Wie ich minimalistischer leben und schenken will

ANZEIGE | Gerade jetzt zur Weihnachtszeit wird ja wieder gekauft was das Zeug hält und der Konsumrausch nimmt ungeahnte Formen an. Dabei ist es nicht selten so, dass wir Dinge kaufen und verschenken, die tatsächlich die Meisten schon zigfach besitzen oder vielleicht noch nicht mal wirklich gebrauchen können. Was passiert dann? Sie stehen in irgendeiner Ecke rum und verstauben oder nehmen im hinteresten Regal ihren Platz ein und werden über Jahre vergessen. Da ich mir selber vor einiger Zeit vorgenommen habe, minimalistischer leben zu wollen, möchte ich das auch ein wenig in mein Schenk-Verhalten übertragen. Aber dazu später mehr.

Wieso ich minimalistischer leben will?

Weil ich gemerkt habe, dass zu viel Besitz wirklich nervig, ja sogar belastend sein kann. Denn man schleppt immer irgendwelche Dinge mit sich rum, die man eigentlich nicht braucht oder noch schlimmer, einen sogar regelrecht stören. Aber einen Grund so etwas zu behalten findet man leider auch immer: das ist doch ein Erinnerungsstück, das hab ich mal geschenkt bekommen, das war teuer etc. Kennt wahrscheinlich jeder von euch. Aber ist das wirklich sinnvoll Dinge nur aus eben solchen Gründen zu behalten? Ich finde nicht. Deshalb sage ich mittlerweile ganz radikal: „Weg damit!“

Seit dem Umzug in unser Eigenheim Anfang dieses Jahres hab ich dem massenhaften Besitz an Dingen, die man nicht braucht, endgültig entsagt. Das heißt, ich habe alles ausgemistet, verschenkt, gespendet oder weggeworfen, was ich nicht mehr für wichtig angesehen habe. Diesen Ballast an unnützen Habseligkeiten wollte ich nicht mehr mit mir rumschleppen und das ist auch gut so. Bisher hab ich noch keins der Dinge vermisst, von denen ich mich getrennt habe.

Damit das auch in Zukunft so bleibt, hab ich für mich ein paar Wege gefunden, wie ich minimalistischer leben will, die ich gerne hier mit euch teilen möchte. Wie bei mir „Minimalismus im Kleiderschrank“ funktioniert, hab ich euch ja schon erzählt. Dazu wird es spätestens nach dem Winter ein Update geben.

Minimalistischer leben Kalender
Ein guter Vorschlag

Minimalistischer leben – mein Einsteig

Ist eigentlich ziemlich simpel, denn loswerden will ich in Zukunft alles, was:

  • kaputt ist – Lohnt es sich das zu reparieren? Lässt sich das überhaupt reparieren? Sollte die Anwort in beiden Fällen „Nein!“ sein, dann weg damit.
  • umständlich in der Handhabung ist – Beispielsweise Geschirrtücher ohne Aufhängung – darüber könnte ich mich jedes Mal ärgern. Jetzt hab ich sie endlich weggeschmissen und gegen Neue ausgetauscht (Ja, auch Austauschen ist für mich Minimalismus, wenn es um Notwendiges geht.)
  • mehrfach vorhanden ist – So wie unsere ehemals rund 50 Hand- und Badetücher. Wirklich, die braucht kein Mensch. Gerade jetzt, wo wir sowieso mit Kind wie die Verrückten waschen, werden sie immer schnell genug sauber, da brauch ich dann nicht mehr als vielleicht für jeden zwei von einer Sorte und vielleicht zwei Gästesets.
  • nicht schön ist – Wie oft hat man tatsächlich Sachen in der Hand, die einfach nicht mehr schön sind und damit meine ich wirklich nicht mehr schön, verwaschen, löchrig, kaputt. Was soll man damit? Ich frage mich an der Stelle immer: Ist es mir unangenehm, wenn das jemand Fremdes sieht? Ist die Antwort auf diese Frage: „Ja!“ Dann weg damit!
  • Platz weg nimmt – Eine weitere gute Frage, die es sich zu stellen lohnt, ist: Passt dieser Gegenstand dahin? Also nicht optisch, sondern wirklich vom Platz her. Wenn nein, dann schaue ich, was zu viel ist und ob ich diesen Gegenstand oder das, was sonst den Platz wegnimmt wirklich brauche. So war es nämlich bei den Handtüchern, ich wusste einfach nicht mehr wohin damit.

