Fachmann beraten. Wem’s um’s Geld geht: Schnäppchen kann man eigentlich immer machen, beispielsweise mit Auslaufmodellen.

Laufbekleidung – Da kann man, meiner Meinung nach, im Vergleich zu den Schuhen viel weniger falsch und somit schon mal Abstriche machen. Es muss nicht immer das Neuste und Teuerste sein. Sinnvoll ist es natürlich schon ausgewiesene Laufbekleidung zu haben. Aber von welcher Firma, wie viele Teile und wie funktional sie sein müssen, das ist Geschmackssache.

Es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung – Ein Satz bei dem sich mir die Nackenhaare aufstellen. Mag sein, dass ich es irgendwann mal bei sehr ambitioniertem Marathon-Training ignorieren werde, dass es draußen in Strömen regnet. Aber noch mach ich das nicht! Bei wirklich schlechtem Wetter verschiebe ich das Laufen oder lass es, schweren Herzens natürlich, auch mal ganz ausfallen. Und zu dem Satz mit der Kleidung kann ich nur sagen: „Dann geh mal bei Hagel laufen.“ Da hilft dir keine Kleidung weiter, höchstens ein Bauarbeiterhelm.

Lauftempo – Eigentlich läuft man das richtige Tempo, wenn man sich beim Laufen noch unterhalten kann. Da ich meistens alleine laufe und selten mit mir selber spreche, lauf ich meistens etwas schneller als ich sollte (und das ist wahrlich nicht schnell). Aber solange ich nicht hechelnd vor dem Kollaps stehe, ist das, glaube ich, vertretbar. Da muss jeder für sich so ein bisschen in seinen Körper reinhören und das Tempo entsprechend anpassen. Außerdem spielen da noch weitere Faktoren eine Rolle, die ich euch im nächsten Punkt erläutern werde.

Timing – Nicht jeder Lauf läuft sich gleich gut. Manchmal merke ich, dass ich keinen ausreichenden Abstand zur letzten Mahlzeit eingehalten habe oder zu wenig gegessen habe. Je nach Außentemperatur verhält sich mein Körper und somit mein Lauftempo auch anders. Manchmal ist mir auch einfach nicht nach Laufen und dann mach ich auch mal guten Gewissens eine…

Pausen – Das hat auch gar nichts mit dem Siegeszug des inneren Schweinehundes zu tun, sondern mit meinem Körperbewusstsein. Ich weiß wann ich was brauche und manchmal brauche ich eben eine Pause vom Laufen. Sowieso immer dann, wenn ich mich krank fühle oder tatsächlich krank bin. Da ist es besonders wichtig auf seinen Körper zu hören und ihm die nötige Ruhe zu gönnen.

Da ich gerade glücklicherweise gesund bin, werde ich mir jetzt einen Lauf gönnen.

Wenn ihr nun auch Lust habt zu laufen oder ein anderes Hobby (wieder) anfangen wollt, macht es!

Es lohnt sich!

Mein Wanderlust 108 in Köln

Ich schlug die Augen auf und sah weiche weiße Wolken. Dahinter unendlich weiter blauer Himmel. Die Sonne umhüllte mich wie eine warme, kuschelige Decke. Entspannende Musik und leichtes Windrauschen drangen an mein Ohr. Ich lag mit meiner Yogamatte auf sanftem Gras und fühlte mich noch nie so geerdet und zugleich schwebend wie nach diesem Shavasana. Der Moment hätte von mir aus ewig dauern können. Ich fühlte mich tatsächlich eins mit dem Universum. Nur hier und jetzt, kein Gestern, kein Morgen, nichts. Ich war einfach nur da. Beim Wanderlust 108 in Köln.

Wanderlust 108 in Köln

Der Mindful Triathlon

Diese Worte versprechen großes und das ist nicht zu viel versprochen. Der Mindful Triathlon, der Hauptbestandteil des Wanderlust 108, besteht aus einem 5km-Lauf, einer Yoga-Session und einer Meditation. Alles hat unter freiem Himmel stattgefunden. Für einen Lauf nichts ungewöhnliches, aber Outdoor-Yoga und Meditation kannte ich bis dahin in der Form noch nicht.

Das Wetter hat es an diesem Tag zum Glück richtig gut mit uns gemeint. Nach vielen Regentagen hat sich endlich mal wieder die Sonne blicken lassen. Es war einfach perfekt, trocken und nicht zu heiß. Als sollte es so sein.

