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Kindersitz oder Reboarder?

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Anzeige | Schlechtes Wetter ist mit Kind ja gerne mal eine echte Herausforderung, nicht nur, was die eingeschränkten Freizeitaktivitäten angeht, sondern auch was das Autofahren betrifft. Denn wenn der Nachwuchs bei Matschwetter mit seinen dreckigen Schuhen auf den Kindersitz oder in den Reboarder steigt, gleicht das Auto danach exakt dem schlammigen Waldboden, den er kurz zuvor betreten hat. Kommt Dir das bekannt vor? Mittlerweile haben wir das Auto entweder mit Decken ausgelegt oder ziehen einfach die Schuhe aus. Egal welche Variante gerade notwendig ist, unabhängig davon bin ich sehr froh, dass es heutzutage so tolle Kindersitze gibt, mit denen die Kleinen im Auto sicher unterwegs sind. Und zum Glück ist die Auswahl riesig. Einzige Frage, die sich uns vor dem Kauf gestellt hat: Kindersitz oder Reboarder?

Kindersitz oder Reboarder

Was kaufen wir?

Zugegeben, das wir uns diese Frage gestellt haben, ist schon eine Weile her. Schließlich ist der Nachwuchs mit seinen inzwischen drei Jahren schon lange aus dem Babyschalen-Alter raus. Aber mittlerweile kann ich von meinen Erfahrungen mit Kindersitz UND Reboarder berichten. Denn wir haben beides, einen Kindersitz mit Fangkörper und einen Reboarder. Ja, ich weiß, ein Reboarder ist auch ein Kindersitz. Der Einfachheit halber nenne ich aber die vorwärts gerichtete Variante Kindersitz.

Als die große Entscheidung anstand, wie es nach der Babyschale weitergeht, war für mich ziemlich schnell klar, dass nur ein Reboarder in Frage kommt. Warum? Darum:

Ein Plädoyer für den Reboarder

Kinder sind in einem Reboarder besser vor Verletzungen in der empfindlichen Halswirbelsäule geschützt, sollte es zu einem Frontalunfall kommen. Denn dieser Bereich kann in so jungen Jahren dem Druck bei einem Aufprall in Fahrtrichtung noch nicht standhalten, was undenkbar schlimme Folgen haben kann, von der Querschnittslähmung bis hin sogar zum Tod. Im Alter von etwa vier Jahren weist die Halswirbelsäule, laut Experten, genügend Stabilität auf, sodass die Kinder von da an auch vorwärts fahren können.

Ein gern genommenes Argument von Reboarder-Zweiflern ist: dass rückwärts fahren ja genauso gefährlich sei wie vorwärts fahren. Aber da gibt es einen entscheidenden Unterschied: Auffahrunfälle passieren hauptsächlich bei eher niedrigeren Geschwindigkeiten im Stadtverkehr, da ist der Druck auf die Halswirbelsäule, laut Experten, nicht so groß. Frontalunfälle geschehen häufiger auf Landstraßen und Autobahnen, wo die Geschwindigkeiten wesentlich höher sind. Dementsprechend ist es auch der Druck auf die Halswirbelsäule, was eben schwerwiegende Folgen haben kann. Rückwärts gerichtet zu fahren ist also sicherer, als vorwärts gerichtet zu fahren.  

Also stand die Entscheidung für uns fest: ein Reboarder muss her.

Gekauft und gut? Nein, nicht ganz.

Warum noch einen Kindersitz?

Mit Beginn der Kindergartenzeit war klar, dass es nicht schlecht wäre, den Nachwuchs jederzeit mit zwei Autos transportieren zu  können, ohne ständig den Sitz hin und her wechseln zu müssen. Denn das ist schon ziemlich nervig.

Besonders dann, wenn der Papa am Morgen versehentlich mit dem Kindersitz zur Arbeit fährt und nicht der Hauch einer Chance besteht, den Sitz mal eben schnell vorbeizubringen. Alles schon passiert. 

Also war klar, dass ein zweiter Sitz her muss. Aber muss es noch ein Reboarder sein? Immerhin lassen die sich nur bis zum 4. Lebensjahr nutzen. Im Gegensatz zum vorwärts gerichteten Kindersitz, da ist die Nutzungsdauer je nach Modell deutlich länger.