Nicht besitzen und trotzdem haben

Ein tolles Beispiel, um minimalistischer leben zu können, ist etwas nicht materiell zu besitzen. Das heißt, sich Dinge zu leihen oder zu abonnieren. Ich bin beispielsweise ein riesengroßer Bücher-Fan, aber aus mehreren Gründen kein riesengroßer Bücher-Käufer:

  1. Bücher einmal gelesen zu haben reicht mir in den meisten Fällen aus. Danach stehen sie dann höchstens noch als „Statussymbol“ im Regal und verstauben. Sehr selten habe ich bisher in meinem Leben Bücher zwei Mal gelesen, wenn dies der Fall ist, hab ich sie dann tatsächlich in meinem Besitz.
  2. Sie nehmen nicht nur Platz weg, sondern sind auch noch teuer, insbesondere dann, wenn man wirklich gerne und viel liest.
  3. Warum soll ich mir kaufen, was ich auch günstig leihen kann? Und weil ich auf diese Frage einfach keine vernünftige Gegen-Antwort weiß, besitze ich schon seit Jahren einen Mitgliedsausweis für die Stadtbücherei. Da leihe ich mir einfach aus, was mich interessiert.
Minimalistischer leben Hörbücher
Einfach mal nur zuhören

Platz sparen im digitalen Zeitalter

Damit wären wir schon bei der zweiten Möglichkeit Platz zu sparen ohne zu verzichten. Denn eine tolle Sache sind auch Streaming- oder Abo-Dienste wie Audible. Ich liebe es Bücher zu lesen, aber genau so gerne lasse ich mich einfach auch mal „berieseln“ und mir vorlesen. Hörbücher sind dafür perfekt. Mit dem richtigen Sprecher, umso besser. Zudem nehmen sie so auch keinen großen Platz ein, denn sie befinden sich im Handy, Tablet oder Computer. Übrigens ist das auch eine tolle Idee für Kinder, denn solange sie selber noch nicht in der Lage sind zu lesen, aber unbedingt die Geschichte zum fünften Mal hören wollen, ist ein Hörbuch doch eine entspannte Lösung. Toll sind Geschichten wie die vom kleinen Drachen Kokosnuss. Den gibt es jetzt nämlich nicht nur mit einem neuen Abenteuer im Kino, sondern auch als Hörbuch. Die Geschichten des kleinen Drachen handeln von Freundschaft, Mut und Selbstvertrauen. Die Hörbücher unterhalten nicht nur, sondern regen auch zum Mitmachen, Lernen und Spielen an. Hier könnt ihr übrigens ein Audible Probeabo testen*, falls ihr Hörbücher genauso mögt wie ich. Auch eine tolle Geschenkidee.

Minimalistischer leben - Kinderbücher
Wann gibt es Peppa Wutz als Hörbuch?

Und damit wären wir auch schon beim Thema: Schenken

Grundsätzlich halte ich es ja für sinnvoll Dinge zu verschenken, die dem Anderen eine Freude bereiten oder die er sich im besten Fall sogar wünscht. Da ich persönlich nichts mehr verschenken will, was einfach nur ein hundertstes, unnützes Mitbringsel ist, bin ich schon seit Jahren ein großer Fan von Gutscheinen. Einfallslos? Auf keinen Fall. So kann sich mein Gegenüber wenigstens den Wunsch erfüllen, den er sich erfüllen will. Oder er gönnt sich etwas, wofür er selbst kein Geld ausgegeben hätte. Oder man verschenkt einen Gutschein für eine gemeinsame Unternehmung, Gemeinsamzeit sozusagen. Alternativ mag ich auch Selbstgemachtes sehr gerne. Bei solchen Geschenken ist auch bei mir die Freude auf jeden Fall größer als über das nächste Paar Socken oder Duschgel in meiner Sammlung.

 

*Dies ist ein Affiliate-Link; wenn ihr darüber ein (Probe-)Abo abschließt, erhalte ich dafür eine kleine Provision. 

