Einschlafbegleitung ist meine Meditation

Ein stressiger, hektischer Alltag, viel zu tun im Job, Pflichten im Haushalt, vielleicht sogar Freizeitstress und ein Kind in der Autonomiephase. Alles Gründe, die einen am Ende des Tages nur noch den wohl verdienten „Feierabend“ herbeisehnen lassen. Wäre da nicht noch die, in der Dauer unplanbare, Einschlafbegleitung des Kindes.

Auch ich hab, als mein Sohn nach Monaten auf einmal wieder die Einschlafbegleitung einforderte, zugegebenermaßen erst mal so gar keinen Bock darauf gehabt. Zumal sich irgendwann herauskristallisiert hatte, dass das wohl eine dauerhafte Angelegenheit wird. An manchen Abenden war es besonders anstrengend, meistens dann, wenn auch der Tag besonders anstrengend war und ich wirklich nur noch „Feierabend“ haben wollte. Aber das hat mir mein Sohn, so mein Gedanke, irgendwie nicht vergönnt und ließ sich viel Zeit mit dem Einschlafen.

Klar, passt ja zu solchen Tagen. Damals hab ich nur noch nicht verstanden auf welche Art. Jetzt schon. Denn es ist nicht mehr nur eine Einschlafbegleitung für meinen Sohn, mit der wir jeden Abend gemeinsam den Tag ausklingen lassen, auch für mich ist es ein neues Ritual um runterzukommen.

Einschlafbegleitung - Nachtlicht
Schlafenszeit

Einschlafbegleitung zum runterkommen

Seitdem ich akzeptiert habe, dass es nun mal so ist wie es ist, habe ich begonnen die Einschlafbegleitung mit ganz anderen Augen zu sehen. Sie ist für mich zu einer Art Meditation geworden. Ein Moment der Ruhe, auch wenn mein Sohn noch vor sich hinplappert. Aber ich hab mir angewöhnt so wenig wie möglich zu kommentieren, weil ja eben schon Schlafenszeit ist. Er braucht das in-den-Schlaf-Plappern eigentlich auch nur, um selber runterzukommen. Ich nutze den Moment also, um einfach mal nichts zu tun, die Augen zu schließen, vielleicht noch den Tag Revue passieren und meine Gedanken schweifen zu lassen. Viel mehr kann ich in dem Moment auch nicht tun, denn es ist dunkel, ich kann nicht laut sein, ich bin einfach nur präsent, indem ich neben dem Bettchen meines Sohnes sitze, seine Hand halte und warte bis er eingeschlafen ist.

Genau so soll es derzeit auch sein. Vielleicht brauche ich genau das jeden Abend, um selber abzuschalten, um in mich zu gehen und Ruhe zu finden. Momentan schaffe ich es selten im Alltag zu meditieren, oft will ich es auch nicht irgendwie noch reinquetschen müssen. Stattdessen nutze ich die abendliche „Zwangspause“ im Kinderzimmer für meine Art der Meditation.

In der Regel dauert die Einschlafbegleitung bei uns so um die 20 Minuten. Es können mal sogar nur fünf Minuten sein, manchmal aber auch eine geschlagene Stunde. (Meistens hab ich den Nachwuchs dann aber einfach zu früh hingelegt.)

Klar bin ich dann auch schon mal irgendwann genervt, weil ich nicht mehr will. Weil vielleicht ein Film im Fernsehen läuft, den ich gerne sehen möchte oder weil ich noch irgendetwas zu erledigen habe. Aber in welchen Lebensbereichen ist das nicht so? Egal wie gerne man etwas macht, manchmal macht alles keinen Spaß, ist zäh, zieht sich hin oder oder oder.

Was ich zum Thema Einschlafbegleitung nur sagen kann ist, dass es auch hier so ist, dass ich die Dinge nicht ändern kann, wohl aber meine Einstellung den Dingen gegenüber. Statt die von meinem Sohn eingeforderte Einschlafbegleitung als Abzug meiner Me-Time anzusehen, sehe ich sie als genau das, eine Me-Time, die ich zwar nicht alleine, sondern mit meinem Sohn verbringe, aber für mich auf meine ganz eigene Weise nutzen kann.

