Muttertag oder der Tag der großen Erwartungen

Übermorgen ist es wieder soweit, bereits zum dritten Mal darf ich ihn feiern: den Muttertag. Diese Tatsache macht mich unglaublich glücklich. Denn ein Tag zu Ehren der eigenen Person ist etwas ganz Tolles. Schließlich leisten wir Mütter eine ganze Menge und haben uns das wirklich mehr als verdient. Wenn da nicht diese Erwartungen wären…

Von zu großen Erwartungen

 
Jedes Jahr scheinen die Erwartungen am Muttertag auf’s Neue in Dimensionen zu steigen, für die es im normalen (Mama-)Alltag gar keinen Platz gäbe. Auf einmal sind da Wünsche, die hoffentlich erfüllt werden.

Aber was, wenn nicht? Nicht selten habe ich in den sozialen Medien, allen voran Instagram, in den vergangenen Jahren von enttäuschten Müttern gelesen. Der Muttertag ist nicht so gelaufen, wie sie sich ihn vorgestellt haben.

Auch, wenn die Werbung es einem schwer macht, nicht dran zu denken, aber wir können Mann und Kind ja nicht dazu zwingen, es zu tun. Überall wird er angepriesen, der Muttertag, und steigert damit auch die eigene Erwartungshaltung:
 
  • Pralinen für die beste Mama der Welt,
  • Blumen für meine liebe Mutter,
  • eine Wellness-Auszeit, weil du es dir verdient hast.
Schwer, dem aus dem Weg zu gehen. Ähnlich wie am Valentinstag, oder? Entweder man macht mit oder man verweigert sich dem ganzen Trara. Beim Valentinstag gehöre ich definitiv zu letzterer Fraktion. Dass man sich liebt kann man sich, meiner Meinung nach, auch an jedem anderen Tag im Jahr auf besondere Art und Weise zeigen. Manches Datum bedeutet mir da ohnehin viel mehr als der 14. Februar.

Anders ist das beim Muttertag

 
Denn hinter dem Muttertag steckt ein durchaus sinnvoller Gedanke, der nicht nur die Intention hat, die Blumen- und Geschenkeindustrie (es sei ihnen vergönnt) zu bereichern. Der Muttertag sollte ursprünglich nämlich dazu gedacht sein auf die Rechte der Mütter und Frauen aufmerksam zu machen und diese zu stärken. Dass er kommerzialisiert wurde, dagegen wehrte sich die Begründerin des Muttertages, die US-Amerikanerin Anna Marie Jarvis, bis zuletzt. Hier könnt ihr die ganze Geschichte des Muttertages nachlesen.
 
Dennoch gehört es in Deutschland heute zum Brauch, der Mutter zum Muttertag etwas zu schenken, seien es Blumen oder Pralinen oder selbst gemalte Bilder. Auch ich hatte das erwartet, ich kannte es ja so.
  
Muttertag oder der Tag der großen Erwartungen

Mein erster Muttertag – ein Rückblick

 
Ich erinnere mich natürlich noch sehr gut an meinen ersten Muttertag. Schließlich war der auch etwas ganz besonderes. Heieiei, was hatte ich große Erwartungen. Geendet ist dieser Tag in Tränen, weil diese natürlich nicht erfüllt wurden. Ab da wusste ich: So kann das nicht gedacht gewesen sein. Mein nächster Muttertag wird anders.

Und tatsächlich, er wurde anders. Nicht etwa, weil ich Mann und Kind nachdrücklich verdeutlicht habe, welche Erwartungen sie an diesem Tag doch bitte zu erfüllen haben. Das wäre ein netter Versuch geworden bei einem Kleinkind, das nicht mal ansatzweise einen Schimmer vom Muttertag hat. Nein, ich hab einfach mal meine Erwartungen auf den Prüfstand gestellt und festgestellt, dass diese nicht nur überzogen, sondern irgendwie auch total unangemessen waren. Denn wenn man bedenkt, was die ursprüngliche Intention des Muttertages ist, waren enttäuschte Gesichter am Ende des Tages sicher nicht die gewünschte Reaktion.

Geschenke sind nur das i-Tüpfelchen

 
Natürlich freue ich mich nach wie vor darüber zum Muttertag etwas geschenkt zu bekommen, aber ich erwartet es nicht. Darüber hinaus liegt es doch in meiner Hand wie ich den Muttertag verbringe. Wenn ich mir etwas unbedingt wünsche, kann ich das offen äußern und nicht erwarten, dass Mann oder Kind meine Wünsche erraten. Es muss nichts Materielles sein, es kann ein gemeinsames Erlebnis wie ein Ausflug sein, einfach ein schöner Tag.
 
Und bevor ich mir den Kopf darüber zerbreche, ob und was ich alles Tolles zum Muttertag bekommen könnte, mache ich mir lieber ein paar Gedanken darüber, womit ich meiner Mutter zum Muttertag eine Freude machen kann. So ändere ich einfach den Fokus, vom Nehmen auf das Geben. 

Muttertag oder der Tag der großen Erwartungen
Es ist die Geste, die zählt. Eigentlich egal, wann.
Gleichzeitig werde ich mir an diesem Tag bewusst machen, was ich doch schon alles geschenkt bekommen habe in meinem Leben als Mutter. Und damit meine ich nicht die verpackten Dinge. Ich werde mich darüber freuen welche Rechte wir als Frauen bereits erlangt haben. Und einfach genießen, was ist. 
 
Denn es ist gut, dass es den Muttertag gibt, nur sollte er uns nicht in eine Erwartungshaltung versetzen, die uns am Ende des Tages nur enttäuschen kann. Denn das war und ist nicht Sinn der Sache.

Deshalb: Liebe Mütter, lasst es entspannt angehen, äußert eure Wünsche, wenn ihr wollt, dass sie erfüllt werden, klopft euch auch mal selbst auf die Schulter und macht euch bewusst, was euch Tag für Tag sowieso schon „geschenkt“ wird. Alles, was ihr nicht erwartet und an diesem Tag zusätzlich bekommt, wird euch dann umso mehr freuen!

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