Latte Macchiato am Welternährungstag?

Bereits gestern habe ich über das Folgende nachgedacht ohne zu wissen, dass heute Welternährungstag ist. Vor diesem Hintergrund sind meine Gedanken noch passender und deshalb möchte ich sie mit euch teilen.

Vor ein paar Tagen ist unser ganz toller, neuer Kaffeevollautomat geliefert worden. Ein kleines Geschenk, dass wir uns einfach mal so zwischendurch gemacht haben machen konnten.

Mit diesem tollen Teil kann ich mir jetzt täglich so etwas Leckeres wie einen Latte Macchiato, Cappuccino oder Was-auch-immer-mit-Koffein zaubern. Dabei stelle ich mir neuerdings nicht nur die Frage, ob mich der häufige Genuss jetzt dauerhaft dick macht, weil so ein Latte Macchiato ja doch ein paar Kalorien hat, sondern vielmehr ist mir dabei mal wieder bewusst geworden, dass es unfassbar viele Menschen gibt die noch nicht mal annähernd das haben, was ich da in diesem Glas vor mir habe.

Welternährungstag
Mehr als nur ein Heißgetränk

Dieses Getränk ist Luxus!

Es gibt so viele Menschen auf der Welt, die brauchen keinen Latte Macchiato, noch nicht mal Kaffee, sondern etwas zu essen und zu trinken! Sie leiden Durst und Hunger und würden alles für ein Stück Brot und ein Glas Wasser geben.

Natürlich könnte mir das jetzt bei jedem Schluck ein schlechtes Gewissen machen.  Allerdings hilft es auch niemandem weiter, wenn ich auf diesen Kaffee verzichte. Dennoch sollte mich dies einen bewussteren Umgang damit und allen anderen Lebensmitteln lehren.

Es ist großes Glück diesen Latte Macchiato genießen zu können und in erster Linie sollte ich dafür unglaublich dankbar sein!

Die Dinge zu schätzen wissen

Dass wir in einer Gesellschaft leben , in der wir über mehr als ausreichend Lebensmittel verfügen ist nicht selbstverständlich. Was aber in meinen Augen selbstverständlich sein sollte ist, das zu würdigen. Beispielsweise indem wir mit diesen Lebensmitteln bewusster umgehen, weniger verschwenden, ökologischer einkaufen und, wer kann, auch mal den ein oder anderen Euro für etwas Gutes mehr investieren.

Nicht verschwenden – Geht das mit Kind überhaupt?

Ich hatte schon oft ein schlechtes Gewissen, wenn mein Sohn sein Essen nicht aufgegessen hat und ich die Reste weggeschmissen habe. Weil ich das irgendwann aber nicht mehr wollte, hab ich zunächst die Portionen verkleinert. Denn es ist besser einem hungrigen Kind noch mal Nachschlag zu geben als von einem nicht-hungrigen Kind zu verlangen etwas zu essen, das es nicht will. Selbst, wenn dann doch mal etwas übrig bleibt, ess ich es. Denn ich hab auch meine Portion verkleinert, damit ich die Reste noch essen kann und nichts weggeschmissen werden muss. Klar hätte ich mir das nach einer normal großen Portion auch noch „reinstopfen“ können, aber das ist ja auch nicht Sinn der Sache.

Kleine Veränderungen sind besser als keine

Es gibt also immer irgendwo kleine Tricks und Kniffe etwas besser zu machen, nicht nur am Welternährungstag. Auch wenn wir oft denken, wir können nicht viel tun, jeder für sich kann mehr tun als er denkt. Denn es fängt immer im Kleinen an! Wenn du einkaufst! Auf deinem Teller! In deinem Kopf!

Mein Leben ohne To-do-Liste

Heute gibt es mal wieder einen Blogpost aus dem Bereich Minimalismus. Häkchen-Minimalismus, wenn man so will. Denn ich hab das Abhaken auf der To-do-Liste in den vergangenen Wochen ganz schön reduziert. Das bedeutet nicht etwa, dass ich die Aufgaben auf meiner To-do-Liste habe schleifen lassen, viel mehr habe ich sie gar nicht erst aufgeschrieben. Und trotzdem sind sie erledigt. Das hat mir gezeigt: ein Leben ohne To-do-Liste ist möglich.

