Achtsam essen – Wie mein Kind meine Ernährung beeinflusst

Eigentlich wollte ich ja keine Neujahrs-Vorsätze treffen und eigentlich ist das auch keiner, immerhin ist das Jahr schon ganze fünf Tage alt. Aus aktuellem Anlass habe ich dennoch jetzt einen Vorsatz getroffen, und zwar den endlich wieder achtsam essen zu wollen. Denn wirklich zufrieden bin ich mit meinem Essverhalten derzeit nicht.

Achtsam essen

Essen – Lust oder Frust?

Essen kann ein unglaublich schönes, aber auch zugleich frustrierendes Thema sein. Ich persönlich liebe es zu essen, kenne aber auch die andere Seite. Denn keine Diät klappt, wenn man so gerne isst wie ich. Weil ich das irgendwann eingesehen habe, habe ich das Wort Diät zusammen mit der Waage in die hinterste Ecke meines Wahrnehmungsraums geschoben. Da sind sie ganz gut aufgehoben. Auch in Punkto Selbstliebe ist das ein großer Fortschritt gewesen.

Aber nur, weil ich keine Diäten mehr mache, heißt es nicht, dass ich mich nicht für das Thema Ernährung interessiere. Es ist ein wichtiges Thema, schließlich nehmen wir tagtäglich Nahrung zu uns, die uns Kräfte verleihen, Wohlbefinden schenken und die Gesundheit fördern soll.

Letzteres ist aktuell bei mir ein großes Thema. Denn wenn ich in den vergangenen Monaten, eigentlich könnte man schon fast sagen (zwei) Jahren, von einer Sache zu wenig hatte, dann von ausreichender Gesundheit. Zeit das zu ändern. Denn ich hätte gerne wieder mehr Gesundheit, und dass Ernährung dabei eine (nicht die einzige!) entscheidende Rolle spielt, steht wohl außer Frage. Deshalb muss sich diesbezüglich auch was ändern.

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Nicht nur mit Obst spielen

Wo bleibt die Achtsamkeit beim Essen?

Mir ist vor einiger Zeit mal wieder aufgefallen, dass wir der Nahrung manchmal nicht die nötige Beachtung schenken, die sie eigentlich verdient. Um genau zu sein, hat mein Sohn mich das erkennen lassen. Denn er hat mit seinen zwei Jahren noch den Drang Essen nicht nur geschmacklich, sondern manchmal – zu meinem Leidwesen – auch spielerisch zu erkunden. Aussehen, Konsistenz und die Wurfeignung müssen da zusätzlich in Augenschein genommen werden. Nicht, dass ich damit jetzt auch wieder anfangen möchte, aber ich möchte meinem Essen wieder mehr Beachtung schenken. Achtsam essen eben!

Viel zu oft schlingen wir Dinge nebenbei nur mal schnell in uns hinein. Essen ist nämlich meistens nicht nur essen: Abgesehen vom positiven sozialen Miteinander, das gemeinsame Mahlzeiten mit sich bringen, ist es manchmal einfach nur ein beiläufiger Zeitvertreib. Wir konzentrieren uns nicht richtig auf das, was wir essen und meistens essen wir noch nicht mal das, was unser Körper wirklich braucht.

Besonders deutlich ist mir das nach meiner fünftägigen, unfreiwilligen Fastenkur im Zuge der Kupferspiralen-OP geworden. Ich stand quasi wieder bei Null. Mein erstes Essen nach dieser Zeit habe ich zwar sehnlichst herbei gewünscht, wollte es aber auch entsprechend würdigen, genießen und achtsam essen.

Ein paar Wochen ist mir das tatsächlich gelungen, ich habe alles in Ruhe gegessen und mit fast allen Sinnen genossen. Außerdem habe ich mein Essen gut gekaut, denn dass gut gekaut halb verdaut ist, war mir zwar bekannt, aber getan hab ich es bis dato trotzdem kaum.

Leider ist das über die vergangenen Monate dann aber wieder verschwunden. Das achtsam Essen wurde weniger. Immer öfter hab ich nebenbei gegessen, gerne auch mal „geschlungen“, wenn’s schnell gehen musste und nicht immer die gesündeste Alternative gewählt. Dass ein Apfel zwar kein Verlangen nach Schokolade stillen kann und in meinen Augen auch nicht soll, ist klar. Dass es aber jeden Tag Süßes sein muss, ist trotzdem nicht nötig.

