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Das bringt dir die KonMari-Methode (Aufräumen nach Marie Kondo)

Marie Kondo KonMari-Methode

Eins vorweg: Nein, ich lebe nicht in ständiger Unordnung. Von einem Messiedasein bin ich ungefähr so weit entfernt, wie Schalke 04 von der Meisterschaft. Dennoch treibt mich schon die kleinste Unordnung in den Wahnsinn und genau das ist das Problem. Ich bin ein sehr ordentlicher Mensch und ich bin Mama. Mein Kind besitzt zwar einen Ordnungssinn, nur ist der nicht zwingend kompatibel mit meinem. Aber damit habe ich mich abgefunden, was mich viel mehr auf die Palme bringt, ist, wenn ich mal wieder etwas suche, es aber nicht finden kann, weil es immer woanders liegt. Und überhaupt, wenn Sachen einfach so rumliegen. Dagegen wollte ich etwas unternehmen, und dazu habe ich mir die KonMari-Methode vorgenommen.

Ein Buch, das Leben verändert?

KonMari nennt sich die Methode, benannt nach ihrer Erfinderin, der Japanerin Marie Kondo. Es ist eine Aufräummethode von der sie in ihrem Buch Magic Cleaning* berichtet. Ich bin – zugegeben – lange um das Buch herumgeschlichen bevor ich es gelesen habe, sehr lange. Denn schon von circa fünf Jahren hatte es mir eine ehemalige Arbeitskollegin empfohlen. Schon damals fand ich den Titel und das, was sie darüber erzählte interessant, aber die Zeit war noch nicht reif für Marie und mich.

So mussten erst einige Jahre ins Land streichen, ehe ich wieder an sie zurückdachte, beziehungsweise dank Pinterest und zahlreichen Artikeln zum Thema Minimalismus, an sie erinnert wurde. Allerdings waren manche Artikel zum Thema Minimalismus so ausführlich und mein Sinn für Ordnung nach wie vor sehr ausgeprägt, dass ich beschloss, auch ohne KonMari (übrigens Marie Kondos Spitzname) klarzukommen. So zogen wieder fünf bis sechs, nein, nicht Jahre, lediglich Monate ins Land bis ich es dann doch wissen wollte, was die sympathisch wirkende Japanerin zum Thema Ordnung zu sagen hatte.

Im Bann von Marie Kondo

Ich hatte mir das Buch in der Onleihe (eine Online-Bibliothek) vorgemerkt und eines Tages war es dann verfügbar. Ja, und dann fing ich an zu lesen. Eine Seite, zwei Seiten, zehn Seiten, 50 Seiten, 150 Seiten. An einem halben Tag hatte ich das halbe Buch durch, denn ich konnte mich einfach nicht davon lösen. Es zog mich unweigerlich in seinen Bann.

Marie hatte mich gefangen. Sie hielt mir meine Aufräumfehler vor Augen, meine Vermeidungsstrategien, wenn es darum ging Erinnerungsstücke zu entsorgen, zeigte mir, dass vieles, was Ordnung verspricht, komplett unnötig ist, und dass ich meine Socken falten statt ineinander knüddeln soll. Und damit kommen wir an einen Punkt, an dem ich sage: Ja, ich habe aus dem Buch viel gelernt und mitgenommen, aber ich muss deshalb noch lange nicht alles genau so umsetzen. Bedeutet im Klartext, meine Socken knüddel ich auch heute noch. Ich hoffe, sie verzeihen es mir.

Trotzdem möchte ich dir jetzt gerne erzählen, wie ich als Mama mit Mann und Kind ausgemistet und unsere Wohnung (noch) ordentlicher gestaltet habe. Nicht, um es hier steril und klinisch rein zu haben, sondern damit wir uns wirklich wohlfühlen. Und das tun wir!

KonMari-Methode Marie Kondo
Entspannt dank KonMari

Aufräumen mit der KonMari-Methode – ein Kinderspiel?

