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Mediennutzung als Mama: Zeitgeber oder Zeiträuber?

Hier könnt ihr euch den Artikel anhören:

Unter dem Titel „Digitalisierung und Medienkompetenz – wie medienkompetent bin ich? | #medienkompetent“ laden die Veranstalter der Bloggerkonferenz #denkst aktuell zur Blogparade ein. Ein Thema, das mich schon lange beschäftigt und zu dem ich gerne meine Ansichten teilen will.

Mediennutzung als Mama #medienkompetent

Es ist der Begleiter, ohne den ich nicht mehr leben kann und auch gar nicht will: mein Smartphone. Nicht weil ich süchtig danach bin oder Angst habe, etwas zu verpassen, wenn ich es nicht bei mir habe. Nein, weil es mir unglaublich tolle, neue Möglichkeiten eröffnet hat.

Natürlich gibt es Gutes selten ohne die Schattenseiten. Aber genau diese Schattenseiten nicht die Überhand gewinnen zu lassen, das ist heutzutage, im Zeitalter der Digitalisierung, die große Kunst.

Technischer Fortschritt ist oft Fluch und Segen zugleich, nicht per se gut, aber auch nicht per se schlecht. Es kommt eben immer drauf an, was man draus machst!

Warum die Digitalisierung für mich ein Gewinn ist

In der Überschrift dieses Artikels habe ich die Frage „Zeitgeber oder Zeitfresser?“gestellt und diese auch ganz bewusst gewählt. Denn beide Begriffe charakterisieren das digitale Zeitalter für mich sehr treffend. 

 

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Zeitgeber

Digitale Medien schenken mir Zeit. In erster Linie, weil sie mir ermöglichen von zu Hause aus arbeiten zu können. Das ist ein Geschenk, denn so spare ich beispielsweise Wege zur Arbeit, kann mehr Zeit mit meinem Kind und meiner Familie  verbringen und bin unabhängiger in meiner sonstigen Zeiteinteilung.

Aber nicht nur in beruflicher Hinsicht ist die Mediennutzung für mich eine Möglichkeit der Zeitersparnis, denn was wir früher noch aufwändig recherchieren, telefonisch erfragen oder auf Landkarten ersuchen mussten, bekommen wir heute mittels weniger Klicks durch’s Internet geliefert. Und weil das so schnell geht, haben wir mehr Zeit für andere Dinge.

Auch wenn Multitasking eine Gerücht ist, so kann ich dennoch, dank des Smartphones, Dinge parallel erledigen, für die ich mir sonst extra hätte Zeit einräumen müssen. So höre ich Podcasts während ich putze, oder diktiere neue Textideen während ich gerade spazieren gehe.

Allerdings ist der Grat zwischen den digitalen Medien als Zeitgeber und Zeitfresser gleichzeitig auch sehr schmal.

Mediennutzung als Mama #medienkompetent
Unterwegs dank Podcasts weiterbilden.

Zeitfresser

Was ein großer Vorteil sein kann – alles schnell mal zwischendurch nachschauen zu können – kann uns auch in eine Abhängigkeit stürzen. So merke ich an mir selbst, dass ich oft einfach im Internet hängen bleibe, ohne es konkret zu wollen. Denn nicht selten gelangt man dort von einem zum nächsten Thema.

Außerdem kann ich doch, wo ich das Handy doch gerade sowieso in der Hand habe, auch mal schnell bei Instagram reinschauen, was es so Neues gibt. Genau in solchen Momenten gilt es, zu erkennen, wann es genug ist. Denn schließlich will ich meinem Kind keine permanente Mediennutzung vorleben, sondern eine sinnvolle und kontrollierte. 

Medienkompetent? Mehr als der Umgang mit dem Smartphone

Das Thema Medienkompetenz umfasst natürlich mehr als nur den Umgang mit Smartphone, Tablet und Co. Radio, TV und Zeitung mögen zwar hier und da etwas aus der Mode gekommen zu sein, haben aber nicht minder Einfluss auf unser Leben und das unserer Kinder. Auch hier halte ich es für wichtig und notwendig meinem Kind einen sinnvollen Umgang beizubringen. Sowohl was die Benutzung als auch die Bewertung mancher Inhalte angeht. Wobei ich mit Letzterem sicher noch ein wenig Zeit habe.

Da ich dem Nachwuchs in allen Lebenslagen als Vorbild diene und mein Verhalten von ihm nachgeahmt wird, was in der Natur der Sache liegt, liegt es an mir, ihm einen richtigen Umgang mit den Medien vorzuleben. Glücklicherweise gehöre ich zu den Menschen, die eher wenig fernsehen und wenn, dann nur am Abend. Auch das Radio läuft bei uns eher sporadisch. Aber das Smartphone ist eben immer dabei.

In Gegenwart meines Kindes, versuche ich deshalb nicht ständig darauf zu schauen, auch wenn das – zugegeben – manchmal gar nicht so leicht und die Versuchung groß ist. Manchmal lässt es sich aus beruflichen Gründen auch gar nicht vermeiden.

Das Interesse ist da

Dass der Nachwuchs mit seinen knapp drei Jahren bereits Interesse an Smartphone und Tablet zeigt und auch schon weiß, wie er an Fotos oder YouTube gelangt, finde ich in unserem Zeitalter nicht erstaunlich. Diese beiden Dinge erlaube ich ihm auch. Natürlich unter Aufsicht und in Maßen. Denn der Nachwuchs liebt es Fotos und Videos von sich und uns zu schauen, aber zwischendurch auch gerne mal eine Folge „Peppa Wutz“.

