Nimm dir Zeit zum Auskurieren

Es klingt verrückt, aber diesen Satz musste ich mir in den vergangenen Tagen wirklich mehrfach sagen. Denn Zeit zum auskurieren hab ich als Mutter ja nun mal gar nicht, oder? Es kommt darauf an. Darauf, ob ich in zwei Wochen wieder krank sein will. Darauf, ob ich es jetzt wirklich für so notwendig halte die Wohnung aufzuräumen. Darauf, ob ich mich jetzt nicht einfach mal noch zwei Tage mehr schone, um dann wirklich wieder mit der nötigen Kraft weiterzumachen.

Von der Grippewelle überrollt ging es mir und uns in den vergangenen Tagen wirklich so schlecht wie schon lange nicht mehr. Das war nicht mal ein kleiner Schnupfen, den man lästigerweise mit sich rumschleppt, sondern wirklich ein totaler Knockout. Im letzten Artikel hatte ich bereits erwähnt, dass es nicht die erste Krankheit, aber dafür die heftigste in diesem Winter war. Trotzdem gilt das, was ich jetzt hier schreibe wirklich für alle Krankheiten, denn den Fehler hab ich schon vorher begangen, mich nicht an’s auskurieren zu halten.

Auskurieren

Schon dich lange genug und länger

So banal und eigentlich logisch es klingt, es scheint einfach nicht selbstverständlich zu sein. Denn oft ist es so, dass ich mich wirklich erst schone, sobald echt gar nichts mehr geht. Dabei ist das bereits ein deutliches Alarmsignal des Körpers; er resigniert und weiß sich einfach nicht mehr anders zu helfen als mich zur Ruhe zu zwingen.

Die ganzen Erkältungen, die ich in den vergangenen Monaten so mit mir rumgeschleppt habe, habe ich, im Nachhinein betrachtet, mehr verschleppt als wirklich auskuriert. Natürlich nicht nur aus purer Unvernunft, sondern auch der Tatsache geschuldet, dass ich mich um Haushalt und Kind zu kümmern habe. Aber das ist nur die eine Seite, und dass das getan werden muss, steht außer Frage. Die andere Seite ist allerdings, dass ich gerne etwas für mich tun wollte. Und wer den Haushalt schmeißen kann, der kann auch Laufen gehen. Aber genau da liegt der Fehler. Denn kritisch betrachtet heißt das doch: „Wer sich sowieso schon anstrengen muss, der kann sich auch gleich doppelt anstrengen.“

Ja, ich wollte vermeintlich etwas für mich, meine Gesundheit und mein Wohlbefinden tun, aber im Nachhinein weiß ich, dass ich jedes Mal, wenn ich laufen gegangen bin, obwohl ich noch nicht hundertprozentig wieder fit war, ich genau das Gegenteil erreicht habe. Ich mochte das Gefühl nicht, untätig zu sein, meine Leistung zu verlieren, um dann in ein paar Wochen wieder komplett bei Null anfangen zu müssen. Ich wollte mich nicht fett und schwabbelig fühlen, weil ich befürchtete wochenlang keinen Sport machen zu können. Stattdessen habe ich gegoogelt, nach Ratschlägen zum Thema. Und öfter als einmal gelesen, dass Sport bei Erkältung nicht zwingend schadet, sogar im Gegenteil ganz gut tun kann. Bullshit!

Practice what you preach

Ich selbst habe vor einiger Zeit mal gesagt, dass wir uns Pausen gönnen sollten, wenn es uns nicht gut geht. Warum aber fällt es einem immer so schwer sich auch wirklich selbst dran zu halten? Denn ich wollte mir nicht genug Pausen gönnen, weil ich der Meinung war, dass das schon genug gewesen sein mussten.

Nur weil ich den Haushalt schmeißen muss und der Nachwuchs nach Beschäftigung verlangt, heißt es doch nicht, dass ich in meiner Freizeit direkt wieder in die Laufschuhe steigen muss. Wer aufräumt kann auch Sport machen. Ganz großer Unsinn. Stattdessen ist es doch gerade dann wichtig, sich in anderen Lebensbereichen noch mehr Pausen zu gönnen.