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Vegan, aber trotzdem eine Ausnahme: Pflaumenkuchen

Den Spiegel vorhalten

Was Kinder tun, ist uns in allen möglichen Situationen den Spiegel vorhalten, so auch beim Essen. Erst neulich habe ich zum Frühstück mal wieder ein Nutellabrot gegessen. Weil der Nachwuchs so schmachtend geguckt hat, hab ich ihn, wenn er schon selbst keins bekommt, zumindest mal von meinem abbeißen lassen. Danach war er kaum noch davon abzubringen selber ein Nutellabrot zu essen. Verständlich, oder?

Vor welcher Grundlage sollte ich ihm das jetzt auch noch verbieten? Immerhin isst Mama das ja auch. Warum sollte mein Kind es dann nicht auch essen dürfen? Ehrlich gesagt verstehe ich das genauso wenig wie er.

Noch ein Beispiel mit dem ich gerne deutlich machen will, worauf ich hinaus will:

Abendessen. Ich trinke ein Glas Wein. Mein Kind sieht es und möchte mal probieren. Was beim Nutellabrot noch ging ist hier natürlich ausgeschlossen. Glücklicherweise hält sich der Protest in Grenzen. Aber auch dieses Beispiel macht eigentlich deutlich, dass Wein im Besonderen und Alkohol im Allgemeinen nicht das Gesündeste ist.

Meinem Kind möchte ich also Dinge verbieten, die ich mir erlaube, obwohl ich weiß, dass sie meiner Gesundheit nicht gerade zuträglich sind. (Das Wohlbefinden lassen wir hier jetzt mal außen vor. Ich frage mich mittlerweile ohnehin, ob das nicht vielleicht sogar nur eine vorgeschobene Entschuldigung ist, um gewisse Dinge zu konsumieren.) Natürlich möchte ich jetzt nicht auf alles verzichten, auch nicht in Gegenwart meines Kindes. Aber ich möchte den Umgang mit manchen Nahrungsmitteln zumindest überdenken bzw. habe ich das vielfach schon getan. Achtsam essen! Auf das achten, was ich esse, wann ich es esse, wie ich es esse, warum ich es esse, wie genussvoll ich esse etc.

Hunger ist nicht gleich Hunger

Vor einiger Zeit habe ich mal einen Artikel zum Thema Hungerarten gelesen. Hängen geblieben ist bei mir der sogenannte Zellhunger, der Hunger nach bestimmten Nährstoffen. Einer von mehreren Arten des Hungers. Besonders stark verspüren ihn Kinder und Tiere, aber auch Schwangere und Stillende.

Auch ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in Schwangerschaft und Stillzeit damals meinen Zellhunger wiederentdeckt habe. Denn ich habe, was vielen aus eigener Erfahrung bereits bekannt sein dürfte, meinen Gelüsten nachgegeben. Leider auch wieder der Lust auf Fleisch. Denn vor der Schwangerschaft war ich Vegetarierin und lebte zeitweise sogar vegan.

Seitdem esse ich wieder Fleisch, wie ich aber bereits im persönlichen Jahresrückblick erwähnt habe, will ich den Konsum, am liebsten gegen Null reduzieren. Denn ich weiß, dass mir das gut getan hat. Ich war aus meiner Erinnerung heraus weniger infektanfällig und habe mich insgesamt besser gefühlt. Was die ethisch-moralische Seite des Ganzen angeht, so hab ich da auch bestimmte Ansichten, um die soll es hier aber nicht gehen. Denn Fleischverzicht oder allgemein der Verzicht auf tierische Produkte ist eine persönliche Entscheidung. Und den Fehler jemandem diese Entscheidung aufzwingen zu wollen habe ich bereits gemacht und gebracht hat es natürlich nichts.

Was ich dagegen nicht für eine aufgezwungene Entscheidung halte ist, einfach mal vegetarische oder vegane Gerichte anzubieten. Es tut ja schließlich niemandem weh mal kein Fleisch zu essen.

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So soll es jetzt öfter aussehen

Geht mit gutem Beispiel voran: der Kindergarten

Ich bin großer Fan davon, dass es in unserem Waldorf-Kindergarten nur vegetarische Gerichte gibt. Denn so müssen erstens bei der Essenszubereitung weniger persönliche Belange berücksichtigt werden (kein Schweinefleisch, Vegetarier etc.) und zweitens habe ich als Mutter so auch einen besseren Überblick über das, was mein Kind an Fleisch gegessen hat, weil ich es eben selbst bestimmen kann. Dasselbe trifft übrigens auf Süßigkeiten zu, die gibt es im Kindergarten nämlich auch nicht bzw. nur zu besonderen Anlässen. Etwas, das ich für mich in Zukunft wieder mehr übernehmen will.