Denn wie oft landen Sachen auf der To-do-Liste, die eigentlich nie abgehakt werden und immer weiter wandern? Auf die nächste Liste und die übernächste. Das sind meistens Dinge, die entweder keine besonders hohe Priorität haben, irgendwann mal erledigt werden sollten, aber nicht vergessen oder vielleicht doch sogar getrost vergessen werden können.

Stellt sich nur die Frage, warum ich mir sowas dann überhaupt aufgeschrieben habe. Ich vermute, einfach nur, für das Gefühl etwas Produktives getan zu haben. Oder als vermeintlich sinnvolle Gedankenstütze. Tatsächlich glaube ich aber, dass das eher belastet, denn abgehakt wird der Punkt ja so schnell nicht. Da kann sich das Gefühl von Produktivität auch ganz schnell mal umkehren. Besonders dann, wenn sich diese Punkte häufen. Denn das wirklich Schöne und Erfüllende an einer To-do-Liste ist ja wohl erst das Abhaken.

Mein Leben ohne To-do-Liste
Gartenarbeit erledigt – auch ohne To-do-Liste

Warum ich ohne To-do-Liste lebe

Weil es sich eben so ergeben hat. Immer öfter habe ich gemerkt, dass es gar nicht so viele Dinge gibt, die ich mir nicht auch so merken kann. Es waren tatsächlich Dinge, die ich meistens umgehend erledigt habe oder bei denen eine gewisse Routine bestand. Wichtige Sachen gehen einem sowieso nicht aus dem Kopf, so dass ich mir das auf die To-do-Liste Setzen einfach gespart habe.

Zu den unwichtigen Dingen hab ich mich ja schon geäußert. Dabei handelt es sich einfach um unnötigen Ballast in Papierform, den ich einfach nicht mehr mit mir rumschleppen will.

Was ich da so meine? Mir steht in diesem Jahr noch ein Kontrollbesuch beim Zahnarzt bevor und dafür muss ich einen Termin machen. Dieses To-do stand bestimmt schon seit Anfang des Jahres auf meiner letzten Liste. Als erledigt abgehakt hätte ich es sowieso nicht so bald. Nicht etwa aus Angst vor dem Zahnarzt, sondern weil ich damit warten wollte bis der Nachwuchs in der Kita eingewöhnt ist und ich vormittags Zeit für einen solchen Termin habe. Warum soll ich das dann monatelang als Punkt mit mir herumschleppen? Weiß ich schließlich auch so.

Natürliche lebe ich nicht vollständig ohne mir das ein oder andere zu notieren. Ich besitze ein Notizbuch, in das ich alles reinschreibe, allerdings weniger To-do’s als viel mehr Essenspläne, Einkaufszettel, vereinzelt Termine, Blogpost-Ideen etc.

Leben ohne To-do-Liste
Mehr als eine To do-Liste

Führe ich jetzt ein chaotischeres Leben ohne To-do-Liste?

Definitiv nicht! Ich glaube sogar, dass es entspannter geworden ist, weil man den Druck Dinge erledigen zu müssen nicht immer schwarz auf weiß vor sich hat. Außerdem hab ich das Gefühl, dass ich seitdem manche Sachen, die ich sonst vielleicht etwas länger vor mir hergeschoben hätte, schneller erledige. Besonders kleine und nervige Aufgaben.

Als mir bewusst wurde, dass ich tatsächlich schon lange nicht mehr mit einer To-do-Liste arbeite, war ich zunächst auch etwas erstaunt, denn seit Schwangerschafts- und Stilldemenz hab ich gerne mal Dinge vergessen. Dass ich letztens tatsächlich ohne Portemonnaie zum einkaufen gefahren bin, daran hätte aber auch keine To-do-Liste der Welt etwas geändert. Passiert halt!

Davon mal abgesehen, hab ich aber das Gefühl, das das mit dem Vergessen weniger geworden ist. Vielleicht, weil ich mein Gehirn wieder öfter damit beanspruche sich Aufgaben zu merken. Ist zwar nur eine Vermutung, aber gar nicht mal so abwegig.

