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Gelassen durch die Trotzphase – Meine 5 Tipps

Wow! Dass ich bei so manchem Drama, das hier abgeht noch nicht total durchgedreht bin, grenzt an ein Wunder. Aber ich komme inzwischen ziemlich gelassen durch die Trotzphase, oder auch Autonomiephase, meines Sohnes, entspannter als ich je für möglich gehalten hätte. Ja, Kinder sind eine unfassbare Bereicherung, aber auch eine kleine, potentielle Nerven-Vernichtungs-Maschine.

Gelassen durch die Trotzphase

Wie von einem kleinen Zirkusdirektor werden regelmäßig artistische, clownische oder raubtierfütternde Fähigkeiten von mir abverlangt. Welche die gerade gewünschte ist, gilt es gekonnt und möglichst fehlerfrei zu erraten, sonst wird der Zirkusdirektor schnell mal zum Feuerspucker.

Ratgeber und Tipps wie man in solchen Momenten mit den Kindern umgehen sollte gibt es bereits genug. Deshalb ist das hier auch garantiert kein weiterer Ratgeber, wie das Kind in der Trotzphase begleitet werden sollte, sondern MEIN Weg als Mutter gelassen durch die Trotzphase zu kommen.

Gelassen durch die Trotzphase
Literatur zum Thema gibt es genug

So komme ich gelassen durch die Trotzphase

Ich hab das Gefühl, dass, seitdem ich gelassener reagiere, auch die Trotzphasen des Nachwuchses schneller überstanden sind. Wie ich es schaffe in diesen Situationen entspannt zu bleiben?

  1. In erster Linie durch aushalten – Klingt total simpel, ist es aber anfangs mal so gar nicht. Ich muss akzeptieren, dass gerade ein schleche-Laune-Gewitter droht und ich da jetzt durch muss, um es zusammen mit meinem Kind zu überstehen.
  2. Nicht selber wütend werden – Denn damit schaukelt man sich nur gegenseitig hoch und kommt viel schlechter wieder aus dieser Stimmung raus. Ruhig bleiben ist wirklich von Vorteil.
  3. Nichts erzwingen, wenn es nicht unbedingt erforderlich ist – wenn die Zähne nicht um viertel nach acht geputzt werden, weil das Badewannenspielzeug gerade interessanter ist, dann werden sie eben um viertel vor neun geputzt. Was sonst droht scheint ja wohl jedem hier klar zu sein! Natürlich ist das bei bevorstehenden Terminen nicht so toll, aber auch da gibt es Möglichkeiten. Beispielsweise, indem ich erst mal mit etwas anderem anfange, Wickeltasche packen z.B. Danach versuche ich es dann nochmal mit dem Zähne Putzen und meistens klappt’s dann auch. Wenn nicht, dann ist der nächste Punkt unausweichlich.
  4. Wenn es irgendwann reicht, liebevoll aber bestimmt Grenzen setzen – Wie und wann Eltern das machen, das muss aber jeder für sich entscheiden. Das hier ist, wie schon erwähnt kein Ratgeber für die Trotzphase, sondern nur meine Art gelassen mit Kind da durch zu kommen. Denn es liegt nun mal in meiner Hand, ob ich entspannt bin oder nicht, ob ich mich von meinem Kind zur Weißglut treiben lasse oder nicht, ob ich mich über ein bestimmtes Verhalten ärgere oder nicht. Nichts davon will mein Sohn mit Absicht hervorrufen, dafür ist er noch zu klein. Er probiert lediglich aus und testet dabei eben auch Grenzen aus, seine und meine. Diese zu überschreiten ist für ihn eine spaßige Angelegenheit, für mich ist es eine kleine Nervenprobe.
  5. Raus aus der Situation – Wenn alles gar nichts mehr hilft oder es mir wirklich schwer fällt die Trotzphase gelassen zu meistern, versuche ich der Situation kurz zu entschwinden und tief durchzuatmen. Natürlich weiß ich mein Kind in der Zeit in Sicherheit und bleibe auch nicht länger als zwei bis fünf Minuten im anderen Raum. Das reicht meistens schon. Denn in der Zeit schaffe ich es mittels des bewussten Atmens meine Emotionen zu harmonisieren und kann der ganzen Situation danach wieder viel gelassener gegenüber treten. Am Ende profitieren wir beide davon.

Klar, gibt es manchmal auch den Zeitpunkt, wo meine Nerven trotz aller Gelassenheit einfach nur noch blank liegen und all die guten Tipps nichts mehr nützen. Dann sitze auch ich einfach völlig aufgelöst da und heule. Aber all diese Anspannungen rauszulassen und zu akzeptieren, dass es jetzt nun mal so ist, hilft ungemein.

Woher hab ich meine gelassene Grundeinstellung?

Eine der wichtigsten Säulen für mehr Gelassenheit ist das Yoga, dass ich seit geraumer Zeit sehr intensiv praktiziere. Mittlerweile nämlich täglich und das in verschiedensten Formen. Eine davon ist die Meditation. Die zweite Säule. Eine unglaublich große Herausforderung zu Beginn, aber inzwischen auch eine unglaublich lohnenswerte. (Auf beides werde ich in einem der nächsten Artikel ausführlicher eingehen.) Aber auch im Alltag lässt sich Gelassenheit auf unzähligen Wegen üben und erreichen. Hier ein paar davon:

  • Bewusst warten – Menschen einfach mal den Vortritt gewähren, an der Supermarkt-Kasse, auf engen Gehwegen oder wo auch immer. Denn wie eilig können wir es schon haben, dass wir die paar Sekunden oder Minuten nicht übrig hätten? Auch im Stau oder im Wartezimmer lässt es sich wunderbar warten ohne sich darüber zu ärgern, dass man warten muss. Stattdessen versuche ich Dinge um mich herum während dieser Zeit bewusst wahrzunehmen. Das kann ziemlich entspannend sein. Oder ich nutze die Zeit einfach für etwas, wozu ich sonst selten komme, lesen zum Beispiel.
  • Einfach mal lächeln – Lachen und lächeln ist immer das beste Rezept gegen so ziemliche alle negativen Stimmungen. Deshalb macht lächeln mich auch gelassen. Seine Mitmenschen anzulächeln kann den Effekt übrigens verdoppeln.
  • Achtsamkeit – Wie schon beim Warten erwähnt, einfach mal auf das Hier und Jetzt fokussieren, nicht immer 1000 Dinge auf einmal machen, von denen man dann doch nur die Hälfte richtig schafft. Schluss mit Multitasking, das stresst nur. Mich zumindest.
  • Zeit für sich nehmen – Die berühmte Mama-Zeit: Zeit für sich zu haben, entspannt ungemein, wenn man sie auch für entspannende Dinge nutzt. Sich selbst und seinen Akku mal richtig aufzuladen schafft neue Energie für alles, was da kommen mag. Wie ich mir die Zeit nehme, könnt ihr hier nachlesen.
  • Raus in die Natur – Am besten in den Wald. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Waldspaziergänge zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit haben. Körperlich und geistig. Die Ruhe und frische Luft im Wald haben immer einen positiven Einfluss auf mein Gemüt und helfen mir dabei mich wieder zu „erden“.

All das sind nur erste Schritte, aber mir haben sie geholfen meinen Weg zu mehr Gelassenheit zu finden. Und der ist auf jeden Fall eine Suche wert.

 

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