Achtsam essen: Was ich nun ändern will

  • Grundsätzlich auf gute Nahrungsmittel achten. Sie sollten im Idealfall nicht mehr als fünf Inhaltsstoffe auf der Zutatenliste haben und möglichst naturbelassen sein. Diesen Tipp hab ich mal irgendwo aufgeschnappt und versuche mich da einigermaßen dran zu halten. Wenn man von Süßigkeiten absieht, gelingt mir das auch ganz gut, aber daran arbeite ich jetzt.
  • Deshalb gibt es Süßigkeiten (Industriezucker) nicht mehr täglich und im Idealfall nur noch zu bestimmten Anlässen.
  • Neben weniger Fleisch, wieder mehr Obst und Gemüse spielt auch das Trinkverhalten eine große Rolle. Denn im Winter neige ich dazu gerne mal zu wenig zu trinken. Natürlich nie zu wenig Kaffee. Das möchte ich auch wieder eindämmen. Nicht verzichten, das wäre zu schade bei einem so tollen Kaffeevollautomaten wie wir ihn haben.
  • Was für alle Bereiche gilt ist achtsam essen in Form von: bewusst genießen, lange kauen, keine Ablenkungen, auf das hören, was mein Körper WIRKLICH braucht.
  • Kurz und knapp lassen sich all diese Tipps auch in einem Satz zusammen fassen: Was ich nicht will, das mein Kind isst, sollte auch ich nicht (im Übermaß) essen.

Ich finde all das hat mit Respekt vor dem eigenen Körper und der eigenen Gesundheit zu tun. Natürlich ist auch das kein Garant, denn wie ich schon erwähnt habe, ist das nur EIN Baustein, Stressfaktoren minimieren, gesünderen Schlaf fördern und positive Gedanken etc. sind weitere Aspekte, die ich regelmäßig überprüfen und angehen will. Aber es muss ja nicht immer alles auf einmal sein.

Einschlafbegleitung ist meine Meditation

Ein stressiger, hektischer Alltag, viel zu tun im Job, Pflichten im Haushalt, vielleicht sogar Freizeitstress und ein Kind in der Autonomiephase. Alles Gründe, die einen am Ende des Tages nur noch den wohl verdienten „Feierabend“ herbeisehnen lassen. Wäre da nicht noch die, in der Dauer unplanbare, Einschlafbegleitung des Kindes.

Einschlafbegleitung Meditation

Auch ich hab, als mein Sohn nach Monaten auf einmal wieder die Einschlafbegleitung einforderte, zugegebenermaßen erst mal so gar keinen Bock darauf gehabt. Zumal sich irgendwann herauskristallisiert hatte, dass das wohl eine dauerhafte Angelegenheit wird. An manchen Abenden war es besonders anstrengend, meistens dann, wenn auch der Tag besonders anstrengend war und ich wirklich nur noch „Feierabend“ haben wollte. Aber das hat mir mein Sohn, so mein Gedanke, irgendwie nicht vergönnt und ließ sich viel Zeit mit dem Einschlafen.

Klar, passt ja zu solchen Tagen. Damals hab ich nur noch nicht verstanden auf welche Art. Jetzt schon. Denn es ist nicht mehr nur eine Einschlafbegleitung für meinen Sohn, mit der wir jeden Abend gemeinsam den Tag ausklingen lassen, auch für mich ist es ein neues Ritual um runterzukommen.

Einschlafbegleitung - Nachtlicht
Schlafenszeit

Einschlafbegleitung zum Runterkommmen

Seitdem ich akzeptiert habe, dass es nun mal so ist wie es ist, habe ich begonnen die Einschlafbegleitung mit ganz anderen Augen zu sehen. Sie ist für mich zu einer Art Meditation geworden. Ein Moment der Ruhe, auch wenn mein Sohn noch vor sich hinplappert. Aber ich hab mir angewöhnt so wenig wie möglich zu kommentieren, weil ja eben schon Schlafenszeit ist. Er braucht das in-den-Schlaf-Plappern eigentlich auch nur, um selber runterzukommen. Ich nutze den Moment also, um einfach mal nichts zu tun, die Augen zu schließen, vielleicht noch den Tag Revue passieren und meine Gedanken schweifen zu lassen. Viel mehr kann ich in dem Moment auch nicht tun, denn es ist dunkel, ich kann nicht laut sein, ich bin einfach nur präsent, indem ich neben dem Bettchen meines Sohnes sitze, seine Hand halte und warte bis er eingeschlafen ist.

Genau so soll es derzeit auch sein. Vielleicht brauche ich genau das jeden Abend, um selber abzuschalten, um in mich zu gehen und Ruhe zu finden. Momentan schaffe ich es selten im Alltag zu meditieren, oft will ich es auch nicht irgendwie noch reinquetschen müssen. Stattdessen nutze ich die abendliche „Zwangspause“ im Kinderzimmer für meine Art der Meditation.