Diese besagten drei Disziplinen für mich an einem Tag hintereinander zu verbinden war eine tolle Erfahrung. Denn, obwohl ich vor kurzem erst wieder eingestiegen bin, liebe ich es zu laufen. Es macht den Kopf so richtig schön frei und danach weiß ich einfach auch, dass ich etwas getan habe.

Dabei ging es überhaupt nicht darum irgendwelche Rekorde zu brechen. Jeder konnte für sich Laufen wie er wollte, schnell, langsam, alleine, zu zweit. Ich hab die Strecke alleine bestritten. Und sie war, durch Wälder, vorbei an einem See, nicht nur für’s Gefühl, sondern auch für’s Auge echt toll.

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Geschafft!

Yoga ist ja sowieso eine meiner liebsten Beschäftigungen. Die von Christina Lobe geführte Yoga-Session war eine echte Bereicherung, denn zusammen mit Hunderten von Menschen auf einer Wiese bei Sonnenschein zu praktizieren, lässt einen alles nochmal in einem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Außerdem finde ich es toll zu sehen wie viele Menschen ein Bewusstsein für Yoga, Meditation etc. entwickeln und sich davon mitreißen und tragen lassen.

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Energie pur!

Auch wenn die Meditation nicht hundertprozentig meiner Art zu meditieren entsprach, war sie eine neue Erfahrung, die ich in der Form nicht missen möchte. Außerdem hat sie den Mindful Triathlon perfekt abgerundet.

Was gab es noch auf dem Wanderlust 108 in Köln?

Im Anschluss wurden noch einige Side Events angeboten, für die man sich vorab online anmelden konnte. Ich habe mich für das „Flow-Mania“ entschieden, was aber leider ausfallen musste, da die Yoga-Lehrerin erkrankt war. Stattdessen gab es Sonnengrüße mit Harmonium und Affirmation. Auch schön! Zur Auswahl standen sonst noch viele andere Möglichkeiten wie Yin Yoga, eine Styling Session und eine Thai Massage. Leider war die schon lange ausgebucht.

Sehr cool waren übrigens auch die Acts in den Pausen und während der Yoga-Session und Meditation. Die Musik im Hintergrund war absolut stimmig und hat das Ganze noch etwas besonderer gemacht. Ich habe mich davon so richtig getragen gefühlt. Das kannte ich von meiner Praxis zuhause, die meistens in Stille abläuft, so noch nicht. Durchaus etwas, was ich in Zukunft hin und wieder gerne mit einfließen lassen möchte.

Nach Mindful Triathlon und Side Events gab es auf dem sogenannten Kula Markt noch die Möglichkeit etwas zu essen, sich an den verschiedenen Ständen umzuschauen oder einfach nur die Sonne zu genießen. Und genau das hab ich getan, bevor es für mich an diesem Nachmittag wieder nach Hause ging.

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Ein perfekter Tag!

Alleine oder nicht?

Wenn ihr euch, so wie ich, fragt, ob ihr ganz alleine zum Wanderlust 108 fahren sollt, dann kann ich aus meiner Erfahrung nur mit „Ja!“ antworten. Hätte es sich anders ergeben, wäre es mit Sicherheit ein genauso tolles Erlebnis gewesen. Aber so war es vielleicht noch ein Stück intensiver und noch ein Stück fokussierter. Denn ich habe mich ganz auf mich konzentrieren können und die Ruhe genossen. Damit meine ich weniger die akustische als viel mehr die Ruhe in mir. Ich hatte nicht den Drang und das Bedürfnis zu reden. Konnte voll und ganz das tun wonach mir war.

#findyourtruenorth

Vom Wanderlust 108 in Köln hab ich vieles mit nach Hause genommen: Inspiration, Energie und ein großes Stück Entspannung. Das ermöglicht mir noch mehr auf das Schöne und wirklich Wichtige im Leben zu achten, alles etwas leichter zu nehmen, weniger zu zweifeln, mehr zu wollen und zu wagen, kurz: Tage wie diese helfen mir dabei, getreu dem Motto des Wanderlust 108, „my true north“ zu finden.

Wenn euch das auf den Geschmack gebracht hat, dann habt ihr hier die Möglichkeiten das Wanderlust 108 in diesem Jahr noch zu besuchen.