Jein! Ich denke, es kommt sehr stark auf deine, ich nenn sie mal, Aufräumpersönlichkeit an. Schon von Kindesbeinen an bin ich ein sehr ordentlicher Mensch. Meine Mutter musste mir zum Beispiel nie sagen: „Räum dein Zimmer auf!“ Ich tat es freiwillig, ganz im Gegensatz zu meiner  – ich hoffe, sie verzeiht mir, dass ich sie jetzt als Beispiel anführe – jüngeren Schwester. Sprich: Meine Ordnungsliebe war und ist schon immer sehr stark ausgeprägt (Team Ordnung). Für jemanden, der eher den Ordnungsliebegrad meiner Schwester aufweist (Team Chaos) – für den könnten die Anleitungen in dem Buch schon eine echte Herausforderung sein. Einfach aus dem Grund, weil er wahrscheinlich auch viel mehr Dinge besitzt als ich.

Ja, auch wir haben eine Krimskrams-Schublade, allerdings ist die nicht so voll, wie sie wahrscheinlich bei jemandem ist, der sich nicht allzu sehr um das Aufräumen und Aussortieren reißt, oder sich einfach von Dingen schlecht trennen kann. Dass sich das aber vollkommen lohnt und jeder dafür ja auch seinen eigenen Weg finden kann, möchte ich dir hier ein wenig näher bringen. Ich bin von der KonMari-Methode begeistert, und das, obwohl ich glaubte, schon alle nachhaltigen Aufräumtricks zu kennen.

Ich gebe zu, mich hatte immer dieser Satz „Besitze nur, was dich glücklich macht“ abgeschreckt, denn mein Dosenöffner und der Duschvorleger machen mich eher so bedingt glücklich. Aber wehe dem der Dosenöffner wäre nicht da oder ich würde mit meinen nassen Füßen auf den Badezimmerfliesen ausrutschen, dann wäre hier aber was los. In gewisser Weise machen mich also auch diese vorrangig nützlichen Gegenstände glücklich, denn sie sorgen dafür, dass ich bequem Essen zubereiten kann und mich nicht nach jeder Dusche in Lebensgefahr begebe. Ja, etwas übertrieben, ich weiß. Aber die meisten Unfälle passieren doch nun mal im Haushalt, oder?

So geht Marie Kondo vor

Nach der KonMari-Methode gibt es eine ganz klare Vorgehensweise, was zuerst aussortiert werden sollte. Denn so soll einem das Aussortieren leichter fallen und man soll besser Entscheidungen treffen können. Denn bei einem Kleidungsstück mag es einem noch leicht fallen, auszusortieren, bei einer Rolle Geschenkband kann es da schon schwieriger werden, von einen Erinnerungsstück ganz zu schweigen. Deshalb sortiert Marie Kondo auch nicht nach Räumen, sondern nach Kategorien.

Angefangen bei Kleidung über Bücher, Schriftstücke, Kleinkram bis hin zu Erinnerungsstücken. Ich bin an die Sache nicht ganz so streng rangegangen, einfach weil ich schon ein ganz gutes Gefühl habe, wie ich aussortieren kann, was mich nicht glücklich macht. Deshalb haben wir uns beispielsweise das Kinderzimmer auch einzeln vorgenommen, mit Kleidung, Büchern und Krimskrams (Spielzeug).

Nach Kategorien sortieren statt nach Räumen

Los geht’s also mit der Kleidung. Danach sind die Bücher an der Reihe. Für mich kein großes Problem, da ich nicht allzu viele Bücher besitze. Ich lese viel, aber ich besitze sie nicht. Denn schon seit Jahren leihe ich mir Bücher, die mich interessieren in der Stadtbücherei aus oder eben online, wie Marie Kondos Magic Cleaning*.

Nach den Büchern folgen Schriftstücke. Danach der Kleinkram. Der ist schon eine ziemliche Herausforderung, denn, wie weiter oben schon erwähnt, ist es da gar nicht so leicht, auszumachen, was mich wirklich glücklich macht. Zum Schluss kommt die sicherlich schwerste Kategorie: Erinnerungsstücke. Aber auch da, ist es manchmal hilfreich und erleichternd, loszulassen.

Das ist so die grobe Einteilung. Manches überschneidet sich vielleicht, manches lässt sich nicht eindeutig zuordnen. Aber egal, was wo zugehört, am Ende geht’s ja darum, den Ballast aus seinem Leben oder besser seinem Heim zu werfen, um nur noch von Sachen umgeben zu sein, die dich glücklich machen.

