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Mütter aus Deutschland – Buchrezension

Anzeige | Sitzen wir alle im gleichen Boot? Oder kocht jeder sein eigenes Süppchen? Mütter sind keine homogene Gruppe, wir sind so verschieden, wie es Menschen eben sind. Aber uns eint das Muttersein. Wir haben etwas gemeinsam. Das Buch „Mütter aus Deutschland“ von Tanya Neufeldt vereint Mütter. Es erzählt die Geschichten von 30 Müttern und ihrem Leben in unserer Gesellschaft. Ich habe das Buch gelesen und werde es für dich hier rezensieren. Falls es dir gefällt, kannst du mit dem Kauf übrigens noch etwas Gutes tun, aber dazu später mehr.

Das Buch „Mütter aus Deutschland“

Die Autorin Tanya Neufeldt ist durch Deutschland gereist, dabei hat sie sich von 30 Frauen 30 persönliche Geschichten erzählen lassen. Keine ist wie die andere, keine Frau, keine Geschichte. Dennoch eint diese Frauen alle eine Sache, die Liebe zu ihren Kindern und die Kraft, die sie aus dem Mamasein ziehen. Es gibt Geschichten von berufstätigen Müttern, jungen Müttern, geflüchteten Müttern, alleinerziehenden Müttern, verwitweten Müttern, Mütter von Pflegekindern und Mütter, die selbst adoptiert wurden.

Wer wurde interviewt?

Neben den „ganz normalen“ Frauen hat Autorin Tanya Neufeldt auch bekanntere Gesichter aufgesucht, so zum Beispiel die Bloggerin Katharina vom inklusiven Blog Sonea Sonnenschein Die Schauspielerin und Moderatorin Jasmin Gerat wurde ebenfalls für dieses Buch interviewt. Tanya Neufeldt macht das aber nicht explizit zum Thema. Berühmtere Mütter stehen genauso unbekannten Müttern gegenüber, denn um ihren Bekanntheitsgrad geht es in „Mütter aus Deutschland“ nicht, sondern eben lediglich darum, dass sie Mütter aus Deutschland sind.

Was es bedeutet, in Deutschland Mutter zu sein

Sie alle erzählen auf jeweils drei Seiten, was sie als Mutter umtreibt und da fallen nicht selten gesellschaftskritische Worte. Das zeigt, dass – auch wenn es uns hierzulande im Großen und Ganzen sehr gut geht – noch viel zu tun ist. Gerade für Mütter. Denn die Anforderungen an uns sind gestiegen, der Druck ist hoch. Social Media tut da sein Übriges. Jill, die den Beinamen „Die Wahrhaftige“ bekommen hat, hat zwei Jungen im Teenageralter und fasst es gut zusammen:

„Wir sollen arbeiten gehen, Hausfrauen und Ehepartnerinnen sein und Kinder großziehen, die mit 22 oder 23 auf dem Arbeitsmarkt funktionieren. Immer schneller. Immer weiter. Und ich frage mich wirklich, wie es in zehn oder fünfzehn Jahren Sein wird, wenn meine Kinder selbst Kinder bekommen.“

Elisabeth und Michaela sind sich einig, dass es nie den richtigen Zeitpunkt für Kinder gibt. Diese Ansicht teile ich. Als Leserin entdecke ich Gemeinsamkeiten, aber auch große Unterschiede, bin beeindruckt, wie die Mütter mit Situationen umgehen, aber auch schockiert über das, was sie bereits erleben mussten. 

Reni, die Mutige hat bei einem Unfall ihren Lebensgefährten und Vater ihres Kindes verloren, da war sie gerade in der 20. Schwangerschaftswoche. Valmira, die Befreite ist mit ihren Eltern damals aus dem Kosovo geflohen und muss sich jetzt als kopftuchtragende Mutter von drei Kindern, die erneut schwanger ist, ständig mit Vorurteilen auseinandersetzen. Dabei studiert sie gerade und will noch eine Ausbildung zur Hebamme machen.

Diese Geschichten berühren mich, machen mich demütig und zeigen, welche Kraft Mütter besitzen und wie sie ihr Leben dennoch zufrieden weiterleben. Es ist eben nicht immer alles „instagramable“ oder wie bei den Stars und Sternchen, sondern auch manchmal einfach ziemlich – ich kann es nicht anders bezeichnen – scheiße. 

Mütter aus Deutschland

Die Autorin

Tanya Neufeldt ist Mutter eines Sohnes, alleinerziehend und lebt in Berlin. Sie ist Schauspielerin, Autorin und Bloggerin. Auf www.luciemarshall.com bloggt sie seit 2012 über den Alltag berufstätiger Mütter. 

Unter dem selben Pseudonym schrieb sie Kolumnen für die taz.dietageszeitung und das Frauenmagazin Die Freundin. Mit „Mütter aus Deutschland“ hat Tanya Neufeldt ihr viertes Buch veröffentlicht. 

