Meine Erfahrungen mit der Kupferspirale

Es ist ja immer so, im Internet gibt es fast nur negative Erfahrungsberichte. Über alles, was gut läuft, muss man ja auch nicht ständig sprechen. Ich mache das sonst gerne. Aber diesmal hab auch ich keinen Grund dazu, deshalb wird das leider auch ein negativer Bericht zu meinen Erfahrungen mit der Kupferspirale.

Erfahrungen Kupferspirale

Kupferspirale: Ja oder nein?

Nach der Geburt unseres inzwischen zwei Jahre alten Sohnes stand für meinen Freund und mich das Thema Verhütung wieder zur Debatte. Schon lange vor der Schwangerschaft hatte ich aufgehört hormonell zu verhüten, weil ich meinen Körper der Pille nicht mehr aussetzen wollte. Aber nun standen wir vor der Frage: Wie verhüten wir jetzt? Mit meinem Frauenarzt hab ich verschiedene Möglichkeiten durchgesprochen und mich letzten Endes für die Kupferspirale entschieden. Rund drei Monate nach der Geburt meines Sohnes habe ich sie mir einsetzen lassen.

Die Risiken kannte ich, u.a. weil mein Arzt mich darüber informiert hatte und natürlich aus dem Internet. Aber ich war optimistisch. Schließlich war dies auch eine sehr praktische Form der Verhütung. Die Kupferspirale wird eingesetzt und bietet dann im Idealfall drei Jahre Verhütungsschutz. Das Einsetzen der Kupferspirale war kein Problem und die regelmäßige Kontrolle gab mir Sicherheit. Probleme hatte ich über ein Jahr lang auch keine bis zu einem Tag im März dieses Jahres.

Nach über einem Jahr kam es zu Problemen

Es war ein ganz normaler Tag, nur dass ich im Laufe dieses Tages leichte Unterleibsschmerzen bekam. Es fühlte sich an wie es sich schon mal vor „den Tagen“ anfühlt. Also kein Grund zur Beunruhigung. Den hatte ich erst als es darin gipfelte, dass ich abends auf der Couch vor Schmerzen gar nicht mehr wusste wie ich mich platzieren sollte. Ob liegen, ob sitzen, egal, jede Position schmerzte furchtbar.

Da ich kein Typ bin, der gerne zu Schmerztabletten greift und mir das auch alles zu merkwürdig vorkam, war schnell klar, dass sich das besser ein Arzt ansehen sollte. Es war ca. 21 Uhr als mein Freund und ich uns auf den Weg in die ärztliche Notfallpraxis machten. Die Schwiegermutter in spe hat währenddessen auf den Nachwuchs aufgepasst.

In der ärztlichen Notfallpraxis konnte die Ärztin nicht genau diagnostizieren, was mir fehlte, vermutet hatte sie irgendetwas mit dem Darm. (Damit sollte sie nicht ganz Unrecht behalten!) Da sie mir nicht weiterhelfen konnte, wurde ich in die Krankenhaus-Ambulanz geschickt, die sich glücklicherweise nur ein paar Häuser weiter befand.

Nach einem kurzen Gespräch mit dem diensthabenden Arzt ging es für mich direkt weiter in die Gynäkologie, denn er vermutete eher ein gynäkologisches Problem. Nach der Untersuchung hatte der Arzt eine ziemlich klare Vermutung, die Schmerzen wurden von der Kupferspirale verursacht, denn diese muss eine Entzündung des Eierstocks und des Eileiters hervorgerufen haben. Diese Vermutung bestätigte sich nach der Blutuntersuchung und ich wurde stationär im Krankenhaus aufgenommen.

Meine Erfahrung mit der Kupferspirale - KH
Im Krankenhaus

Eine Operation war unumgänglich

Am nächsten Tag sollte die Kupferspirale dann entfernt werden. Sollte! Bei der Untersuchung gelang es dem Arzt nicht und auch die Entzündungswerte im Blut sind überraschenderweise zurück gegangen. Er wollte das Ganze deshalb nochmal weiter beobachten. Trotzdem wurde ich bereits über eine mögliche Operation aufgeklärt, denn die wäre nötig geworden, wenn die Kupferspirale tatsächlich noch rausgemusst hätte und sich nach wie vor nicht auf herkömmlichen Weg hätte entfernen lassen. Zur Debatte stand eine Bauchspiegelung.

