Das zweite Kindergartenjahr: Schon wieder eingewöhnen?

Hier könnt ihr euch den Artikel anhören:
Das erste Kindergartenjahr haben wir vor wenigen Wochen erfolgreich hinter uns gebracht. Von der Eingewöhnung bis zum letzten Tag lief es im Großen und Ganzen immer rund. Der Nachwuchs ging gerne in seine U3-Gruppe. Vor wenigen Tagen sind wir in der neuen Ü3-Gruppe in das zweite Kindergartenjahr gestartet. Was mir vor Beginn aber niemand verraten hat, ist, dass das nicht zwingend auch rund läuft.

Das zweite Kindergartenjahr: Schon wieder eingewöhnen?

Unverhofft kommt oft

Wir werden doch wohl nicht eine neue Eingewöhnung starten müssen? War ich tatsächlich so blauäugig, zu glauben, dass der Gruppenwechsel ganz glatt über die Bühne geht? Ich meine, schließlich kennt der Nachwuchs die neue Gruppe, die Erzieher und die Räumlichkeiten ja bereits. Außerdem hat er sich jetzt drei Wochen lang darauf gefreut. Aber das schien an Tag 1 alles vergessen.

Tag 1 – Montag

Großes Drama! Der Nachwuchs wollte weder in die neue Gruppe, geschweige denn, dass ich gehe. Da liefen bereits die ersten Tränen. Um Himmels Willen! Also bin ich mit rein und wir haben ein paar Minuten zusammen gespielt. Allerdings habe ich den kleinen Mann auch immer wieder darauf hingewiesen, dass ich gleich gehen werde. 

Die Taten meines Sohnes sprachen eine andere Sprache. Mama geht? Dann räum ich mal schnell wieder alles zusammen und komme mit. Aber das war nicht der Plan. Ich weiß, es klingt hart, aber damit hätten wir das „Problem“ nur vertagt. Außerdem weiß ich ja, wie gerne der Nachwuchs in den Kindergarten geht und wie gut sich hier alle um ihn kümmern. Aber klar, nach drei Wochen Kindergarten-Pause ist alles erst mal neu und ungewohnt.

Auch wenn es hart klingt, aber ich bin irgendwann gegangen, trotz eines weinenden Kindes. Das macht mich aber keinesfalls zu einer Rabenmutter, denn keiner kennt mein Kind besser als ich und aus genau diesem Grund wusste ich, dass ich darauf vertrauen kann, dass alles gut wird.

Aber warum hat eine Stunde später die Erzieherin auf meinem Handy angerufen? Um mir zu sagen, dass alles gut IST, der Nachwuchs sich nach fünf Minuten beruhigt hat, bereits gut gefrühstückt hat und jetzt fröhlich spielt.
Das gewohnte Kindergarten-Bild bot sich mir dann auch beim Abholen: Ein entspanntes und sogar ausgeschlafenes Kind. Alles, wie immer.
Dennoch, das war erst Tag 1. Wie wird wohl Tag 2?



Anzeige

Tag 2 – Dienstag

…und die Welt sieht gleich ganz anders aus. Nachdem der erste Kindertag überraschend dramatisch abgelaufen ist, habe ich mir vorgenommen, dass der zweite nicht so wird. Deshalb hatten der Nachwuchs und ich uns am Montagnachmittag noch ausführlich darüber unterhalten, was am Morgen los war. Hat er irgendwelche Ängste oder Sorgen? Gefällt es ihm nicht mehr im Kindergarten? Oder war alles einfach nur ungewohnt? 

Letzteres war wohl der Fall. Deshalb habe ich den kleinen Mann auch gefragt, ob er denn dann morgen wieder in den Kindergarten gehen möchte. Seine Antwort war ein eindeutiges „Ja!“. Von Traurigkeit keine Spur mehr. Auch am nächsten Morgen nicht.

Wichtig war mir übrigens, dass diese Woche morgens wirklich entspannt und ohne Stress ablaufen kann. Dafür habe ich gesorgt und das hat auch geklappt. Im Kindergarten angekommen, habe ich dem Nachwuchs gesagt, dass ich ihn nach dem Mittagschlaf wieder abholen werde, ihm einen Kuss gegeben und verabschiedet. Entschlossen ist er in die Gruppe gelaufen, ganz ohne Drama. Meine Hoffnung war natürlich groß, dass es an Tag 3 genauso weitergeht.
Das zweite Kindergartenjahr: Schon wieder eingewöhnen?
Alles wird gut!

Tag 3 – Mittwoch

Der ganz normale Kindergartenalltag hat uns wieder.

Ich glaube das Problem am ersten Tag war einfach, dass die Erwartungen zu hoch waren. Ja, der Nachwuchs hat sich sehr auf die neue Kindergartengruppe gefreut, allerdings war ihm vielleicht auch nicht so ganz klar, welche Veränderung das mit sich bringt. Auch ich habe diese Veränderung unterschätzt. Zumal nach drei Wochen Kindergarten-Ferien ja sowieso alles erst mal wieder neu ist. Da kann ich nicht erwarten, dass am Montagmorgen alles wie gewohnt läuft.

In dem Zusammenhang kann ich aus eigener Erfahrung also sagen, dass der folgende Umgang mit der Situation uns wirklich geholfen hat:
  • nicht zu viel vom Kind erwarten,
  • im Vorfeld viel über das Thema reden,
  • im Nachgang über die Ängste/Sorgen/Probleme sprechen,
  • zeigen, dass man die Situation ernst nimmt und
  • das Positive herausstellen.

Tag 4 – Donnerstag

An Tag 4 wurde ich beinahe noch nicht einmal mehr verabschiedet, so schnell war der Nachwuchs in der neuen Gruppe verschwunden. 


Anzeige

Tag 5 – Freitag – Geschafft!

Der letzte Tag der ersten Woche und ja, die zweite „Eingewöhnung“ ist endgültig abgeschlossen. Natürlich ist ein neues Kindergartenjahr eine Umstellung, auch für mich als Mama. Ich hole auf einmal kein ganz kleines Kindergartenkind mehr ab, sondern schon ein größeres.

Der Nachwuchs ist jetzt nicht mehr eins von zehn, sondern eins von 25 Kindern und das merkt man ihm und seiner Persönlichkeit auch an. Im positiven Sinne. Ich habe das Gefühl, dass er allein in der ersten Woche nach den Ferien schon wieder eine kleine Entwicklung mitgemacht hat, die sich mit Sicherheit auf die neue Kindergartensituation zurückführen lässt.

Seit Beginn der Kindergartenzeit vor über einem Jahr, wusste ich, dass es die richtige Entscheidung war und es ist schön zu sehen, dass sie es noch heute ist: DER Zeitpunkt und DER Kindergarten. Ich weiß unseren Waldorf-Kindergarten sehr zu schätzen, auch die Möglichkeiten, die er uns Eltern bietet. Denn wir bekommen sogar die Gelegenheit einen kompletten Tag im Kindergarten zu hospitieren und einmal hautnah zu erleben, wie so ein Tag für unsere Kleinen abläuft, wie der Alltag des Nachwuchses aussieht, wenn ich nicht dabei bin. Das finde ich unglaublich toll.

Bis es aber soweit ist, werde ich noch ein bisschen Zeit verstreichen und die neue Kindergartengruppe ein bisschen mehr Alltag werden lassen. Bis dahin wächst die Vorfreude.

Verratet mir doch jetzt einmal in den Kommentaren, wie euer Start ins neue Kindergartenjahr war. Hat’s gut geklappt oder hattet ihr auch Startschwierigkeiten? Ich bin gespannt auf eure Antworten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu