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Plastikfrei im Badezimmer: Umstellung auf Zero Waste

Plastikfreies Bad

Aufstehen, frühstücken, ab ins Bad und fertigmachen. Erst mich, dann den Nachwuchs. Der Kindergarten wartet und die Arbeit auch. Jeden Morgen haben wir dieselben Routinen. Meistens jedenfalls. Mein persönlicher Lieblingspart ist ja der im Badezimmer, wenn ich mich ein bisschen aufhübschen kann. Was mich zuletzt aber immer mehr gestört hat, war die Tatsache, dass im Bad immer weniger Platz war und immer mehr Müll entstanden ist. Eine Shampooflasche hier, drei Duschgels da. Nicht zu vergessen, die Wattepads, die nach dem Abschminken jeden Abend in den Müll gewandert sind. Damit ist jetzt Schluss. Schluss mit Verpackungsmüll und Schluss mit Pflegeprodukten, die Mikroplastik, Aluminium oder sonstige unschöne Inhaltstoffe enthalten. Im Artikel erfährst Du, wie ich versuche, das Projekt „Plastikfrei im Badezimmer“ umzusetzen.

Tipps für ein plastikfreies Bad

Grundsätzlich bin ich dafür, besser kleine Schritte als keine Schritte zu machen. Deshalb halte ich auch nichts davon, alles radikal auf einmal umzustellen. Alles, was ich jetzt umgestellt habe, ist nach und nach passiert. Ein plastikfreies Badezimmer hatte ich nicht von heute auf morgen. Aber doch schneller und unkomplizierter als ich dachte.

Auch wenn ich mich ein wenig dagegen gesträubt habe, so habe ich doch erst mal alle Verpackungsinhalte aufgebraucht. Denn Dinge, die sich noch gut verwenden lassen, einfach wegzuschmeißen, bringt nichts und ist auch nicht besonders sparsam. Stattdessen habe ich beschlossen, sie nicht mehr nachzukaufen und mir plastikfreie Alternativen zuzulegen oder herzustellen. Um sie Dir vorzustellen, wandere ich mal von oben nach unten, sprich ich fange beim Kopf an.

Pflege, ja – Müll, nein

Denn ein Badezimmer ohne Plastik ist möglich und lässt sich an vielen Stellen sogar wesentlich leichter umsetzen als ich dachte.

Haare

Haare waschen, immer schon ein recht leidiges Thema bei mir, da ich sehr empfindliche und zu Juckreiz neigender Kopfhaut habe. Seitdem ich weiß, was für Inhaltsstoffe ich mir damals so alles auf den Kopf geschmiert habe, wundert mich das nicht mehr. Silikone, Parabene und wie sie alle heißen, habe ich zwar schon lange verbannt, aber ganz zufrieden war ich dennoch nicht. So bin ich eines Tages auf die No-Poo-Methode aufmerksam geworden, also Haare waschen ohne Shampoo.

Alternativ habe ich 1 EL Natron mit 500 ml Wasser gemischt und mir damit die Haare gewaschen, eine saure Rinse aus 500 ml Wasser und 1 EL Apfelessig hinterher und fertig. Da mir das Mischen aber irgendwann zu aufwendig wurde, habe ich eine Zeit lang meine Haare nur mit Wasser gewaschen. Mit dem Ergebnis, dass sie immer leicht strähnig wirkten. Falls Du das Problem kennst, kann ich Dir sagen, dass es sehr wahrscheinlich mit dem verwendeten Leitungswasser zusammenhängt, denn je nachdem, an welchem Ort ich bin, kann das ganz wunderbar funktionieren, nur leider nicht zu Hause. Also musste eine Alternative her und da bin ich bei der Haarseife* gelandet. Unverpackt, biologisch und vegan. Bis jetzt für mich die beste Alternative.

Pflege und Make-up

Weiter geht’s mit dem Gesicht. Meine persönliche Schwachstelle. Was die Reinigung angeht, ist noch alles gut. Da verwende ich entweder eine Gesichtsseife oder Mandelöl* bei etwas hartnäckigerem Make-up. Im Anschluss eine Creme aus der Naturkosmetik. Der Plan, sobald diese aufgebraucht ist, eine selbst gemachte Creme auszuprobieren ist allerdings schon gefasst.

Schwieriger ist das Projekt „Plastikfrei im Badezimmer“ in Bezug auf dekorative Kosmetik. Denn die ist leider nicht verpackungsfrei. Auf sie verzichten möchte ich aber auch nicht. Trotzdem achte ich, bei allem, was ich nachkaufe auf Naturkosmetik oder mache das, was möglich ist, selbst. So habe ich mir einen schönen losen Puder gezaubert, der vollkommen ausreicht, um glänzende Stellen und kleine Hautunreinheiten zu kaschieren. Für das Rezept, klicke einfach auf das Bild. Auf meinem Instagramkanal bekommst Du außerdem weitere tägliche Inspirationen, wie ich mein Leben umstelle auf einen plastikfreien und nachhaltigen Lifestyle.