Warum ich das erst jetzt zu schätzen gelernt hab

Tatsächlich war es einige Zeit lang so, dass ich Abends immer noch meditieren wollte und zwar nachdem mein Sohn eingeschlafen ist. Da sich das aber eben nicht genau auf einen Zeitpunkt festlegen ließ, wurde ich immer unruhiger, schließlich wollte ich nicht nur noch meditieren, sondern auch noch was von meinem Abend und gemeinsame Zeit mit dem Mann haben. Wie paradox! Man lässt sich von etwas stressen, was eigentlich zur Entspannung beitragen soll. Als ich das erkannt habe und die Einschlafbegleitung begonnen habe als meine Meditation zu sehen, hab ich quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Außerdem weiß ich nicht wie lange mein Sohn noch von mir in den Schlaf begleitet werden will, deshalb bin ich dankbar diese Zeit endlich nicht mehr als anstrengend, sondern als wertvoll anzuerkennen und genießen zu können. Denn irgendwann werde ich sie vermissen, hundertprozentig!

Ich glaube, dass wir im Leben bestimmte Aufgaben zu bestimmten Zeiten bekommen. Auch wenn viele Mütter die Einschlafbegleitung als anstrengend erachten, bin ich mir sicher, dass sie nicht nur für unsere Kinder etwas Gutes ist, sondern auch für uns. Vielleicht weil wir gerade jetzt lernen sollen den Moment zu genießen, weil wir gerade jetzt die Ruhe brauchen, die wir uns sonst nicht nehmen würden. Alles geschieht genau zu der Zeit, zu der es geschehen soll. Dann ist es nur wichtig, für sich die richtigen Erfahrungen daraus zu ziehen. Meine Erfahrung mit der Eischlafbegleitung ist so zu einer unglaublich positiven geworden.

Einschlafbegleitung - Meditation
Meditation – ganz klassisch

Wie ich sonst meditiere

Natürlich ist diese Art der Meditation keine Meditation im herkömmlichen Sinne. Alternativ könnte man sie auch Achtsamkeitsübung nennen. Trotzdem versuche ich mich mindestens einmal in der Woche an einer langen, rund zwanzigminütigen Meditation. Im Moment lasse ich mich von Laura Malina Seiler dazu anleiten. (Auf sie bin ich dank der coolsten aller Zwillingsmütter Juli von Doppelkinder gestoßen. Ein genialer Blog, den ihr euch unbedingt anschauen solltet!) Laura hat eine tolle Art Meditationen anzuleiten und ihr sogenannter Spiritual Sunday ist eine unglaublich positive, wöchentliche Bereicherung für mich. Wer mehr darüber wissen will, schaut am besten einfach mal auf ihrer Seite vorbei.

Ansonsten gefallen mir die Meditationen von Yoga Vidya sehr gut. Leider hab ich es immer noch nicht geschafft, den zehnwöchigen Meditationskurs zu beenden, aber irgendwann klappt sicher auch das.

Denn Meditation hat viele positive Effekte, auf psychischer und physischer Ebene. Schon fünf Minuten täglich reichen, laut der Wissenschaft, aus, um messbare Veränderungen festzustellen. Mir persönlich bringt es Fokussierung. Auch wenn ich mich manchmal ganz schön zur Ruhe zwingen muss. Aber das gehört eben dazu, ein wenig Disziplin. Seit ich meditiere bin ich definitiv gelassener geworden, aber auch konzentrierter und versuche den Blick öfter auf das Wesentliche zu lenken. Meditation drückt für mich auch Dankbarkeit aus, Dankbarkeit mir gegenüber. Denn ich schenke mir damit etwas, das mir gut tut. Jedes Mal, wenn ich mir, meinem Körper und meinem Geist etwas schenke, dass ihm gut tut, sag ich ihm damit auch immer „Danke schön“.