In der Regel dauert die Einschlafbegleitung bei uns so um die 20 Minuten. Es können mal sogar nur fünf Minuten sein, manchmal aber auch eine geschlagene Stunde. (Meistens hab ich den Nachwuchs dann aber einfach zu früh hingelegt.)

Klar bin ich dann auch schon mal irgendwann genervt, weil ich nicht mehr will. Weil vielleicht ein Film im Fernsehen läuft, den ich gerne sehen möchte oder weil ich noch irgendetwas zu erledigen habe. Aber in welchen Lebensbereichen ist das nicht so? Egal wie gerne man etwas macht, manchmal macht alles keinen Spaß, ist zäh, zieht sich hin oder oder oder.

Was ich zum Thema Einschlafbegleitung nur sagen kann ist, dass es auch hier so ist, dass ich die Dinge nicht ändern kann, wohl aber meine Einstellung den Dingen gegenüber. Statt die von meinem Sohn eingeforderte Einschlafbegleitung als Abzug meiner Me-Time anzusehen, sehe ich sie als genau das, eine Me-Time, die ich zwar nicht alleine, sondern mit meinem Sohn verbringe, aber für mich auf meine ganz eigene Weise nutzen kann.

Warum ich das erst jetzt zu schätzen gelernt habe

Tatsächlich war es einige Zeit lang so, dass ich Abends immer noch meditieren wollte und zwar nachdem mein Sohn eingeschlafen ist. Da sich das aber eben nicht genau auf einen Zeitpunkt festlegen ließ, wurde ich immer unruhiger, schließlich wollte ich nicht nur noch meditieren, sondern auch noch was von meinem Abend und gemeinsame Zeit mit dem Mann haben. Wie paradox! Man lässt sich von etwas stressen, was eigentlich zur Entspannung beitragen soll. Als ich das erkannt habe und die Einschlafbegleitung begonnen habe als meine Meditation zu sehen, hab ich quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Außerdem weiß ich nicht wie lange mein Sohn noch von mir in den Schlaf begleitet werden will, deshalb bin ich dankbar diese Zeit endlich nicht mehr als anstrengend, sondern als wertvoll anzuerkennen und genießen zu können. Denn irgendwann werde ich sie vermissen, hundertprozentig!

Ich glaube, dass wir im Leben bestimmte Aufgaben zu bestimmten Zeiten bekommen. Auch, wenn viele Mütter die Einschlafbegleitung als anstrengend erachten, bin ich mir sicher, dass sie nicht nur für unsere Kinder etwas Gutes ist, sondern auch für uns. Vielleicht weil wir gerade jetzt lernen sollen den Moment zu genießen, weil wir gerade jetzt die Ruhe brauchen, die wir uns sonst nicht nehmen würden. Alles geschieht genau zu der Zeit, zu der es geschehen soll. Dann ist es nur wichtig, für sich die richtigen Erfahrungen daraus zu ziehen. Meine Erfahrung mit der Einschlafbegleitung ist so zu einer unglaublich positiven geworden.

Einschlafbegleitung - Meditation
Meditation – ganz klassisch

Wie ich sonst meditiere

Natürlich ist diese Art der Meditation keine Meditation im herkömmlichen Sinne. Alternativ könnte man sie auch Achtsamkeitsübung nennen. Trotzdem versuche ich mich mindestens einmal in der Woche an einer langen, rund zwanzigminütigen Meditation. Im Moment lasse ich mich von Laura Malina Seiler dazu anleiten. (Auf sie bin ich dank der coolsten aller Zwillingsmütter Juli von Doppelkinder gestoßen. Ein genialer Blog, den ihr euch unbedingt anschauen solltet!) Laura hat eine tolle Art Meditationen anzuleiten und ihr sogenannter Spiritual Sunday ist eine unglaublich positive, wöchentliche Bereicherung für mich. Wer mehr darüber wissen will, schaut am besten einfach mal auf ihrer Seite vorbei.

Ansonsten gefallen mir die Meditationen von Yoga Vidya sehr gut. Leider hab ich es immer noch nicht geschafft, den zehnwöchigen Meditationskurs zu beenden, aber irgendwann klappt sicher auch das.