Kurz zusammengefasst sieht das Ausmisten nach Kategorien dann so aus:
  • Kleidung, 
  • Bücher,
  • Schriftstücke,
  • Kleinkram und
  • Erinnerungsstücke.

Aussortiert und nun?

Das Aussortieren ist an sich gar nicht so schwer. Um das zu tun, schlägt Marie Kondo vor, jedes Teil, wirklich jedes Teil einzeln in die Hand zu nehmen und zu fragen: Macht mich dieses Teil glücklich? Genau nach diesem Prinzip wird aussortiert. Viel schwieriger ist es dann aber, sich von manchen Dingen zu verabschieden.

KonMari Methode

Bedanke dich

Die Teile, die es nicht in das Macht-mich-glücklich-Ranking geschafft haben, werden aber nicht achtlos weggeworfen. Nein, du bedankst dich bei ihnen, für das, was sie bislang für dich getan haben oder vielleicht auch nur hättentun sollen. Ich gebe zu, das zu tun, kam mir am Anfang etwas – nein, sogar sehr – merkwürdig vor. Aber ich habe es gemacht und ich habe verstanden, wozu es gut ist.

Auch wenn wir etwas nicht mehr benötigen oder vielleicht noch nicht einmal benötig haben, so hatte es doch einen Platz in unserem Zuhause und wir hatten irgendwann einmal einen Grund uns dieses Teil anzuschaffen. Indem wir es in die Hand nehmen, uns bedanken und es dann auf eine neue Reise schicken, mag sie auch auf der Mülldeponie enden, so haben wir diesem Gegenstand eine besondere Wertschätzung entgegengebracht. Dadurch, dass ich ihn achtsam betrachtet und wahrgenommen habe, habe ich auch mich selbst ein Stück achtsamer betrachtet und wahrgenommen.

Mehr als nur ein Gegenstand

Jedes Teil, so bedeutungslos es auch scheint, erzählt eine kleine Geschichte über uns. Mit diesem achtsamen und wertschätzenden Blick gehe ich jetzt auch durch unsere Wohnung und auch einkaufen, wenn wir eine Neuanschaffung planen.

Ich kaufe nicht einfach drauf los, sondern überlege mir genau, ob ich dieses Teil wirklich zu meinem oder unserem Glück brauche. Denn, wenn ich eins nicht will, dass etwas irgendwann einmal in einer Rumpelkammer landet. Die bezeichnet Marie Kondo in ihrem Buch übrigens als

„[…] ein Gefängnis, in dem große Mengen von Dingen, die nicht glücklich machen, weggeschlossen werden.“

Keine schöne Vorstellung. 

Zwei Regeln, um Ordnung zu halten

Wenn dann erst mal alles ausgemistet ist, stellt sich die Frage: Wohin damit? Und mit der Beantwortung dieser Frage soll auch die Ordnung in das Heim einziehen. Denn da gibt es für Marie Kondo zwei Regeln, die sie strikt befolgt:

  1. Einen festen Platz für die Sachen bestimmen.
  2. Die Sachen immer wieder – wirklich immer wieder – dorthin zurückbringen.

Klingt einleuchtend, oder? Und tatsächlich, es klappt besser bei uns. Hauptsächlich, weil alles einen festen Platz hat. Ja, es bleibt abends auch schon mal Spielzeug oder eine Jacke liegen. Aber in Summe ist es schon wesentlich weniger geworden. 

*

Mein Fazit zur KonMari-Methode

Es hat sich gelohnt, Magic Cleaning* zu lesen und die Methode – zumindest in Ansätzen – auszuprobieren. Alles habe ich noch nicht geschafft. Aber ich bleiben dran und ich hoffe, ich konnte sie dir hier ein kleines Stückchen näher bringen. Dafür werde ich nicht bezahlt oder bekomme jetzt ein persönliches Coaching von Marie Kondo. Nein, ich fühle mich mit der Methode einfach besser und möchte, dass es anderen Menschen auch so geht.

Die Zusammenfassung, die ich genannt oder die Beispiele, die ich gegeben habe, sind natürlich nur ein kleiner Abriss dessen, was ich aus dem Buch mitgenommen habe und ersetzen sicher nicht die Lektüre, wenn du dich wirklich für die Methode interessierst. Aber vielleicht animieren sie dich ja und zeigen, dass ein aufgeräumtes Zuhause auch mit Kind möglich ist.