Außerdem ist sie Geschäftsführerin Influencer Agentur für Mütter Social Moms GmbH.

Mein Fazit

Mich durch die 112 Seiten zu blättern und dabei ein wenig aus dem Leben anderer Mütter zu erfahren war eine spannende und aufschlussreiche Reise. Anders als auf Instagram, Facebook und Co. wesentlich ungeschönter. Natürlich sind Social-Media-Beiträge oft nur Momentaufnahmen und winzig kleine Ausschnitte aus einem wesentliche umfangreicheren Alltag. Aber gerade diese winzig kleinen Ausschnitte gaukeln uns manchmal einen komplett anderen Alltag vor und beeinflussen uns dadurch. Einen, der wahrscheinlich nur in minimalem Ausmaß der Realität entspricht. Das beeinflusst uns und lässt uns als Mütter sicher oft genug zweifeln. Warum ist mein Leben nicht so? Warum habe ich dafür keine Zeit? Warum? Warum? Warum?

In diesem Buch zu lesen, hat mich mit Müttern konfrontiert, die ich so im Leben noch nicht kennengelernt habe. Jeder weiß ungefähr, was für eine Mutter die beste Freundin ist, die Nachbarin, die eigene Mutter oder die Mütter aus dem Kindergarten. Man kennt sein Umfeld einigermaßen. Darüber hinaus etwas über andere Mütter zu erfahren ist besonders interessant, denn mit manchen hat man auf den ersten Blick so gar keine Schnittmenge, genauer betrachtet findet man sich aber doch in fast allen wieder. 

Mütter aus Deutschland 1

Doch alle gleich?

Was mich überrascht hat, oder vielmehr eher bedrückt hat, ist die Tatsache, dass viele Frauen dieselben Erfahrungen mit dem Muttersein gemacht haben. Sie sehen, dass eine Mutter die zu Hause bei ihrem Kind bleibt, anstatt wieder arbeiten zu gehen, weniger Wertschätzung erfährt als eine Mutter, die das nicht tut. Zu früh in den Beruf zurückkehren darf sie aber natürlich auch nicht. Wie man es als Mutter macht, scheint es falsch zu sein. Dabei – und das zeigt auch das Buch – macht es wohl jede Mutter falsch. Oder verdammt richtig, in dem sie einfach ihren eigenen Weg geht. Den, der zu ihrem Leben und ihrer Geschichte passt.

Denn wie ich schon sagte, wir Mütter sind keine homogene Gruppe, sondern individuell, und das zeigt dieses Buch sehr schön und anschaulich. Ganze 30 Mal.

Gerne mehr

An manchen Stellen hätte ich gerne mehr über die Mütter und ihre Geschichte erfahren, aber der Platz ist begrenzt. Vielleicht ist das aber auch gut so. Denn auch das ist nur ein Ausschnitt. Er regt an, nicht immer nur das zu glauben, was man auf den ersten Blick sieht, sondern auch mal darüber hinaus zu blicken und im Hinterkopf zu behalten, dass ein Ausschnitt nie die ganze Wahrheit abbildet. 

Das Buch ist eine Hommage an uns Mütter, das sagt schon der Buchrücken. Brauche ich als Mama diese Huldigung? Eindeutig! In erster Linie von mir selbst. Meine Leistungen als Mutter anzuerkennen ist der erste Schritt. Denn wenn ich meine Aufgabe als wichtig betrachte, kann ich das auch in der Gesellschaft zeigen und für mich, meine Bedürfnisse und Rechte sowie für mein Kind und meine Familie einstehen.

Denn die entscheidende Frage ist am Ende doch: Wie möchte ich leben, als Mensch und als Mutter? Ein Blick in das oft sehr andere Leben der Mütter in diesem Buch zu bekommen, lässt die Antwort auf die Fragen für mich persönlich klarer werden: Selbstbestimmt und nach meinen Vorstellungen, egal, was andere sagen oder denken.

Lesen und Gutes tun

Mit dem Kauf des Buches erhältst du nicht nur einen Einblick in das vielfältige Mamadasein, sondern kannst andere Mütter auch noch unterstützen. Denn die ersten 1.000 Bücher hat Betreut.de finanziert. Ihr Erlös fließt in das von ihnen ins Leben gerufene Programm Care Forward. Es bietet geflüchteten Frauen die Möglichkeit, Berufsorientierungskurse zu besuchen und sich anschließend ausbilden zu lassen. Mehr Infos zur Kampagne findest du hier.

Vielen Dank an den kladde|buchverlag für das kostenlose Rezensionsexemplar.

Mütter aus Deutschland

kladde|buchverlag
112 Seiten
€ 24,90 D
ISBN-10: 3945431417
ISBN-13: 978-3945431412
Erscheinungsdatum: 10. Juni 2019

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