Vom Yin-Yoga-Anfänger zur tiefenentspannten Mama

Hier könnt ihr euch den Artikel anhören:

Anzeige | Text enthält Affiliate-Links | Vor einiger Zeit bin ich das erste Mal auf Yin Yoga gestoßen, eigentlich verwunderlich, wo ich doch schon seit über zehn Jahren regelmäßig Yoga mache. Allerdings bislang nur das Yang Yoga. Dass ich diese neue Form des Yoga für mich entdeckt habe, wurde aber höchste Zeit, denn sie ist unglaublich wohltuend, sowohl für den Körper als auch für den Geist. Ein absoluter Gewinn, den ich nicht mehr missen möchte. Allerdings war das, als Yin-Yoga-Anfänger, noch nicht abzusehen. Warum, erzähle ich euch jetzt.

Disclaimer: Ich bin weder ausgebildete Yogalehrerin, noch kenne ich euren Gesundheitszustand und kann beurteilen, ob diese Art des Yoga für euch geeignet ist. Da ich persönlich davon aber sehr profitiere und ich diese Begeisterung gerne teilen möchte, gebe ich euch in diesem Artikel einen kleinen Einblick in mein Wissen und meine Yin-Yoga-Praxis. Wenn ihr es praktizieren wollt, euch aber nicht sicher seid, ob es für euch geeignet ist, holt euch bitte fachmännischen Rat ein, damit auch ihr die positiven Aspekte zu spüren bekommt und keinesfalls irgendwelche Nachteile dadurch entstehen.  

Vom Yin-Yoga-Anfänger zur tiefenentspannten Mama

Was ist Yin Yoga?

Yin Yoga ist quasi der Gegenpol zum vielfach verbreiteten Yang Yoga. Eine ruhigere, weniger dynamische, dafür sehr achtsame und gelassene Art des Yoga.

Auch wenn die Art des Yoga eher passiv ist, fühle ich mich danach unglaublich energiegeladen. Denn genau das fördert Yin Yoga, den Energiefluss im Körper. Durch Kompression und Loslassen harmonisiert es die Energie in unserem Körper und lässt sie wieder besser fließen. Durch die passiven, entspannten und ruhigen Haltungen wird der Energiefluss in den entsprechenden Bereichen des Körpers zunächst gestaut, um dann nach dem Auflösen der Asana wieder intensiver fließen zu können. Ein bisschen könnte man das mit einem dieser Honig-Spender vergleichen: Der Honig ist drin, aber ohne ein bisschen Druck, kommt nichts raus aus der Flasche und er kann auch nicht fließen.  Mit dem notwendigen erzeugten Druck, läuft es dann aber. Damit bietet Yin Yoga einen guten Gegenpol zu den schnelleren, aktiven Yang-Bereichen unseres Lebens.

Wie sieht die Praxis aus?

Anders als beim dynamischen Vinyasa oder Hatha Yoga werden die Asanas beim Yin Yoga deutlich länger gehalten und sind so um einiges intensiver. Von drei bis zu – sage und schreibe – 15 Minuten kann man in einer bestimmten Haltung verweilen. Allerdings solltest Du als Yin-Yoga-Anfänger erst mal mit der kürzeren Dauer beginnen.

Aktuell verweile ich bis zu vier Minuten in den einzelnen Stellungen und das fühlt sich momentan auch genau richtig an. Denn darum geht es im Yoga. Immer! Es sollte sich richtig anfühlen. Gerade im Yin Yoga ein besonders wichtiger Aspekt, denn da kann es schon mal etwas unangenehmer werden.

Yin Yoga Anfänger 2
Der Schwan

Unangenehm?

Klingt nicht gut? Ist es aber! Denn manchmal sind die Dinge, die uns unbequem erscheinen, die hilfreichen.  Da man beim Yin Yoga ungewohnt lange in einer Stellung verweilt, kann das schon mal ganz schön unangenehm werden, sowohl körperlich als auch geistig. Denn diese Bewegungslosigkeit auszuhalten ist anfangs eine große Herausforderung.

