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Urlaub mit Freunden und Kindern – Zeeland, wir kommen!

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Hier könnt ihr euch den Artikel anhören:

Sieben Erwachsene, ein Kind und ein Kleinkind in einem Haus eine Woche an der holländischen Nordsee: Kann das gut gehen? Entweder ja oder nein. Wie es für uns als Familie mit Kleinkind war, sich auf so ein Urlaubsprojekt einzulassen, davon erzähle ich euch jetzt.

Urlaub mit Freunden und Kindern

Womit fängt ein Urlaub an? Genau, mit der Anreise. Die haben wir mit dem Auto hinter uns gebracht und ich sage mal so: „Sie war okay.“ Ich glaube, es war ein Vorteil, dass wir alle unabhängig voneinander angereist sind und auf der Fahrt somit eigenständig entscheiden konnten, wann wir pausieren wollen etc.

Am Zuhause auf Zeit angekommen, war der erste Eindruck positiv. Ein großes geräumiges Haus, geschmackvoll eingerichtet, mit schönem Außenbereich, gemütlichen Schlafzimmern und einem WC.

Ein WC? Ernsthaft?

Was ist denn da schief gelaufen? Irgendwie hatte das keiner von uns so richtig auf dem Schirm. Entweder haben wir die Information bei der Buchung einfach so hingenommen, ignoriert oder missverstanden. Das kann ja heiter werden.

Aber, es war, wie es war und um die Spannung nicht unnütz zu steigern, sag ich euch gleich: Es hat funktioniert. Natürlich wäre eine zweite Toilette sowie ein zweites Bad um ein vielfaches praktischer gewesen, aber es war wirklich selten ein Problem, dass es beides nur in einfacher Ausführung gab. Ich möchte nicht sagen, wir haben unsere Toilettengänge einander angepasst, aber, wir haben unsere Toilettengänge einander angepasst. 

Ansonsten war das Haus mit allem ausgestattet, was man so zum leben braucht. Mit Kind immer besonders praktisch: eine Waschmaschine. Da ich um deren Existenz wusste, anders als um die nur eine Toilette (!), habe ich entsprechend „wenig“ Kleidung eingepackt, schließlich kann ich ja waschen. Ein Waschgang und alles hat perfekt ausgereicht. 

Der Nachwuchs war übrigens von Anfang an begeistert von der neuen „Lebenssituation“. Erstens, weil er unsere Freunde echt mag (und sie ihn auch) und weil so ein Urlaub natürlich immer aufregend ist. Nicht zuletzt auch wegen der Nachbarskatzen, denen wir mehrmals am Tag über den Weg gelaufen sind und die uns sehr zu mögen schienen.



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Gerechte Aufgabenverteilung

Was ich mich vor dem Urlaub gefragt habe ist, wie wohl die Aufgabenverteilung aussehen wird, und ob so ein Urlaub wirklich entspannend werden kann. Denn so etwas wie einen Plan haben wir vor der Abreise nicht erstellt, stattdessen alles auf uns zukommen lassen. Entspannt fand ich schon mal, dass ich in der Woche nicht einmal kochen musste. Entweder, weil es jemand anderes aus der Gruppe übernommen hatte oder, weil wir Essen gegangen sind.

Heißt aber nicht, dass ich mich eine Woche lang komplett auf die faule Haut legen konnte, was im Übrigen auch gar nicht mein Plan war. Im Wechsel haben wir morgens beim Bäcker frische Brötchen geholt. Für das regelmäßige Staubsaugen, meine heimliche Putzleidenschaft, hab ich mich ohnehin sofort bereit erklärt. Hin und wieder hat sich ergeben, dass ich die Spülmaschine ein- und ausräume und hier und da mal etwas wegzuräumen war jetzt auch nicht der Rede wert.

Bevor ich euch aber weiter mit schnöden Hausarbeiten langweile, erzähle ich euch lieber von unseren Highlights.

Fietsen, Strand und Fritten

Das absolute Highlight für mich persönlich und auch den Nachwuchs war das Fietsen, wie es auf niederländisch so schön heißt. Wir haben uns zu Beginn des Urlaubs erst mal Fahrräder geliehen und waren so gut wie jeden Tag damit unterwegs. Der Nachwuchs bei mir auf dem Gepäckträger im Kindersitz. Im Gegensatz zu unserer Heimat ist es in Zeeland schön flach und angenehm zu fahren, weshalb ich diese Art der Fortbewegung sehr genossen habe.