Und wenn ich eins nach diesem Winter sagen kann, gut getan hat es mir nicht, auf diese Pausen verzichtet zu haben. Denn jedes Training hat mich gesundheitlich doch wieder ein Stück zurück geworfen. Auch wenn es sich im ersten Moment anders, ja sogar ganz gut angefühlt hat. Aber der erste Impuls ist nicht immer der richtige. Im Nachhinein hätte ich lieber öfter mal den Ball flach gehalten, mir mehr Zeit genommen zu regenerieren und einfach mal verzichtet. Ja, davon wird man nicht schlanker, muskulöser oder fitter, vom Training, das einen gesundheitlich wieder nach hinten wirft, aber auch nicht. Und nur, um das klar zustellen, ich rede hier von vielleicht drei Malen, die ich zwischen zwei Erkältungen laufen war. Selbst diese drei Male, waren drei zuviel.

Auskurieren 2
Ganz viele Kuscheleinheiten

Auskurieren heißt das Zauberwort

Es ist übrigens egal, ob es Sport, Freunde treffen oder die Arbeit ist, das dich und deinen Körper nach oder während einer Krankheit anstrengt. Bevor es dir nicht wieder wirklich gut geht, lass es sein. Ich hab für mich inzwischen entschieden, dass ich bis zum Frühling und den ersten angenehmen Plusgraden erst mal keine Laufschuhe mehr anziehen werde und es auch sonst sportlich langsam angehen lassen werde. Es fühlt sich zwar nicht besonders toll an und die Bikini-Figur 2018 ist auch nicht sonderlich erfreut darüber, aber viel wichtiger ist doch, wie es mir körperlich dabei geht.

Auskurieren ist das Stichwort. Ein Wort, das viel zu oft einfach dahin gesagt wird, aber selten wirklich beherzigt wird. Eine Lektion, die ich nach diesem Winter auf jeden Fall gelernt habe. Auskurieren bedeutet ja nicht nichts machen, sondern viel mehr das Richtige machen. So hatte ich wenigstens mal wieder Zeit ein gutes Buch zu lesen. Das hat sehr zu meiner Erholung beigetragen. Statt schweißtreibenden Sports, reicht es ja schon eine sanfte Yogaeinheit einzubauen oder warm eingepackt einen Spaziergang durch Wiesen und Felder zu machen. Es muss nicht alles leistungsgetrieben sein. Achtsam auf das hören, was der Körper und der Geist gerade brauchen, das ist doch die wahre Kunst und bis es wärmer wird, ist das eben einen Gang runter zuschalten. Im Frühjahr werde ich hoffentlich wieder genug Gelegenheit haben, um Vollgas zu geben, bis dahin nehme ich mir die Zeit gesund zu werden. Nehmt ihr sie euch auch?

Immunsystem gesucht – dauerkrank im ersten Kindergartenjahr

Am liebsten würde ich diesen Artikel mit einer ordentlichen Schimpftirade beginnen, denn die wäre den Umständen entsprechend angemessen. Allein die letzte Nacht bietet schon Anlass genug. Anderthalb Stunden hab ich mich gestern in den Schlaf gehustet. Und auch während der Nacht hat mich dieser fiese Husten noch mehrmals heimgesucht. Meine Lunge schmerzt jetzt noch und überhaupt tut mir jede Faser meines Körpers weh. Ich bin es echt Leid,  dauerkrank zu sein.

Dauerkrank im ersten Kindergartenjahr

Tu nicht so als hätte man dich nicht vorgewarnt

Okay, dass das erste Kindergartenjahr es in sich hat, wusste ich. Schließlich hab ich diesen Hinweis mehr als einmal bekommen. „Warte erst mal ab, bis der Kleine in den Kindergarten geht. Dagegen ist das jetzt noch gar nichts.“ Tolle Verheißungen und das schon Monate vorher. Trotzdem flackerte in mir ein Fünkchen Resthoffnung, dass das Kind das erste Kindergartenjahr unbeschadeter als prophezeit übersteht. Und damit lag ich gar nicht mal so falsch, denn dauerkrank im ersten Kindergartenjahr bin eigentlich nur ich.