Das durfte ich während meiner ersten Yin-Yoga-Session auch feststellen. Ich gebe zu, dass ich kurz davor war, aufzuhören. Denn ganz ehrlich, hat mich diese Passivität und dann auch noch die leicht unangenehme Haltung etwas aggressiv gemacht. Ihr glaubt nicht, wie froh ich bin, dass ich nicht aufgehört habe und es nach dem ersten Versuch noch ein weiteres Mal ausprobiert habe.

Denn gerade solche Momente auszuhalten und gelassen zu bleiben, hat einen sehr positiven Effekt bei mir erzielt. Dieser spiegelt sich nämlich seitdem vermehrt in meinem Alltag wieder: Ich muss mich in vielen Situationen nicht mehr zwingen gelassen zu bleiben, ich bin es einfach.

Was bringt Yin Yoga Körper und Geist?

Statt dem Unbehagen ein Ende zu setzen, habe ich es ausgehalten und je mehr ich gemerkt habe, dass das geht, desto mehr und besser konnte ich mich fallen lassen. An dieser Stelle habe ich einmal mehr meditative Gelassenheit gelernt, nämlich meine Reaktion auf eine bestimmte Sache anzupassen: Ich kann die Stellung nicht ändern, aber ich kann meine Einstellung ihr gegenüber ändern. Statt zu denken „Wie lange muss ich denn noch?“, habe ich mir bewusst gemacht, dass ich mir, meinem Körper und meinem Geist etwas Gutes tue. Jede Minute, die ich länger in der Haltung verweilt habe, schenkte mir neue Energie.

Yin Yoga Anfänger 1
Die Sphinx

Der Körper – mehr als nur Muskeln

Was es mit dem Geist macht, mit meinem zumindest, wisst ihr jetzt. Auf den Körper hat es, gerade als Yin-Yoga-Anfänger ziemlich deutliche Auswirkungen. Zumindest habe ich das für mich festgestellt. Denn, obwohl ich mich für sehr beweglich gehalten habe, und auch weiß, dass ich es bin, sind mir doch einige „Schwachstellen“ aufgefallen.

Ganz besonders intensiv wirkt Yin Yoga auf die Faszien, aber auch auf Bänder und Sehnen. Während im Yang Yoga eher die Muskeln gefordert werden, sind es im Yin Yoga vor allem das Bindegewebe und die Gelenke. Da sie weniger durchblutet und härter sind, brauchen sie eine langsamere, längere und intensivere Dehnung, um entsprechend aktiviert zu werden.

Ich habe gemerkt, dass sich mein Körper seit der regelmäßigen Praxis beweglicher, gelöster und irgendwie durchfluteter anfühlt.

Durch die positiven Auswirkungen auf Körper und Geist, soll Yin Yoga außerdem das Immunsystem und die Psyche stärken.

Als Yin-Yoga-Anfänger nicht übertreiben!

Natürlich ist nicht jede Haltung im Yin Yoga jedem möglich, aber darum geht es auch nicht. Wobei gerade Yin-Yoga-Anfänger nichts überstürzen sollten. Zwar darf – und sollte es sich zum Teil auch – im Yin Yoga ruhig unangenehm anfühlen, aber schmerzen sollte eine Asana nie. Jeder hat seine körperlichen Grenzen und die gilt es zu akzeptieren. Es ist kein Wettbewerb und es kommt nicht darauf an, wer möglichst weit in eine Stellung hinein kommt. Das sollte im Yoga grundsätzlich nie der Fall sein. Sich davon frei zu machen und einfach fallen zu lassen, ist eine wichtige Lehre aus der Yin-Yoga-Praxis.

Vom Yin-Yoga-Anfänger zur tiefenentspannten Mama
Einen Kurs zu besuchen, schadet nie!