Für so Manchen käme ein Leben ohne To-do-Liste überhaupt nicht in Frage, mag sein. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass viele von euch, diese Punkte kennen, die immer weiter wandern und eigentlich nur nervig sind. Möglicherweise hilft da ja schon ein kleiner Minimalismus, indem solche Punkte tatsächlich mal aussortiert oder alternativ endlich erledigt werden.

Wie sich eine Leben ohne To-do-Liste anfühlt

Ein Leben ohne To-do-Liste ist möglich und sinnvoll. Für mich zumindest. Es fühlt sich befreiter an nicht ständig an all die Punkte auf einem Zettel denken zu müssen, denn an die noch zu erledigenden Aufgaben denke ich sowieso. Natürlich kann das Abhaken glücklich machen. Aufgaben direkt erledigt zu haben, ohne sie erst auf eine Liste zu setzen, aber auch.

Statt noch dies und jenes tun zu müssen, mach ich es jetzt einfach. Schon vor einiger Zeit hab ich mir vorgenommen weniger müssen zu müssen. Das lässt sich so noch besser umsetzen.

Klar, für wirklich wichtige Dinge, die ich echt auf gar keinen Fall vergessen darf, kleb ich mir schon mal irgendwo einen Post-it hin oder schreib mir eine Erinnerung ins Handy. Das war’s aber auch. Dabei fällt mir gerade ein, dass es gleich klingeln müsste. Eine Erinnerung für eine E-Mail, die ich heute noch abschicken will.

Seht ihr, ich hab auch so dran gedacht!

Warum ich nichts mehr müssen will

„Kein Mensch muss müssen.“ Dieser Satz aus „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing ist mir bereits zu Schulzeiten begegnet und hat sich seitdem fest in meinem Kopf verankert. Er ist eine Art Mantra für mich, aber, wenn man’s genau nimmt, eins, dass ich eher halbherzig befolgt habe. Vom „nichts mehr müssen“ war ich bisher nämlich ziemlich weit entfernt. Denn anscheinend muss ich ja doch ganz viel:

  • Ich muss nachher noch einkaufen.
  • Davor muss ich bei der Versicherung anrufen.
  • Dann muss ich das Mittagessen kochen.
  • Zwischendurch muss ich den Nachwuchs noch wickeln.
  • Und nach einem langen Tag muss ich abends auch noch meditieren.

Echt? Muss ich das alles?

Wisst ihr was? Ich muss gar nichts, ich will!

  • Ich will nachher noch einkaufen, damit ich was Leckeres zu essen kochen kann.
  • Davor rufe ich bei der Versicherung an, weil ich noch eine Information benötige.
  • Dann koche ich das Mittagessen.
  • Zwischendurch wechsle ich die ein oder andere Windel.
  • Und nach einem langen Tag will ich, trotz vorangeschrittener Stunde, noch meditieren.

Zu nichts werde ich gezwungen, aber wenn ich mir selber manchmal im Alltag so zuhöre erweckt das fast den Anschein. Denn, ständig sage ich, was ich nicht noch alles machen muss. Pardon, SAGTE ich, denn ich will nichts mehr müssen. Irgendwie suggeriert dieses „Müssen“ doch den totalen Stress. Dass ich da überhaupt noch Zeit für schöne Dinge habe, so busy wie ich bin… Seitdem mir das bewusst geworden ist, versuche ich das Wort „müssen“ durch passendere zu ersetzen.

Schluss mit Müssen

Natürlich treib ich das jetzt nicht auf die Spitze, indem ich das Verb „müssen“ komplett aus meinem Wortschatz verbanne, denn manche Dinge muss man einfach. Zum Beispiel sich mit Sonnencreme einreiben, damit man keinen Sonnenbrand bekommt. Wenn der Tank meines Autos leer ist, muss ich auch tanken, damit ich weiter fahren kann. Auch auf Toilette muss ich.