Denn Meditation hat viele positive Effekte, auf psychischer und physischer Ebene. Schon fünf Minuten täglich reichen, laut der Wissenschaft, aus, um messbare Veränderungen festzustellen. Mir persönlich bringt es Fokussierung. Auch wenn ich mich manchmal ganz schön zur Ruhe zwingen muss. Aber das gehört eben dazu, ein wenig Disziplin. Seit ich meditiere bin ich definitiv gelassener geworden, aber auch konzentrierter und versuche den Blick öfter auf das Wesentliche zu lenken. Meditation drückt für mich auch Dankbarkeit aus, Dankbarkeit mir gegenüber. Denn ich schenke mir damit etwas, das mir gut tut. Jedes Mal, wenn ich mir, meinem Körper und meinem Geist etwas schenke, dass ihm gut tut, sag ich ihm damit auch immer „Danke schön“.

Latte Macchiato am Welternährungstag?

Bereits gestern habe ich über das Folgende nachgedacht ohne zu wissen, dass heute Welternährungstag ist. Vor diesem Hintergrund sind meine Gedanken noch passender und deshalb möchte ich sie mit euch teilen.

Vor ein paar Tagen ist unser ganz toller, neuer Kaffeevollautomat geliefert worden. Ein kleines Geschenk, dass wir uns einfach mal so zwischendurch gemacht haben machen konnten.

Mit diesem tollen Teil kann ich mir jetzt täglich so etwas Leckeres wie einen Latte Macchiato, Cappuccino oder Was-auch-immer-mit-Koffein zaubern. Dabei stelle ich mir neuerdings nicht nur die Frage, ob mich der häufige Genuss jetzt dauerhaft dick macht, weil so ein Latte Macchiato ja doch ein paar Kalorien hat, sondern vielmehr ist mir dabei mal wieder bewusst geworden, dass es unfassbar viele Menschen gibt die noch nicht mal annähernd das haben, was ich da in diesem Glas vor mir habe.

Welternährungstag
Mehr als nur ein Heißgetränk

Dieses Getränk ist Luxus!

Es gibt so viele Menschen auf der Welt, die brauchen keinen Latte Macchiato, noch nicht mal Kaffee, sondern etwas zu essen und zu trinken! Sie leiden Durst und Hunger und würden alles für ein Stück Brot und ein Glas Wasser geben.

Natürlich könnte mir das jetzt bei jedem Schluck ein schlechtes Gewissen machen.  Allerdings hilft es auch niemandem weiter, wenn ich auf diesen Kaffee verzichte. Dennoch sollte mich dies einen bewussteren Umgang damit und allen anderen Lebensmitteln lehren.

Es ist großes Glück diesen Latte Macchiato genießen zu können und in erster Linie sollte ich dafür unglaublich dankbar sein!

Die Dinge zu schätzen wissen

Dass wir in einer Gesellschaft leben , in der wir über mehr als ausreichend Lebensmittel verfügen ist nicht selbstverständlich. Was aber in meinen Augen selbstverständlich sein sollte ist, das zu würdigen. Beispielsweise indem wir mit diesen Lebensmitteln bewusster umgehen, weniger verschwenden, ökologischer einkaufen und, wer kann, auch mal den ein oder anderen Euro für etwas Gutes mehr investieren.

Nicht verschwenden – Geht das mit Kind überhaupt?

Ich hatte schon oft ein schlechtes Gewissen, wenn mein Sohn sein Essen nicht aufgegessen hat und ich die Reste weggeschmissen habe. Weil ich das irgendwann aber nicht mehr wollte, hab ich zunächst die Portionen verkleinert. Denn es ist besser einem hungrigen Kind noch mal Nachschlag zu geben als von einem nicht-hungrigen Kind zu verlangen etwas zu essen, das es nicht will. Selbst, wenn dann doch mal etwas übrig bleibt, esse ich es. Denn ich hab auch meine Portion verkleinert, damit ich die Reste noch essen kann und nichts weggeschmissen werden muss. Klar hätte ich mir das nach einer normal großen Portion auch noch „reinstopfen“ können, aber das ist ja auch nicht Sinn der Sache.

Kleine Veränderungen sind besser als keine

Es gibt also immer irgendwo kleine Tricks und Kniffe etwas besser zu machen, nicht nur am Welternährungstag. Auch wenn wir oft denken, wir können nicht viel tun, jeder für sich kann mehr tun als er denkt. Denn es fängt immer im Kleinen an! Wenn du einkaufst! Auf deinem Teller! In deinem Kopf!

Was bringt mir Yoga?

Morgens, mittags oder abends, Yoga kann ich eigentlich immer machen. Manchmal sogar morgens, mittags und abends. Das kommt zwar selten vor, aber es kommt vor.
Worüber ich sehr froh bin, ist, dass es mir tatsächlich gelingt täglich zu praktizieren. Das macht meinen Tag immer noch ein kleines bisschen besser. Denn Yoga ist für mich nicht nur etwas Gutes, dass ich meinem Körper tue, sondern auch gut für meinen Geist. Aber was bringt mir Yoga noch?