So erreichst du deine Ziele 2018 dank eines Vision Boards ganz leicht – Gastbeitrag

Gastbeitrag von Frau Farbenfroh

Das neue Jahr rückt immer näher und Viele von uns machen sich wieder Gedanken über mögliche Vorsätze für 2018. Aber hast du diese Vorsätze wirklich jemals umgesetzt? Auf Dauer in dein Leben integriert? Ich möchte dir heute in diesem Gastbeitrag einen Tipp geben wie das dieses Mal endlich
anders laufen kann.

Vision Board Frau Farbenfroh 1
Julia ist Frau Farbenfroh

Wer bin ICH eigentlich? Ich bin Julia, Mama von zwei kleinen Kindern (Svea 1 und Vince 4). Auf meinem YouTube Kanal Frau Farbenfroh und in meiner Arbeit als Mama Coach verhelfe ich Mamas zu einem bedürfnisorientierten, glücklichen, entspannten Alltag mit ihren Kindern. Ich lege großen Wert darauf, dass Mamas auch auf ihre Bedürfnisse schauen und sich selbst nicht vergessen.

Hast du Lust ein wenig kreativ zu werden? Ein bisschen zu basteln? Dich mit deinen Zielen zu verbinden? Dann lass uns gemeinsam ein Vision Board gestalten.

Vision Board Familie Farbenfroh
Familie Farbenfroh

Was ist ein Vision Board?

Ein Vision Board oder auch Ziel Collage visualisiert deine Ziele, versinnbildlicht sie. Wir füttern unser Unterbewusstsein durch Betrachten des Boards ständig mit unseren Zielen und programmieren es darauf uns bei der Zielerreichung zu unterstützen. Unser Unterbewusstsein muss nur wissen wo es hin soll, dann wird es dein Denken und Handeln richtig lenken.

In drei Schritten zu deinem Vision Board

  1. Formuliere deine Ziele ein mal aus.
    Nimm dir jetzt bitte etwas zu schreiben und formuliere deine Ziele. Umso präziser, desto besser.
    Achte dabei auf folgende Punkte:
    Bis wann möchtest du dein Ziel erreichen?
    Nutze genaue Zahlen wenn möglich (z.B. Gewicht, Einkommen)
    Beschreibe dein Ziel so genau wie möglich.Und nun formuliere dein WARUM?Warum möchtest du dieses Ziel erreichen? Was ist deine Motivation dahinter? Umso stärker dein Warum ist, umso mehr Gefühle darin involviert sind, desto einfacher wird es dir fallen dein Ziel zu erreichen und motiviert zu bleiben. Tu es für dich! Nimm nicht ab um einem gewissen Frauenbild zu entsprechen, lerne kein Instrument um deine Kinder dazu zu motivieren es dir gleich zu tun. Der Wunsch muss aus dir heraus kommen, aus deinem tiefsten Inneren.Sei hier gerne sehr ausführlich. Lass dir Zeit. Komme gerne noch einmal darauf zurück wenn du dir in Ruhe Gedanken darüber gemacht hast.Warum möchtest du dieses Ziel erreichen?
    Was bedeutet dir dieses Ziel und dessen Erreichung?
    Wie fühlt es sich an wenn du an dieses Ziel denkst?
  2. Sammle Ideen
    Mache dir Gedanken über Bilder und Wörter, die dein Ziel beschreiben und mache dich auf die Suche in Zeitschriften und im Internet. Sammle Bilder, Wörter und Sätze.

  3. Gestalte dein Vision Board
    Klebe deine gesammelten Bilder und Wörter nun auf einen Karton oder nutze eine Pinnwand wenn du magst. Werde kreativ und nutze Aufkleber, Washi Tape und andere Bastelutensilien und dein Vision Board so zu gestalten, dass du es dir gerne ansiehst.

Hänge dein Vision Board sichtbar in deiner Wohnung auf, an einem Ort an dem du mehrmals täglich vorbei kommst. So wird dein Unterbewusstsein ständig mit deinen Zielen gefüttert.
Fotografiere es auch gerne, drucke es aus und habe es als Mini Version in deinem Geldbeutel dabei oder nutze es als Lesezeichen.