Darüber hinaus müssen Pflichten erfüllt werden. Und genau da liegt der Knackpunkt, denn etwas wirklich zu müssen ist, wenn man mal genau darüber nachdenkt, meistens eine Pflicht. Alles, was ich vermeintlich muss als Pflicht anzusehen, kommt aber gar nicht in die Tüte. Mein Ziel ist ja auch nicht gar nichts mehr zu müssen. Lediglich den inflationären Gebrauch des Wortes will ich einschränken.

Aber nicht nur das.

Nichts mehr müssen zu wollen heißt auch, Dinge wirklich nicht mehr zu tun. Dazu gehört neuerdings etwas für das ich gerne mal verwunderte Blicke ernte. Vor einiger Zeit habe ich nämlich für mich entschieden keine Nachrichten mehr zu konsumieren.

nichts mehr müssen
Du bleibst mal aus!

Aber du musst doch informiert sein

Ach, muss ich das? Sagt wer? Klar, sollte man sich vor dem politischen Weltgeschehen und sonstigen wichtigen Ereignissen nicht verstecken. Ist auch nicht meine Absicht. Darüber hinaus geht das auch gar nicht, zumindest in der Zivilisation in der ich offensichtlich lebe. Denn trotz des bewussten Verzichts auf die klassischen Nachrichten, bekommt man auf zahlreichen anderen „Kanälen“ genug mit. Schließlich renne ich ja auch nicht mit zugehaltenen Ohren und „Lalala“ singend aus dem Raum, wenn irgendwo eine Nachrichtensendung laufen sollte.

Wogegen ich mich sträube ist viel mehr die Flut an Informationen, die uns überrollt, ob wir wollen oder nicht. Informationsmüll sozusagen. Natürlich bin ich in der Lage ihn rauszufiltern, aber einmal konsumiert lässt er sich nicht mehr aus meinem Kopf verbannen.

Interessiert niemanden

Weder die Medien wie Radio, Fernsehen und Zeitungen, noch die sozialen Netzwerke interessieren sich dafür welchen Informationsmüll sie auf ihren Konsumenten abladen. Mich interessiert das aber und deshalb hab ich auch beschlossen, dass ich diesen, wenn ich nicht will, nicht konsumieren muss. Ich muss keine Schauergeschichten in meinen Kopf lassen. Besonders seit ich Mutter bin, reagiere ich auf viele Themen sehr sensibel, welche das sind, muss ich hier wohl kaum ausführen.

Für besondere Verwunderung sorgt die Entsagung der Nachrichten allem vor dem Hintergrund, dass ich selbst als Nachrichten-Redakteurin gearbeitet habe. Aber daher weiß ich eben auch „wie der Hase läuft“. Themen werden natürlich nach Wichtigkeit ausgewählt, aber häufig genug auch nach Sensation. Zudem werden manche Dinge gerne aufgebauschter als nötig. Das sind nur ein paar Punkte, aber eben auch Punkte, die mich zusätzlich in meiner Entscheidung bestärken diese Art von Informationsminimalismus zu betreiben.

Der positive Effekt des Ganzen: man geht weniger ängstlich durch’s Leben und folglich auch glücklicher und gelassener. Keinesfalls bedeutet das, dass ich gleichgültiger werde und schlimme Dinge ausblende, ich schütze mich einfach vor unnötigen Informationen. Denn ich will beim besten Willen keine Informationsmüllhalde sein.

Kannst du denn noch mitreden? 

Bei den wichtigsten Themen sicherlich, denn, wie schon erwähnt, kommt man einfach nicht drum herum. Außerdem informiere ich mich zu bestimmten Themen allein aus Interesse, dann aber eben gezielt. Darüber hinaus mag ich Polit- und Mediensatiren und da spielen Nachrichten schließlich die größte Rolle.

Das ist aber nicht konsequent 

Dazu sag ich ganz bewusst: Muss es auch nicht sein!

 

Minimalismus im Kleiderschrank – ich miste aus

Wäsche waschen ist, seitdem ich Mutter bin, von der wöchentlichen To do-Liste auf die beinahe tägliche To do-Liste gerutscht. Denn ein Kind macht sich dreckig und nicht nur sich, auch die eigene Kleidung bekommt gerne mal was ab. Da wirkt es fast verwunderlich, dass ich mir Minimalismus im Kleiderschrank wünsche, befindet sich doch die Hälfte meines Kleiderschrankinhaltes sowieso immer in der Wäsche. Dennoch möchte ich es angehen, das Projekt „Minimalistischer Kleiderschrank“. Wie, das verrate ich euch jetzt.