Was bringt mir Yoga?

Yoga ist ein Allrounder

Yoga bringt mir immer genau das, was ich gerade brauche. Es zeigt mir, insbesondere wenn ich morgens praktiziere, sehr gut in welcher Verfassung ich mich heute befinde. Das weist mir immer so ein bisschen die Richtung: Ist die Praxis gut gelaufen, bin ich sehr motiviert und ausgeglichen und kann kraftvoll in den Tag starten. Ist es nicht so gut gelaufen, weiß ich, dass ich es heute auch in anderen Bereichen besser ruhiger angehen lassen sollte. Die Laune vermiest mir das nicht, schließlich zeigen mir Körper und Geist auf diese Art, was ihnen heute gut tut.

Yoga ist für mich keine Sportart, kein Fitnesstrend, kein spiritueller Humbug, sondern eine Art Lebenshilfe, sowohl körperlich als auch geistig. Ich kann auf Yoga zurück greifen, wenn ich verspannt bin, wenn ich Schmerzen habe, wenn es gerade stressig ist oder ich mich unausgeglichen fühle. Denn meistens komme ich dann wieder ins Gleichgewicht.

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Im Gleichgewicht

Yoga sorgt für Balance

Besonders mag ich im Yoga diesen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung. So fühle ich mich zugleich kraftvoll und erholt. Ich weiß, dass ich mich entspannter fühlen kann, wenn ich etwas Anstrengendes dafür getan habe. Beim Yoga den Fokus auf den Atem zu richten, erinnert mich immer wieder an das, was wirklich wichtig ist. Denn so wie es wichtig ist in den schwierigeren Asanas zu atmen, ist es im Leben wichtig sich immer wieder auf das Wesentliche zu fokussieren.

Achtsamkeit ist im Yoga unerlässlich und hat mich gelehrt, besser auf meinen Körper zu hören. So weiß ich auch welche Praxis gerade heute für mich die richtige ist. So setze ich an manchen Tagen eher auf entspannende Haltungen, an anderen wiederum auf kraftvolle Vinyasa Flows. Dadurch, dass ich Yoga mache, habe ich gelernt mir mehr zuzugestehen: mehr Pausen, mehr Ruhe, mehr Schonung, aber auch mehr Auspowern, mehr Erreichen-Wollen und mehr Flexibilität, und das sowohl auf körperlicher wie auch auf geistiger Ebene.

Yoga gibt mir Kraft

Gerade auf Instagram gibt es unfassbar viele tolle Fotos der atemberaubendsten Asanas. Genauso atemberaubend auszusehen, sollte aber nicht der einzige Ansporn und das (sofortige) Ziel sein, denn dahin zukommen ist ein langer Prozess. Aber gerade dieser Prozess ist es für mich eben auch, der Yoga ausmacht. Du wächst mit deinen Aufgaben. Genauso lernst du aber auch deine Grenzen zu akzeptieren. Das führt bei mir zu mehr Gelassenheit, Dinge auch einfach mal hinzunehmen.

Immer wieder scheitere ich an der Krähe. Ich kann sie, aber eben nicht immer und das akzeptiere ich. Auch von einem (perfekten) Handstand bin ich noch meilenweit entfernt.

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Den Handstand übe ich noch

Wie ich zum Yoga kam

Ich praktiziere mittlerweile seit rund zwölf Jahren. Angefangen habe ich in einem Verein, einmal die Woche. Dahin hatte mich eine Freundin mitgenommen und mir hat’s gefallen, also bin ich dabei geblieben.
Über die Jahre und aufgrund wechselnder Wohnorte habe ich verschiedene Yogalehrer kennengelernt. Manche Anleitungen gefielen mir besser, manche schlechter. Lehrer und Lehrmethoden sollten einem schon zusagen, sonst macht das in der Gruppe wenig Spaß.

Parallel dazu habe ich immer schon zuhause praktiziert. Momentan ausschließlich, da ich noch nicht wieder den passenden Kurs für mich gefunden habe, was mit Kind aber eher eine zeitliche Frage ist. Zuhause mache ich Yoga nach Anleitung von Mady Morrison. Ich mag ihre ruhige Art und ihre unterschiedlich gestalteten Videos auf YouTube, da ist für jede Tagesform das Richtige dabei. Egal ob ich heute kraftvoll, entspannt, eher kurz oder eher lang praktizieren will.