Das darf er auch, schon seit ein paar Monaten. Dabei variiert die Dauer. Empfohlen wird in seinem Alter maximal eine halbe Stunde Medienzeit pro Tag, meistens versuche ich das auch einzuhalten. Es ist aber auch schon vorgekommen, dass er doppelt solange Peppa gucken durfte. Da will ich euch nichts vormachen. Manchmal brauche ich die Zeit einfach, um liegengebliebene Dinge zu erledigen.

Dennoch, und darauf lege ich großen Wert, ist bei uns Tablet schauen nicht an der Tagesordnung, insbesondere nicht während der Familienzeit und bei gutem Wetter. Da geht es raus. Momentan könnte ich euch noch nicht mal sagen, wann der Nachwuchs seine letzte Peppa-Wutz-Folge gesehen hat. Das muss echt schon eine Weile her sein.

Mediennutzung #medienkompetent
Gern gesehen: analoge Medien

Vor- und Nachteile der digitalen Medien

Natürlich lese ich mit dem Nachwuchs lieber ein Buch, als dass ich ihn Videos schauen lasse. Dennoch wächst er im Zeitalter der Digitalisierung auf. Er wird damit groß, was ein unglaublicher Vorteil sein kann. Schließlich genieße auch ich in erster Linie die Vorteile. Dazu gehören:

  • orts- und zeitunabhängies Arbeiten,
  • neue private und berufliche Kontakte dank Social Media,
  • schnellere Informationsbeschaffung,
  • nachhaltiger Konsum, da wir weniger Besitz brauchen, weil sich einfach vieles in unserem Smartphone befindet (E-Books, Hörbücher, Filme etc. ).Natürlich sind auch die Nachteile nicht von der Hand zu weisen:

  • unbekannte Gefahren im Internet,
  • man ist in gewisser Weise abhängig und immer erreichbar,
  • man muss sich sehr stark selbst disziplinieren,
  • es können Scheinwelten um einen herum entstehen, beispielsweise durch Plattformen wie Instagram,
  • das soziale Miteinander außerhalb der sozialen Medien verändert sich,
  • unser Alltag wird nicht nur schneller, sondern auch schnelllebiger.


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Fazit zu unserer Mediennutzung

Ich bin grundsätzlich mit meiner Mediennutzung als Mama und wie wir sie als Familie betreiben, zufrieden. Hier und da gibt es sicherlich noch Verbesserungspotenzial, so muss ich in manchen Momenten noch stärker an mir arbeiten, mein Handy öfter mal beiseite zu legen bzw. liegen zu lassen. Wie ich mir mehr Zeit dank weniger Smartphone verschafft habe, davon habe ich euch bereits im Podcast erzählt.  Aber der Umgang meines Kindes mit den Medien ist in einem Rahmen, der mir absolut angemessen erscheint.

Noch haben Medien im Leben meines Sohnes keine Priorität, sondern dienen lediglich hin und wieder als Zeitvertreib. Aber er wird natürlich immer mehr damit in Berührung kommen. Noch bin ich in der Lage zu bestimmen, was mein Kind zu sehen bekommt. Darüber hinaus ist es auch meine Aufgabe, dafür zu sorgen, mein Kind anderweitig zu schützen, indem ich darauf achte, was ich über mein Kind in der digitalen Welt preisgebe.

Kinder schützen

Kinder können noch nicht für ihre Rechte einstehen, deshalb ist es Aufgabe von uns Eltern, das zu tun. Jeder mag da andere Ansichten haben, aber für mich ist meine Ansicht klar: Ich möchte meinem Kind das Recht am eigenen Bild und der eigenen Geschichte zugestehen. Deshalb gibt es auch so lange kein Bild, auf dem mein Sohn zu sehen ist, bis er irgendwann in der Lage ist, das selbst reflektiert zu entscheiden.

Alles, was ich auf diesem Blog schreibe, spiegelt mein Leben als Mama wider und soll in keiner Weise das Leben meines Kindes beeinträchtigen, deshalb geht es hier hauptsächlich auch um mich. Kleine Anekdoten aus unserem Familienleben zu veröffentlichen gehören dazu und sind für mich vollkommen akzeptabel.

Das Wichtigste ist für mich generell, sich selbst und sein Handeln immer wieder zur reflektieren, in allen Lebensbereichen. Oft genug halten uns Kinder den Spiegel vor. Dann lohnt es sich genauer hinzusehen und vielleicht die ein oder anderen Verhaltensmuster zu ändern.

Natürlich sind auch Schulen ein guter Ort, um Medienkompetenz zu fördern, aber bis zum Schuleintritt damit zu warten, halte ich für reichlich spät. Deshalb ist es unsere Aufgabe als Eltern, das richtige Maß und den richtigen Umgang mit Medien zu vermitteln. Uns selbst und unseren Kindern. 

Seid ihr mit eurem Medienkonsum bzw. dem eurer Kinder zufrieden oder gibt es Verbesserungspotenzial? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

2 Gedanken zu „Mediennutzung als Mama: Zeitgeber oder Zeiträuber?

  1. Danke fuer Deine Gedanken zur Blogparade.
    Ich denke, wir koenne den Kindern nur ein gutes Vorbild in Sachen Mediennutzung sein, wenn wir selbst gut informiert sind.
    Witzig, daß Du gerade Qualityland als Beispiel fuer analoge Medien postest. 😉

    Viele Grueße
    Suse

    1. Sehr gerne! Danke dir für deine Ansichten dazu, die teile ich vollkommen.
      Witzig, dass du „QualityLand“ erkannst hast. 😀 Ich fand das Buch sehr beispielhalft, irgendwie erschreckend, aber auch beruhigend. Denn ich glaube, dass wir noch alles in der Hand haben, dennoch nicht außer Acht lassen sollten, was die Digitalisierung mit uns machen kann.

      Liebe Grüße
      Linda

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