Außerdem muss ich sagen, dass ich durch das Aufräumen bei uns ein paar Dinge umgestellt habe, die mir bislang ein Dorn im Auge waren, ich sie aber einfach so hingenommen habe. Das muss nicht sein, wenn es dich nicht glücklich macht. Das habe ich durch Marie Kondo gelernt. Ich will es zu Hause schön haben und das ist leichter, als man denkt. 

Das Kinderzimmer auszusortieren und endlich mal richtig Ordnung reinzubringen hat uns dreien sogar großen Spaß gemacht und wir waren stolz auf uns, hinterher so ein tolles Werk gemeinsam vollbracht zu haben. 

Ich gebe zu, dass es noch immer Dinge in unserem Haushalt gibt, die noch darauf warten, aussortiert zu werden, aber das ist okay. Man muss es ja auch beim ersten Mal nicht übertreiben. Und das zeigt schon, worauf ich hinaus will. Es ist vielleicht keine schlechte Idee so ein „Aufräumfest“, wie Marie Kondo es nennt, ruhig einmal im Jahr zu veranstalten. In der Zeit können sich Geschmäcker, Vorlieben und Nutzungsarten schließlich auch ändern. 

KonMari-Methoder Marie Kondo
Cleaner als zuvor

Alles wegwerfen? Nein, danke!

Was mir auch nicht ganz so zugesagt hat, war der Vorschlag der Autorin alles in Müllsäcke zu packen und wegzuschmeißen. Bei manchen Dingen versuche ich lieber, sie weiterzuverkaufen oder zu spenden. Ich weiß nicht mehr genau, ob diese Möglichkeit bei KonMari genannt wurde, jedenfalls mach ich es so. Das bedeutet zwar, dass manche Teile gehortet werden, bis sich ein neuer Besitzer findet. Sollte das in einem gewissen Zeitraum, den ich mir selbst vorgebe nicht erfolgen, kann ich mich immer noch um die endgültige Entsorgung kümmern. Aber diesen Weg zu gehen ist mir doch lieber als alles gleich zu verbannen.

Dennoch verstehe ich den Sinn dahinter: Denn wenn wir etwas verkaufen wollen, bleibt es bei uns und wird vielleicht sogar wieder hervorgeholt. Ist mir alles schon passiert. Aber auch damit kann ich leben.

Das war sie also, die KonMari-Methode und sie hat schon Zeit gekostet. Denn was man in einem ganzen Leben so ansammelt, selbst als Dreijähriger, ist nicht wenig. Genauso braucht es Zeit und Muße, alles auszusortieren, einen festen Platz für die Dinge zu finden, die bleiben dürfen und sich selbst zu disziplinieren alles immer (oder zumindest meistens) direkt dorthin zurückzubringen.

Zu guter Letzt möchte ich nicht vergessen zu bemerken, dass sich die Wohnung, wenn sie immer, oder zumindest so gut wie immer, aufgeräumt ist, viel schneller und leichter putzen lässt. Denn es steht wesentlich weniger Zeug rum, dass vorher weggeräumt werden muss. 

Braucht es wirklich einen Ratgeber für’s Aufräumen?

Nein, wenn du zufrieden bist, nicht. Ja, wenn du etwas ändern möchtest. Auch ich dachte, dass ich keinen brauchte, aber ich war nicht zufrieden. Also musste er doch her und ich habe viel gelernt. Denn fast alle, mir bisher bekannten, Aufräumtipps waren mit der Lektüre hinfällig und das aus sehr plausiblen Gründen. Trotzdem sind einige meiner Minimalismustipps durchaus sinnvoll und sogar – ohne es zu wissen – im Sinne von Marie Kondo. Wenn du mehr wissen willst, empfehle ich dir, auf jeden Fall mal in das Buch reinzuschauen. Ich bin froh, es nach gut fünf Jahren, endlich getan zu haben. 

Interessiert dich die KonMari-Methode oder hast du sie sogar schon selbst ausprobiert? Dann lass mir doch gerne deine Fragen oder Erfahrungen hier.

 

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