Dennoch, bevor ihr euer eigenes Ding macht, ist ein Yoga-Kurs unter erfahrener Anleitung unerlässlich. Denn man kann einfach zu viel falsch machen und mit ‚falsch machen‘ meine ich in erster Linie zu viel machen. Denn manchmal ist die Motivation so groß, dass man vergisst auf seinen eigenen Körper zu hören. Aber genau darum geht es! Und nicht darum, wer die atemberaubendste Asana-Haltung hinbekommt. Deshalb mache ich auch in regelmäßigen Abständen immer wieder einen Yoga-Kurs, um neue Inspirationen und Hilfestellungen zu bekommen.

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Das geht nicht von heute auf morgen

Darf’s noch mehr sein?

Neben Yoga-Kursen und Heim-Yoga habe ich auch einen sogenannten Yoga-Ashram besucht und zwar Yoga Vidya im Teutoburger Wald. Dort habe ich eine Woche lang ganz intensiv praktiziert und Yoga nochmal von einer anderen Seite kennengelernt. Denn zu einem yogischen Lebensstil gehört mehr als nur die reinen Asana-Haltungen. Was man davon am Ende für sich mitnimmt und beibehält, ist Geschmacksache. Aber ich finde es immer wieder gut neue Impulse zu bekommen und ihnen auch eine Chance zu geben.

Bei mir war es die vegane Ernährung. Ich habe eine Zeit lang vegan gelebt, mit der Schwangerschaft kam aber die Lust auf Fleisch wieder. Aktuell versuche ich das sehr zu reduzieren. Ein bewusster Umgang mit Fleisch und tierischen Produkten ist mir sehr wichtig. Und das hat letzten Endes auch mit meinen Erfahrungen aus dem Yoga zu tun.



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Was bringt mir Yoga?

Yoga kann wirklich bereichernd sein, wenn man für sich den richtigen Weg findet. Er ist vielfältig und lehrreich. Und auf die Frage „Was bringt mir Yoga?“ kann ich antworten: Es verbindet mich noch besser mit meinem eigenen Selbst, denn ich kann ihm dank Yoga noch besser zuhören. Das mache ich jetzt auch wieder.

Namasté!

Gelassen durch die Trotzphase – Meine 5 Tipps

Wow! Dass ich bei so manchem Drama, das hier abgeht noch nicht total durchgedreht bin, grenzt an ein Wunder. Aber ich komme inzwischen ziemlich gelassen durch die Trotzphase, oder auch Autonomiephase, meines Sohnes, entspannter als ich je für möglich gehalten hätte. Ja, Kinder sind eine unfassbare Bereicherung, aber auch eine kleine, potentielle Nerven-Vernichtungs-Maschine.

Gelassen durch die Trotzphase

Wie von einem kleinen Zirkusdirektor werden regelmäßig artistische, clownische oder raubtierfütternde Fähigkeiten von mir abverlangt. Welche die gerade gewünschte ist, gilt es gekonnt und möglichst fehlerfrei zu erraten, sonst wird der Zirkusdirektor schnell mal zum Feuerspucker.

Ratgeber und Tipps wie man in solchen Momenten mit den Kindern umgehen sollte gibt es bereits genug. Deshalb ist das hier auch garantiert kein weiterer Ratgeber, wie das Kind in der Trotzphase begleitet werden sollte, sondern MEIN Weg als Mutter gelassen durch die Trotzphase zu kommen.

Gelassen durch die Trotzphase
Literatur zum Thema gibt es genug

So komme ich gelassen durch die Trotzphase

Ich hab das Gefühl, dass, seitdem ich gelassener reagiere, auch die Trotzphasen des Nachwuchses schneller überstanden sind. Wie ich es schaffe in diesen Situationen entspannt zu bleiben?