Vision Board Frau Farbenfroh 2
Frau Farbenfroh/Julia in natura

Möchtest du weitere Unterstützung bei deiner Zielerreichung? Möchtest du dich mit Mamas austauschen, die ebenfalls wachsen wollen? Dann komm gerne in meine geschlossene Mama Gruppe auf Facebook. Hier startet am 6. Dezember auch eine kostenlose Challenge mit 5 live Videos zum perfekten Start in 2018. Es geht um: Zielerreichung, Motivation, Organisation und Zeitmanagement in deinem Familien Alltag. Ich freue mich sehr dich dort begrüßen zu dürfen.

Ich beschreib mich mit Zitaten – meine liebsten Zitate

Auf Instagram wurde ich gefragt mit welchen Zitaten ich mich beschreiben würde. #ichbeschreibmichmitzitaten Die Idee fand ich so cool, dass ich sie auch hier mit euch teilen möchte. Ich hätte ewig damit weitermachen können Zitate runterzuschreiben. Denn es gibt so viele, die auf mich zutreffen oder nach denen ich lebe. Hier sind ein paar, die mir auf Anhieb eingefallen sind.  Die Liste werde ich sicher noch erweitern.

Tatsächlich ist es so, dass ich mir Zitate oder generell Sätze, die mich inspirieren nicht gut merken kann. Dann schreibe ich sie meistens auf oder mache ein Foto davon mit dem Handy. Das ist auch schön und gut für eine Zitatesammlung. Die, die ihr hier lest, sind aber die, die ich mir – mehr oder weniger – originalgetreu merken konnte. Natürlich hab ich sie nochmal nachgeschlagen, um sie auch wirklich korrekt aufzuschreiben. Aber das zeigt auf jeden Fall, dass das für mich wirklich die bedeutensten Zitate sind. Viel Spaß beim Lesen!

Zitate, Zitate, Zitate

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt. (Mahatma Gandhi)

Glaube nicht alles, was du denkst. (Byron Katie)

Kein Mensch muss müssen. (aus Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing)

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. (Soren Kierkegaard)

Jetzt ist immer die richtige Zeit – denn es ist die einzige Zeit. (Jon Kabat-Zinn)

Alles, was zu besitzen sich lohnt, lohnt auch, dass man darauf wartet. (Marilyn Monroe)

Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen. (Maria Montessori)

Schokolade löst keine Probleme. Aber das tut ein Apfel ja auch nicht. (Unbekannt)

Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. (Karl Lagerfeld)

Hier, ich! Schuldig! Ein bisschen Selbstironie zum Schluss darf natürlich nicht fehlen. Natürlich trag ich Jogginghosen, trotzdem liebe ich dieses Zitat von Karl Lagerfeld. So, jetzt möchte ich aber auch von euch wissen, was eure Lieblingszitate sind. Schreibt sie mir doch gerne in die Kommentare!

Zitate
Auf der Suche nach neuen Zitaten

Meine Erfahrung mit der Kupferspirale

Meine Erfahrung mit der Kupferspirale

Lange habe ich überlegt, ob ich über dieses Thema schreiben soll, denn es ist ein sehr intimes. Aber inzwischen fühlt es sich richtig an, deshalb habe ich mich dazu entschlossen es zu tun, um anderen Frauen vielleicht eine Hilfe bei ihrer Entscheidung zu sein. Kupferspirale: Ja oder nein? Es ist ja immer so, im Internet gibt es fast nur negative Erfahrungsberichte. Über alles, was gut läuft, muss man ja auch nicht ständig sprechen. Ich mache das sonst gerne. Aber diesmal hab auch ich keinen Grund dazu, deshalb wird das eine weitere negative Erfahrung mit der Kupferspirale. Leider! Wer das nicht lesen möchte, dem empfehle ich an dieser Stelle auszusteigen.

Meine Erfahrung mit der Kupferspirale von Anfang an

Nach der Geburt unseres inzwischen zwei Jahre alten Sohnes war dem Mann und mir erst mal klar, dass wir so bald kein zweites Kind wollen. Deshalb stand natürlich auch das Thema Verhütung wieder zur Debatte. Schon lange vor der Schwangerschaft habe ich aufgehört hormonell zu verhüten, weil ich meinen Körper dem einfach nicht mehr aussetzen wollte. Dass ich deshalb die Pille irgendwann abgesetzt hatte, habe ich auch zu keinem Zeitpunkt bereut.