Als Yin-Yoga-Anfänger loslegen

Wer jetzt gleich loslegen will, der braucht dazu keine großartigen Hilfsmittel, sondern in erster Linie einfach nur bequeme Kleidung und seine Yogamatte. Es gibt zwar eine ganze Reihe an Hilfsmitteln wie Yogaklötze, Bolster, Kissen oder Decken. Aber ob diese wirklich notwendig sind, lässt sich in den ersten Praxiseinheiten am besten herausfinden. Mir reicht meistens ein Yoga-Klotz zur Unterstützung, vielleicht noch eine Decke oder ein Kissen. Aber selbst, wenn ich beides nicht zur Hand habe, kann ich problemlos praktizieren.

Hilfreich ist es natürlich schon mit Yoga Bekanntschaft gemacht zu haben, am besten in einem Yoga-Kurs unter Anleitung. Weiter unten habe ich euch aber auch noch weitere Infos zum Thema verlinkt, falls ihr – so wie ich übrigens auch – auf eigene Faust mit Yin Yoga loslegen wollt. Allerdings kann ich auch hier einen Kurs empfehlen. Ich selbst habe schon unter Anleitung Yin Yoga praktiziert und muss sagen, dass das auch nochmal eine ganz andere Qualität hat.

Wie oft sollte ich üben?

Das ist natürlich Geschmackssache, aber es ist besser regelmäßig kleinere Einheiten von 15 Minuten zu absolvieren, als unregelmäßig eine große von 60 Minuten. Ich schaue immer, wie es passt und mache meistens Einheiten von 20 bis 30 Minuten, nicht jeden Tag, aber mindestens drei mal in der Woche.

Kein anderes Yoga mehr?

Tatsächlich bringt mir Yin Yoga ähnlich viel wie Meditation, mit dem weiteren Aspekt, dass ich nicht nur meinen Geist beruhige, sondern auch meinem Körper etwas Gutes tue. Es ist wesentlich ruhiger als Yang Yoga, aber nicht so ruhig wie Meditation. Dieser Mittelweg scheint für mich der perfekte zu sein.

Dennoch meditiere ich in – zugegeben – unregelmäßigen Abständen weiterhin und auch andere Yoga-Stile praktiziere ich weiterhin. Aber Yin Yoga ist derzeit mein absoluter Favorit. Einfach, weil ich das Gefühl habe, dass ich genau das gerade brauche. An manchen Tagen darf es aber auch gerne mal die dynamische Vinyasa-Yoga-Einheit sein.

Zu erkennen, wann mir was hilft, ist ohnehin ein sehr großer Gewinn meiner Yoga- und Meditations-Praxis. Denn seit ich beides mache, kann ich auch besser auf meinen Körper hören und damit nicht genug, ich reagiere auch auf das, was er mir sagt und nehme ihn ernst. Etwas, das ich jedem wünsche. Egal, ob ihr euch mit Yoga oder Meditation auseinandersetzt oder nicht. Es gibt für jeden den richtigen Weg, aber nicht jeder Weg ist für jeden der Richtige.

Falls auch Yin Yoga euer Weg sein sollte, würde mich sehr interessieren, wie ihr davon profitiert. Ich freue mich auf eure Kommentare und wünsche euch weiterhin viel Spaß beim Yoga!

Namasté!

Weiterführende Links und Literatur zum Thema:

Yin Yoga (mit CD): Der sanfte Übungsstil für innere Ruhe (GU Multimedia Körper, Geist & Seele)

Faszientraining mit Yin-Yoga: Nachhaltiger Stressabbau. Gegen Verspannungen und Rückenbeschwerden. Für einen rundum gesunden Körper. Mit einem Vorwort von Paul Grilley

Yin Yoga mit Mady – Zum Yin Yoga bin ich unter anderem durch Mady Morrisson gekommen. Die erste Yin-Yoga-Einheit habe ich mit Hilfe ihres Videos absolviert und die war, wie schon erwähnt, nicht ohne. Aber absolut empfehlenswert.

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https://youtu.be/WdecD_jYfZE

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