Ausmisten, ausmisten, ausmisten 

Ausgemistet wird mein Kleiderschrank eigentlich schon seit Jahren regelmäßig. Aber nie wirklich effektiv, denn es finden sich immer wieder Dinge darin, die einfach nicht verschwinden wollen. Zu schade, zu teuer, zu neu und ungetragen, um sie einfach wegzugeben. Kein guter Ansatz für Minimalismus im Kleiderschrank. Denn wenn’s drin liegen bleibt, nützt es mir doch auch nichts, außer dass ich irgendwann ein Platzproblem bekomme und die Übersichtlichkeit verloren geht. Genau diese beiden Dinge will ich nicht. Damit wäre ich auch schon bei der Frage:

Was bedeutet Minimalismus im Kleiderschrank für mich?

Für mich bedeutet Minimalismus im Kleiderschrank, dass darin nur noch Kleidungsstücke aufbewahrt werden, die:

  • ich regelmäßig trage – das kann je nach Anlass auch etwas sein, dass ich nur einmal im Jahr trage, wie z.B. das Dirndl zum Oktoberfest, ist ja auch eine gewisse Regelmäßigkeit
  • meinem Stil entsprechen – keine Fehlkäufe mehr; wie ich die versuche zu vermeiden, dazu später mehr
  • noch passen – alles, wo ich vielleicht nochmal reinpassen könnte, hat darin nichts zu suchen, denn aktuell hab ich die Figur, von der ich vermute, dass sie bleiben wird. Jeans, die mir mit 18 mal gepasst haben, sind deshalb schon lange aussortiert.

Minimalsimus im Kleiderschrank bedeutet für mich nicht, dass ich mir keine neuen Teile mehr kaufen werde. Worauf ich dabei aber achte, dazu komme ich noch. Jetzt zeig ich euch erst mal wie ich den vorhandenen Bestand aussortiert habe bzw. gerade erfasse, welches Kleidungsstück bleiben darf und welches nicht.

Die Drei-Kategorien-Sortierung 

Ganz simpel angefangen habe ich mit dem Aussortieren und Kategorisieren. Ganz klassisch in drei Kategorien:

  • behalten
  • vielleicht behalten
  • nicht behalten

Die größte Herausforderung bringt natürlich am Ende Kategorie „vielleicht behalten“ mit sich. Denn da gilt es ganz genau zu überlegen: Kann das Weg?

Eigentlich trifft diese Frage ja auf alle Kleidungsstücke zu. Und weil man wirklich immer einen Grund findet, warum auch das Sommerkleidchen, dass ich zuletzt vor drei Jahren getragen habe, nicht einfach weg kann, musste eine etwas radikalere Lösung her als die Drei-Kategorien-Sortierung. Dazu eine Anmerkung: Kleidung, die nur zu bestimmten Anlässen und eher selten tragbar ist, wie beispielsweise das bereits erwähnte Dirndl, sind von der folgenden Methode ausgenommen.

Effektiver ausmisten

Die Methode, um Minimalismus im Kleiderschrank zu schaffen, dürfte in Bezug auf alle anderen Kleidungsstücke dafür ziemlich erfolgversprechend sein. Als erstes zeige ich euch jetzt diese beiden Bilder von meinem Kleiderschrank. Fällt euch schon was auf? Ich geb zu, es ist nicht ganz leicht zu erkennen.

Minimalismus im Kleiderschrank
Vorher – Nachher

Links seht ihr meinen ursprünglichen Kleiderschrank, rechts den überarbeiteten (das obere Regal ausgenommen, das ist Sport- und Hauskleidung). Er ist noch genauso gefüllt, mit dem Unterschied, dass alles „umgedreht“ platziert ist. Denn um herauszufinden, welche Kleidungsstücke ich wirklich trage, habe ich diese Art der Kontrollfunktion eingeführt:

  • alle Bügel hängen verkehrt herum
  • alle Teile im Regal liegen umgedreht

Sobald ich eins dieser Teile vom Bügel oder aus dem Regal getragen habe, hänge oder lege ich es wieder in die „richtige“ Position, wie links auf dem Bild. So weiß ich, dass ich dieses Teil wirklich anziehe. Was am Ende noch so liegt wie rechts, kann demnach weg. Denn ich hab es wohl nicht getragen.