Nun standen mein Freund und ich aber nach der Geburt unseres Sohnes erneut vor der Entscheidung: Wie verhüten wir jetzt? Mit meinem Frauenarzt hab ich verschiedene Möglichkeiten durchgesprochen und mich letzten Endes für die Kupferspirale entschieden. Rund drei Monate nach der Geburt meines Sohnes habe ich sie mir einsetzen lassen.

Die Risiken kannte ich, u.a. weil mein Arzt mich darüber informiert hatte und natürlich aus dem Internet. Aber ich war optimistisch. Schließlich war dies auch eine sehr praktische Form der Verhütung. Die Kupferspirale wird eingesetzt und bietet dann im Idealfall drei Jahre Verhütungsschutz. Das Einsetzen war kein Problem und die regelmäßige Kontrolle gab mir Sicherheit, Probleme hatte ich über ein Jahr lang auch keine bis…

…zu einem Tag im März dieses Jahres

Es war ein ganz normaler Tag, nur dass ich im Laufe dieses Tages leichte Unterleibsschmerzen bekam. Es fühlte sich an wie es sich schon mal vor „den Tagen“ anfühlt. Also kein Grund zur Beunruhigung. Den hatte ich erst als es darin gipfelte, dass ich abends auf der Couch vor Schmerzen gar nicht mehr wusste wie ich mich platzieren sollte. Ob liegen,  ob sitzen, egal, jede Position schmerzte furchtbar. So etwas hatte ich noch nie erlebt. (Die Geburt mal aussen vor gelassen, aber das war eine ganz andere Art von Schmerz.)

Da ich kein Typ bin, der gerne zu Schmerztabletten greift und mir das auch alles zu merkwürdig vorkam, war schnell klar, dass sich das besser ein Arzt ansehen sollte. Es war ca. 21 Uhr als mein Freund und ich uns auf den Weg in die ärztliche Notfallpraxis machten. Die Schwiegermutter in spe hat währenddessen auf den Nachwuchs aufgepasst, der von all dem noch gar nichts mitbekommen hatte.

In der ärztlichen Notfallpraxis konnte die Ärztin nicht genau diagnostizieren, was mir fehlte, vermutet hatte sie irgendetwas mit dem Darm. (Damit sollte sie nicht ganz Unrecht behalten!) Da sie mir nicht weiterhelfen konnte, wurde ich in die Krankenhaus-Ambulanz geschickt, die sich glücklicherweise nur ein paar Häuser weiter befand.

Nach einem kurzen Gespräch mit dem diensthabenden Arzt ging es für mich direkt weiter in die Gynäkologie, denn er vermutete eher ein gynäkologisches Problem. Also saßen wir dort und warteten auf meine Untersuchung. Es schmerzte immer noch und ich wollte endlich wissen was los ist.

Nach der Untersuchung hatte der Arzt eine ziemlich klare Vermutung, die Kupferspirale muss eine Entzündung des Eierstocks und des Eileiters hervorgerufen haben. Um sicherzugehen, sollten noch die Entzündungswerte im Blut kontrolliert werden. Ich weiß nicht mehr wie lange wir auf das Ergebnis gewartet haben, aber es hat gefühlt ewig gedauert. Kurz vor Mitternacht wurde ich dann stationär im Krankenhaus aufgenommen, denn der Verdacht des Arztes hatte sich bestätigt.

Meine Erfahrung mit der Kupferspirale - KH
Im Krankenhaus

Ist tatsächlich eine OP notwendig?

Am nächsten Tag sollte die Spirale dann entfernt werden. Sollte! Bei der Untersuchung gelang es dem Arzt nicht und auch die Entzündungswerte im Blut sind überraschenderweise zurück gegangen. Er wollte das Ganze deshalb nochmal weiter beobachten. Trotzdem wurde ich bereits über eine mögliche Operation aufgeklärt, denn die wäre nötig geworden, wenn die Spirale tatsächlich noch rausgemusst hätte und sich nach wie vor nicht auf herkömmlichen Weg hätte entfernen lassen. Zur Debatte stand eine Bauchspiegelung.