  1. In erster Linie durch aushalten – Klingt total simpel, ist es aber anfangs mal so gar nicht. Ich muss akzeptieren, dass gerade ein schleche-Laune-Gewitter droht und ich da jetzt durch muss, um es zusammen mit meinem Kind zu überstehen.
  2. Nicht selber wütend werden – Denn damit schaukelt man sich nur gegenseitig hoch und kommt viel schlechter wieder aus dieser Stimmung raus. Ruhig bleiben ist wirklich von Vorteil.
  3. Nichts erzwingen, wenn es nicht unbedingt erforderlich ist – wenn die Zähne nicht um viertel nach acht geputzt werden, weil das Badewannenspielzeug gerade interessanter ist, dann werden sie eben um viertel vor neun geputzt. Was sonst droht scheint ja wohl jedem hier klar zu sein! Natürlich ist das bei bevorstehenden Terminen nicht so toll, aber auch da gibt es Möglichkeiten. Beispielsweise, indem ich erst mal mit etwas anderem anfange, Wickeltasche packen z.B. Danach versuche ich es dann nochmal mit dem Zähne Putzen und meistens klappt’s dann auch. Wenn nicht, dann ist der nächste Punkt unausweichlich.
  4. Wenn es irgendwann reicht, liebevoll aber bestimmt Grenzen setzen – Wie und wann Eltern das machen, das muss aber jeder für sich entscheiden. Das hier ist, wie schon erwähnt kein Ratgeber für die Trotzphase, sondern nur meine Art gelassen mit Kind da durch zu kommen. Denn es liegt nun mal in meiner Hand, ob ich entspannt bin oder nicht, ob ich mich von meinem Kind zur Weißglut treiben lasse oder nicht, ob ich mich über ein bestimmtes Verhalten ärgere oder nicht. Nichts davon will mein Sohn mit Absicht hervorrufen, dafür ist er noch zu klein. Er probiert lediglich aus und testet dabei eben auch Grenzen aus, seine und meine. Diese zu überschreiten ist für ihn eine spaßige Angelegenheit, für mich ist es eine kleine Nervenprobe.
  5. Raus aus der Situation – Wenn alles gar nichts mehr hilft oder es mir wirklich schwer fällt die Trotzphase gelassen zu meistern, versuche ich der Situation kurz zu entschwinden und tief durchzuatmen. Natürlich weiß ich mein Kind in der Zeit in Sicherheit und bleibe auch nicht länger als zwei bis fünf Minuten im anderen Raum. Das reicht meistens schon. Denn in der Zeit schaffe ich es mittels des bewussten Atmens meine Emotionen zu harmonisieren und kann der ganzen Situation danach wieder viel gelassener gegenüber treten. Am Ende profitieren wir beide davon.

Klar, gibt es manchmal auch den Zeitpunkt, wo meine Nerven trotz aller Gelassenheit einfach nur noch blank liegen und all die guten Tipps nichts mehr nützen. Dann sitze auch ich einfach völlig aufgelöst da und heule. Aber all diese Anspannungen rauszulassen und zu akzeptieren, dass es jetzt nun mal so ist, hilft ungemein.

Woher hab ich meine gelassene Grundeinstellung?

Eine der wichtigsten Säulen für mehr Gelassenheit ist das Yoga, dass ich seit geraumer Zeit sehr intensiv praktiziere. Mittlerweile nämlich täglich und das in verschiedensten Formen. Eine davon ist die Meditation. Die zweite Säule. Eine unglaublich große Herausforderung zu Beginn, aber inzwischen auch eine unglaublich lohnenswerte. (Auf beides werde ich in einem der nächsten Artikel ausführlicher eingehen.) Aber auch im Alltag lässt sich Gelassenheit auf unzähligen Wegen üben und erreichen. Hier ein paar davon:

  • Bewusst warten – Menschen einfach mal den Vortritt gewähren, an der Supermarkt-Kasse, auf engen Gehwegen oder wo auch immer. Denn wie eilig können wir es schon haben, dass wir die paar Sekunden oder Minuten nicht übrig hätten? Auch im Stau oder im Wartezimmer lässt es sich wunderbar warten ohne sich darüber zu ärgern, dass man warten muss. Stattdessen versuche ich Dinge um mich herum während dieser Zeit bewusst wahrzunehmen. Das kann ziemlich entspannend sein. Oder ich nutze die Zeit einfach für etwas, wozu ich sonst selten komme, lesen zum Beispiel.
  • Einfach mal lächeln – Lachen und lächeln ist immer das beste Rezept gegen so ziemliche alle negativen Stimmungen. Deshalb macht lächeln mich auch gelassen. Seine Mitmenschen anzulächeln kann den Effekt übrigens verdoppeln.
  • Achtsamkeit – Wie schon beim Warten erwähnt, einfach mal auf das Hier und Jetzt fokussieren, nicht immer 1000 Dinge auf einmal machen, von denen man dann doch nur die Hälfte richtig schafft. Schluss mit Multitasking, das stresst nur. Mich zumindest.
  • Zeit für sich nehmen – Die berühmte Mama-Zeit: Zeit für sich zu haben, entspannt ungemein, wenn man sie auch für entspannende Dinge nutzt. Sich selbst und seinen Akku mal richtig aufzuladen schafft neue Energie für alles, was da kommen mag. Wie ich mir die Zeit nehme, könnt ihr hier nachlesen.
  • Raus in die Natur – Am besten in den Wald. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Waldspaziergänge zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit haben. Körperlich und geistig. Die Ruhe und frische Luft im Wald haben immer einen positiven Einfluss auf mein Gemüt und helfen mir dabei mich wieder zu „erden“.

All das sind nur erste Schritte, aber mir haben sie geholfen meinen Weg zu mehr Gelassenheit zu finden. Und der ist auf jeden Fall eine Suche wert.