Also haben wir uns als Zweitsitz für einen Kindersitz mit Fangkörper entschieden, den wir bis zum 12. Lebensjahr nutzen können. 

Kindersitz oder Reboarder
Hier geht’s auch ohne Kindersitz.

Worin unterscheiden sich die beiden Sitze im Alltag?

In erster Linie in den offensichtlichen Punkten wie zum Beispiel dem Sichtfeld des Kindes. Gerade beim Reboarder wird häufig angeführt, dass das Kind hinten raus ja nichts sehen kann. Stimmt aber nicht. Der Nachwuchs kann zwar nicht sehen, was vor ihm ist, dafür hat er aber einen wunderbaren Ausblick aus der Heckscheibe und dem Seitenfenster.

Anders als oftmals erwartet, ist die Beinfreiheit des Kindes auch beim Reboarder gegeben. Denn die Beine sind in dem Alter erstens noch nicht so lang und zweitens sind sie viel weniger angewinkelt und eingeschränkt in der Bewegungsfreiheit, als man meint.

Durch den Fangkörper beim Kindersitz wirkt die Armfreiheit zwar etwas eingeschränkt, aber bisher gab es bei beiden Kindersitzen noch keine Beschwerden vonseiten des Nachwuchses.

Was das Schlafen im Kindersitz angeht, ist es wirklich so, dass ich beide Sitze nicht optimal finde. Und dass das Kind über längere Fahrten einschläft, lässt sich nun mal nicht vermeiden. Oft war es so, dass dem Nachwuchs beim Fahren der Kopf nach vorne gefallen ist, was bei beiden Sitzen sehr unbequem aussieht und in puncto Sicherheit so bestimmt nicht gedacht war. Aber dafür gibt es zum Glück Hilfsmittel, um das – zumindest beim Reboarder – zu vermeiden. Mit einem Schlafkissen kann das nach vorne Fallen des Kopfes verhindert werden. Beim vorwärts gerichteten Sitz kommt es ohnehin sehr selten vor, dass der Nachwuchs einschläft. Schließlich nutzen wir diesen hauptsächlich für kürzere Fahrten. 

Zum Thema Übelkeit beim Fahren, besonders im Reboarder, haben wir (noch) keine negativen Erfahrungen gemacht. Wer sich im Internet ein bisschen umschaut, stößt häufig auf die Antwort, dass rückwärts gerichtetes Fahren nicht ausschlaggebend für Übelkeit sein soll und viel mehr andere Faktoren eine Rolle spielen.

Die Handhabung der Sitze ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich und kommt auch darauf an, ob Du im Auto ein Isofix-Befestigungssystem hast oder nicht. Aber grundsätzlich bin ich, was den Punkt betrifft, der Meinung, dass reine Bequemlichkeit keinesfalls vor Sicherheit gehen sollte. Praktikabel darf der Sitz natürlich dennoch sein. Aber das lässt sich im Geschäft ja wunderbar ausprobieren.

Also: Kindersitz oder Reboarder?

Wer zum Thema Kindersitz oder Reboarder noch mehr Entscheidungshilfen braucht, ist bei baby-walz gut aufgehoben. Dort gibt es einen Autositzeberater, mit dessen Hilfe, Du Dir den passenden Sitz für Dein Kind aussuchen kannst.

Wir haben uns für eine Kombination aus Reboarder und Kindersitz mit Fangkörper entschieden. So ist jedes Auto mit einem Sitz ausgestattet, angepasst an die jeweiligen Bedürfnisse und Fahrstrecken.  Außerdem ist es eine Investition, die den Geldbeutel nicht komplett sprengt. Denn Reboarder sind oftmals teurer als die meisten vorwärts gerichteten Kindersitze. 

Bei längeren Fahrten sowie Fahrten auf Landstraßen und Autobahnen wird ausschließlich der Reboarder genutzt. Lediglich im Stadtverkehr fährt der Nachwuchs im Kindersitz mit Fangkörper. Ein guter Kompromiss.

Für welche Variante hast Du Dich entschieden?

Kindersitz oder Reboarder
Am liebsten selbst fahren.

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