Das kann weg!

Natürlich braucht diese Methode etwas Zeit. Denn gerade jetzt im Sommer, werde ich die dicken Pullover eher selten (hoffentlich gar nicht!) anziehen. Deshalb finde ich es am sinnvollsten zumindest drei Jahreszeiten für dieses Projekt in Anspruch zu nehmen: den warmen Sommer, den kalten Winter und eine Übergangszeit wie Frühling oder Herbst.

Danach sollte sich herauskristallisiert haben, was ich wirklich behalten will und was nicht. Zum Thema Schummeln: Natürlich kann ich Kleidungsstücke einmal tragen, nur um sie wieder „richtig“ im Schrank zu positionieren. Aber da muss ich schon ehrlich zu mir selber sein, ob das meinen ersehnten Minimalismus im Kleiderschrank wirklich weiterbringt.

Was ich mir davon erhoffe

Mein Ziel ist es herauszufinden, was ich wirklich gerne trage und diese Teile dann auch entsprechend neu zu kombinieren, um von dieser Masse an Kleidungsstücken wegzukommen. Mancher mag den Kleiderschrank als übersichtilich empfinden, für mich ist es schon zu viel, zu viel, das zu selten getragen wird. Sobald aussoriert ist, habe ich einen besseren Überblick über die essentiellen Teile und kann dann auch wieder gezielter neue Kleidung kaufen. Denn Minimalismus im Kleiderschrank bedeutet für mich nicht, nie mehr etwas zu kaufen, sondern viel mehr Fehlkäufe zu vermeiden. Das funktioniert bei mir mittlerweile ganz gut.

Wie ich weniger Kleidung kaufe und Fehlkäufe vermeide

Erstens versuche ich immer ein neues für ein altes Teil zu ersetzen. Das heißt, ich kaufe mir nicht fünf verschiedene schwarze T-Shirts, nur weil ich sie schön finde. Ist ein schwarzes T-Shirt nicht mehr tragbar, weil verwaschen, ausgeleiert etc. darf ein neues her. Natürlich dürfen es auch mal zwei sein, aber mehr fände ich für mich schon überflüssig. 

Fehlkäufe kenne ich dagegen zu gut aus vergangenen Zeiten. Seitdem ich den folgenden Trick anwende, bleiben sie glücklicherweise immer öfter aus. Da ich eine Schnäppchenjägerin bin und meistens nur im Sale einkaufe, hilft mir dieser Trick enorm gut weiter. Wenn ich mal wieder etwas reduziertes kaufen will, frage ich mich, ob ich dafür auch den Normalpreis bezahlen würde. Wenn ja, kommt’s mit, wenn nein, dann bleibt es im Laden. Denn dann würde ich es nur kaufen, weil es gerade so günstig ist.

Ansonsten shoppe ich mittlerweile auch fast nur noch online, denn da kann man die Kleidungsstücke zuhause direkt mit Vorhandenem kombinieren und sehen, ob sich der Kauf lohnt.

Wohin mit der aussortieren Kleidung?

Die Frage stellt sich natürlich auch noch. Da unterteile ich nochmal in drei Kategorien:

  • verschenken/spenden – alles, was noch gut tragbar ist, aber sich nicht unbedingt verkaufen lassen würde
  • verkaufen – meistens verkaufe ich nur sehr gut erhaltene und fast ungetragene Sachen, die klassischen Fehlkäufe eben
  • wegschmeißen – alles was kaputt ist, wandert ohne zu zögern in den Müll

So entwickelt sich derzeit mein Kleiderschrank also zu einem minimalistischeren Ort und das gefällt mir sehr gut. Natürlich ist das auch in anderen Bereichen möglich. Wie ich da versuche zu reduzieren, erzähle ich euch aber ein anderes Mal. Jetzt muss ich erst mal Wäsche waschen. Der Nachwuchs hatte Spinat zu Mittag.