Meine Hoffnung war natürlich groß, dass ich da drum herum käme und einfach alles so bleiben kann wie es ist, abgesehen von den Schmerzen natürlich. Leider vergebens, denn die Schmerzen waren wieder stärker geworden und auch die Blutwerte hatten erneut eine Entzündung bestätigtAlso wurde ich noch am selben Tag operiert.

Bleiben Folgeschäden?

Woran ich mich dann wieder erinnern konnte, war, dass ich aufgewacht bin und mich eigentlich gar nicht so schlecht gefühlt habe, okay, etwas benommen und durstig und natürlich hingen hier und da ein paar Schläuche, aber bis auf diesen einen nichts ungewöhnliches. Dieser eine war ein zentraler Venenkatheter in meinem Hals. Aber warum? Weil sich nicht nur Eierstock und Eileiter durch die Kupferspirale entzündet hatten, sondern diese Entzündung auch noch mit dem Darm verwachsen war. Dies wiederum hatte zur Folge, dass bei der OP beim Lösen ein Loch im Darm entstanden ist. Aufgrund dieses Loches musste ich von da an fünf Tage künstlich ernährt werden. Unerwartet und nicht schön, aber ich behaupte mal, dass ich mich nach ein/zwei Tagen an die Umstände gewöhnt hatte.

Die Heilung des Darms verlief gut, was allerdings die Heilung des in Mitleidenschaft gezogenen Eileiters und Eierstocks anging, so konnten die Ärzte diesbezüglich noch keine Aussagen machen. Es war alles ziemlich ungewiss. Müssen Eierstock und Eileiter entfernt werden? Haben sie Schaden genommen? Werde ich (einseitig) unfruchtbar? Heute, knapp neun Monate nach der OP sieht alles gut aus. Allerdings stellt sich, nach Aussage meines Gynäkologen, wohl erst im Falle einer erneuten Schwangerschaft heraus, ob es das auch ist. Was letzten Endes übrigens die Ursache für die Entzündung war, konnte nicht eindeutig geklärt werden. Frei nach dem Motto: Das kann vorkommen.



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Wie ich meine Erfahrungen mit der Kupferspirale beurteile

Schlussendlich ist es nun mal so wie es ist. Ich kann nicht ändern, was passiert ist, ich kann auch meine Entscheidung  die Kupferspirale zur Verhütung zu nutzen nicht als falsch erachten. Denn es hätte ja auch gut gehen können. Ich möchte mit diesem Bericht über meine Erfahrung mit der Kupferspirale niemandem Angst machen. Aber er zeigt mir persönlich, dass man manches, was man so liest, vielleicht doch nicht außer Acht lassen sollte. Gerade wenn noch (weitere) Kinder geplant sind, kann die Kupferspirale möglicherweise Nachteile mit sich bringen und ist vielleicht nicht die ideale Verhütungsmethode. Aber das ist nur meine Sicht.

Worüber ich froh bin, ist, dass ich nicht gezögert habe und damals aufgrund der Schmerzen sofort einen Arzt aufgesucht habe. Denn das war die absolut richtige und notwendige Entscheidung.

Natürlich stehen wir seit der OP erneut vor der Frage: Wie verhüten wir? Meine Erfahrungen mit der Kupferspirale haben mir einmal mehr gezeigt, dass es immer noch am besten ist sich auf seinen Körper zu verlassen. Und meiner duldet definitiv keine Hormone und keine Fremdkörper mehr. Deshalb bin ich momentan auf der Suche nach einer alternativen und natürlichen Verhütungsmethode. Auf dass ich fündig werde!

Erfahrung mit der Kupferspirale - Fleyer
Ich weiß genug! Ihr?

3 Antworten auf „Meine Erfahrungen mit der Kupferspirale“

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