Ich kann will schon gar nicht mehr zählen wie viele Infekte mich in den vergangenen Monaten heimgesucht haben. Davor, dass es einen selbst mindestens genauso dicke erwischt, hat einen natürlich niemand gewarnt. Dabei wäre das doch tatsächlich mal eine nützliche Info gewesen. Es heißt ja, dass zehn bis zwölf Infekte im Jahr bei Vorschulkindern normal sind. Dass ich aber gefühlt jetzt ebenfalls wieder in diese Kategorie falle, war mir neu.

Dauerkrank Kindergarten
Das Tablet – eine treue Unterstützung für kranke Mütter

Ich dauerkrank – ist das normal?

Das große Mysterium ist doch: Warum erwischt es mich öfter und schlimmer als den Nachwuchs? Immerhin geht er doch in den Kindergarten und nicht ich. Die Erklärung ist so einfach wie logisch: Der Nachwuchs bringt die Erreger aus dem Kindergarten mit nach Hause und das sind Erreger, die das Immunsystem eines Erwachsenen nicht mehr kennt. Die zu bekämpfen, muss das Immunsystem erst wieder lernen.

Wobei ich mir sicher bin, dass es noch nicht mal unbedingt mein Kind als Vermittler braucht. Wäre auch unfair, ihm die ganze Schuld in die Schuhe zu schieben. Denn ich glaube, der tägliche Gang in den Kindergarten reicht bereits aus, um sich was einzufangen. Morgen für Morgen bringe ich den Nachwuchs in den Kindergarten und hole ihn genauso jeden Nachmittag wieder ab. Bei jedem Besuch fasse ich mindestens drei Türklinken an. Ich will gar nicht wissen, wie viele Krankheitserreger sich darauf tummeln. Okay, es ist auch möglich, dass ich mir die beim Einkaufswagen schieben im Supermarkt eingefangen habe. Aber eigentlich ist es auch egal, denn in jedem Fall ist es ziemlicher Mist.

Zu wenig Schlaf, zu viel Stress und zu kurze Erholungspausen begünstigen die Entstehung von Krankheiten besonders bei Eltern. Denn im Gegensatz zu unseren Kindern, können wir uns meistens nicht so ausgiebig erholen, wie wir es bräuchten. Ein Grund, weshalb die Kinder auch schneller wieder fit sind als wir. Sie erholen sich einfach besser. Aussichten, die meine Abwehrkräfte nicht gerade beflügeln. Ich fürchte, ich komme nicht drum herum, hinzunehmen, dass es jetzt so ist und vielleicht auch noch ein Weilchen so bleiben wird. Denn die Prognosen für das zweite Kindergartenjahr werden nicht besser. Wenigstens steh ich dann nicht wieder vollkommen überrascht da und wunder mich, warum ich öfter krank bin als mein Kind.

Green Smoothie oder einfach abwarten

So hilfreich diese Infekte für die Kinder sind, um ihre Abwehrkräfte zu stärken, so wenig Sinnvolles kann ich für mich bislang darin erkennen. Dabei war ich der Meinung, meine Abwehrkräfte seien bereits ganz gut gestärkt, immerhin achte ich auf gesunde Ernährung, viel frische Luft, ausreichend Bewegung, und das Händewaschen kommt natürlich auch nicht zu kurz.

Aber bislang nützt es so gut wie nichts, trotzdem bin ich dauerkrank. Vielleicht sollte ich auf diese viel gepriesenen Green Smoothies setzen, schließlich werden sie einem in den Sozialen Medien ja ständig als das Wunderzeug verkauft, neben kunstvoll angerichteten Smoothiebowls und anderen super mega lecker und stylisch in Szene gesetzten Superfoods. Aber welche Mutter schafft es bitte das jeden Tag in der Früh für sich und ihr Immunsystem herzurichten? Ich jedenfalls bekomme das alle paar Jubeljahre mal hin, von abwehrkräftestärkender Regelmäßigkeit kann da keine Rede sein.

Also kann ich euch noch nicht mal den ultimativen Tipp geben, wie ihr das erste, zweite und wahrscheinlich auch dritte Kindergartenjahr, einigermaßen unbeschadet übersteht. Es besteht lediglich die Hoffnung, dass Eltern gegen die Kinder-Keime irgendwann abhärten. Und spätestens im Frühling ist das Gröbste sowieso erst mal für ein paar Monate überstanden. Ob mit oder ohne Green-Smoothie-Superfood-Wunderwaffe.

dauerkrank
Sieht leider nicht nach Frühling aus.