Plastikfrei im Badezimmer

Was drauf ist, will auch wieder runter. Dazu verwende ich, wie schon erwähnt, Gesichtsseife oder Mandelöl. Allerdings geht das meist nicht ganz ohne Hilfsmittel und da kommen die waschbaren Abschminkpads* ins Spiel. Entweder verwendest Du selbst genähte oder eine, wie ich finde, sehr originelle Lösung: wiederverwendbare Stilleinlagen. Die sind mir letztens beim Ausmisten meines Kleiderschrankes in die Hände gefallen, und da ich momentan nichts anderes mit ihnen anzufangen weiß, habe ich sie kurzerhand in Abschminkpads umfunktioniert.

Plastikfrei im Badezimmer

Zähne putzen

Ebenfalls auf meiner Do-it-yourself-Liste für ein plastikfreies Leben steht die selbst gemachte Zahnpasta. Denn was passt besser zu meiner neu erworbenen Bambuszahnbürste* als diese? Besonders freut es mich übrigens, dass der Nachwuchs unbedingt auch so eine Zahnbürste aus Bambus haben will wie ich. Ihm ein Vorbild sein zu können und ihn schon in jungen Jahren für nachhaltige Alternativen zu begeistern finde ich toll, auch wenn er von der Thematik noch nichts versteht. Aber so wächst er wenigstens hinein.

Plastikfrei im Badezimmer

Körperpflege

Die Haar- und Gesichtspflege ist abgeschlossen. Es folgt die Körperpflege und da ist der erste und sinnvollste Schritt von Duschgel auf Körperseife* umzusteigen. Bei der tollen Vielfalt an Seifen macht das richtig Spaß. Aufbewahrt in einem schönen Schälchen oder Sisalsäckchen* für unterwegs zum Duschen nach dem Sport, perfekt.

Plastikfrei im Badezimmer

Seit jeher bin ich übrigens jemand, der sehr ungern Bodylotion benutzt, wenn überhaupt, gelegentlich ein Körperöl. Grundsätzlich finde ich es sinnvoll, bei Dingen, die man nicht selbst herstellen will, auf Pflege- und Kosmetikprodukte im Glas zurückzugreifen, das ist bei Badezusätzen, Körperölen und Deos oft kein Problem.

Wobei bei Letzteres so fix selbst gemacht ist, dass sich das Kaufen gar nicht lohnt. Darüber hinaus ist es frei von Aluminiumsalzen und absolut wirkungsvoll. Den Härtetest, eine Stunde Badminton spielen, hat mein selbst gemachtes Cremedeo locker überstanden. Das Rezept bekommst Du mit Klick auf das Bild. 

Plastikfrei im Badezimmer

Toilette

Last, but not least möchte ich Dir nicht vorenthalten, wie ich auch auf der Toilette Müll einsparen kann. Definitiv nicht beim Toilettenpapier, aber dort wähle ich zumindest Recyclingpapier mit dem Blauer-Engel-Siegel. Worauf ich inzwischen vollkommen verzichte, ist, feuchtes Toilettenpapier. Damit tut man weder sich noch der Umwelt etwas Gutes, wie Du hier nachlesen kannst.   

Alternativ habe ich ein Fläschchen Mandelöl neben der Toilette stehen und tröpfel es auf mein Klopapier, um mich damit zu reinigen. Schon damals, als der Nachwuchs noch ein Baby war, haben wir ihn oft nur mit Wasser, Öl und Papiertüchern sauber gemacht, weil es nicht nur reinigt, sondern die Haut gleichzeitig pflegt.

Plastikfrei im Badezimmer – die nächsten Schritte

Neben all diesen Beispielen gibt es aber definitiv hier und da noch einige Baustellen. Zumindest sind die ersten Schritte gemacht. Noch habe ich beispielsweise keinen viel gepriesenen Rasierhobel, dafür zumindest einen Rasierer, bei dem die Klingen gewechselt werden und keinen Einwegrasierer. Außerdem nutze ich einen Epilierer für die Beine, der zwar keinen Strom spart, aber auch keinen Müll produziert.

Ich bin niemand, der in dieser „Ganz-oder-gar-nicht“-Mentalität denkt, denn das führt in meinen Augen viel zu oft dazu, sich selbst zu sehr unter Druck zu setzen und viel schneller zu resignieren, wenn eben nicht alles klappt. So sind die Babyschritte schon toll, weil ich selbst in die Sache hineinwachsen kann. Außerdem ist es nicht mein Anspruch perfekt sein zu wollen, sondern vielmehr zu zeigen, was möglich ist, und dass jeder diesen Weg gehen kann. Und dass selbst die, die diesen Weg gehen, noch ihre Schwachstellen haben.

Ja, ich will in diesem Bereich das Bewusstsein anderer Menschen für einen plastikfreien und nachhaltigen Konsum schärfen, aber nicht mit der Brechstange, sondern indem ich als gutes, aber keinesfalls perfektes Vorbild vorangehe. Denn das schreckt doch nur ab. Eine Inspiration zu sein, motiviert doch viel mehr.

Welchen Schritt möchtest Du als nächstes umsetzen?

 

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