Weil wir insgesamt sehr gutes Wetter hatten, bot sich das auch absolut an. So haben wir also den zwei Kilometer langen Weg zum Strand mit Fahrrädern zurückgelegt, genauso die morgendliche Fahrt zum Bäcker und diverse Ausflüge.

Anders als in anderen Urlauben, hab ich mich diesmal übrigens sehr wenig vorab über die Region, ihre Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten informiert. Denn dass uns mit Freunden, Strand und Fahrradfahren langweilig werden könnte, war sehr unwahrscheinlich. Darüber hinaus hat sich von ganz alleine genug an Freizeitaktivitäten ergeben, so haben wir ein Foodtruck-Festival besucht, eine Kirmes, eine Windmühle besichtigt, einen supertollen Spielplatz direkt vor unserer Haustür entdeckt und natürlich Fritten gegessen. Ja, auch das ist eine Freizeitaktivität.

Den einzigen Regentag haben wir zur Abwechslung mal indoor verbracht. Allerdings auch nicht ausschließlich im Haus, sondern beim Glow Golfen. Das Minigolfen im Schwarzlicht war ziemlich außergewöhnlich und für alle ein riesen Spaß.

Urlaub mit Freunden und Kindern
Wo ist die Linda?

Nur Friede, Freude, Eierkuchen?

Natürlich nicht! Hier und da gab es schon mal Interessenskonflikte und Diskussionspotenzial. Nicht zuletzt bei den allabendlichen Gesellschaftsspielrunden. Aber zum Glück waren alle beteiligten Erwachsenen, mich eingeschlossen, in der Lage die „Probleme“ innerhalb von maximal 24 Stunden aus der Welt zu schaffen.

Dass es zu solchen Situationen wie Streit, Genervtheit und schlechter Laune kommt, finde ich aber auch vollkommen normal und „gesund“ in einer so großen Gruppe. Wenn man einmal die Macken des Anderen kennt und mit ihnen konfrontiert wurde, kann eine Freundschaft daraus schließlich auch wachsen und ich glaube genau das ist bei uns allen passiert. (Ich hoffe ihr seht es genauso, liebe Mitreisende!)

Nochmal Urlaub mit Freunden und Kindern?

Das dürfte jetzt kein überraschendes Fazit werden, denn die Antwort lautet, erwartbar: Immer wieder. Dafür, dass keiner so richtig wusste, was ihn erwartet, hatten wir echt einen super Urlaub. Gut, die wichtigste Bedingung, das tolle Wetter, hat einiges dazu beigetragen.



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Mein ganz persönliches Fazit

Aufgewachsen an der niederländischen Grenze hab ich schon seit jeher eine Faible für unsere Nachbarn, sowohl landschaftlich als auch kulinarisch. Auch wenn meiner Figur eine Woche Hagelslag, Vla und Fritten nicht unbedingt gut getan haben, so hab ich doch jeden Bissen genossen. Außerdem bin ich so viel Fahrradgefahren wie wahrscheinlich die vergangenen drei Jahre nicht. Das muss Ausgleich genug gewesen sein. Aktuell spiele ich übrigens mit dem sehr konkreten Gedanken, mir für zu Hause auch wieder ein Fahrrad zuzulegen.

Abgesehen davon war es im Urlaub toll, dass der Nachwuchs ständig Leute um sich herum hatte, so konnte ich mich zwischendurch auch immer mal wieder zurückziehen, ein wenig lesen, Podcasts hören oder sogar Yoga machen.

Was am ersten Tag noch nicht sehr wahrscheinlich schien, war die Tatsache, dass wir irgendwann in diesem Urlaub mal ausschlafen konnten, also so richtig. Aber tatsächlich tat uns der Nachwuchs ab Tag drei den Gefallen. Statt um sieben Uhr (ja, für den ein oder anderen ist das schon ausschlafen), sind wir fortan nicht vor neun Uhr aufgewacht.  Das hatten wir natürlich auch den actionreichen Tagen, der weit nach hinten geschobenen Zu-Bett-geh-Zeit und den zahlreichen neuen Eindrücken zu verdanken. 

Alles in allem war so ein Urlaub mit Freunden und Kindern eine perfekte Abwechslung zu den üblichen Familienurlauben und ist auf jeden Fall eine Wiederholung wert. Da es entweder gut oder schlecht hätte laufen können, bin ich absolut froh darüber, dass wir dem Ganzen den Stempel „Gut“ aufdrücken konnten. Ich würde sogar noch ein „Sehr“ davor setzen und freue mich jetzt schon auf’s nächste Mal.

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