Meine Hoffnung war natürlich groß, dass ich da drum herum käme und einfach alles so bleiben kann wie es ist, abgesehen von den Schmerzen natürlich. Außerdem habe ich zu der Zeit meinen Sohn noch gestillt und ich wusste, dass im Falle einer OP das wahrscheinlich aufgrund der Anästhesie und der Medikamente gegen die Schmerzen ein Ende haben würde. Bis dato habe ich nämlich nur sehr leichte und stillverträgliche Schmerzmittel bekommen, deren Wirkung zugegebenermaßen auch eher zweifelhaft war. Aber für meinen Sohn habe ich das hingenommen.

Er war übrigens ziemlich verwirrt darüber mich im Krankenhaus zu besuchen. Aber das hat sich zum Glück schon beim zweiten Besuch gelegt. Da wusste ich dann allerdings auch, dass eine OP unumgänglich war. Denn die Schmerzen waren wieder stärker geworden und auch die Blutwerte hatten erneut eine Entzündung bestätigt. An diesem Tag habe ich meinen Sohn das letzte Mal nach knapp 18 Monaten gestillt. Natürlich war es mir bewusst, aber irgendwie auch unvorstellbar, dass es das jetzt so abprubt gewesen sein soll. Ein schmerzhafter Gedanke, aber meine körperlichen Schmerzen waren zu dem Zeitpunkt stärker.

Was die OP anging so stand ich auf der Warteliste. Aber sie sollte definitiv am zweiten Tag im Krankenhaus stattfinden. Also wartete ich, ohne etwas essen zu dürfen, den ganzen Tag. Zwischen 20 und 21 Uhr war es dann soweit ich wurde abgeholt und in den OP gebracht.

Nach der OP

Woran ich mich dann wieder erinnern konnte, war, dass ich aufgewacht bin und mich eigentlich gar nicht so schlecht gefühlt habe, okay, etwas benommen und durstig und natürlich hingen hier und da ein paar Schläuche, aber bis auf diesen einen nicht ungewöhnliches. Dieser eine war ein zentraler Venenkatheder in meinem Hals. Aber warum? Weil sich nicht nur Eierstock und Eileiter durch die Spirale entzündet hatten, sondern diese Entzündung auch noch mit dem Darm verwachsen war. Dies wiederum hatte zur Folge, dass bei der OP beim Lösen ein Loch im Darm entstanden ist. Aufgrund dieses Loches musste ich von da an fünf Tage künstlich ernährt werden. Spätestens damit wäre das Stillen sowieso passé gewesen.

Wow! Damit hatte ich nicht gerechnet. Damit hatte keiner gerechnet. Es war nicht schön, aber ich behaupte mal, dass ich mich nach ein/zwei Tagen an die Umstände gewöhnt hatte. Nicht gewöhnt an diese Schläuche, die aus Mama kamen, hatte sich dagegen mein Sohn. Nicht nur, dass ich im Moment nicht bei ihm sein und ihn nicht mehr stillen konnte, nein, er hatte auch immer einen leicht – ich weiß nicht, ob verängstigt das richtige Wort ist, aber ich glaube das trifft es am besten – verängstigten Blick. Weshalb mein Freund und ich entschieden haben, dass er mich erst wieder besuchen soll, wenn der Katheder entfernt ist. Keine leichte Entscheidung, aber wohl die beste.

Meine Erfahrung mit der Kupferspirale - ZVK
Statt Katheder nur noch ein Pflaster

Alles gut gegangen?

Die Heilung des Darms verlief gut, was allerdings die Heilung des in Mitleidenschaft gezogenen Eileiters und Eierstocks anging, so konnten die Ärzte diesbezüglich noch keine Aussagen machen. Es war alles ziemlich ungewiss. Müssen Eierstock und Eileiter entfernt werden? Haben sie Schaden genommen? Werde ich (einseitig) unfruchtbar? Heute, knapp neun Monate nach der OP sieht alles gut aus. (Erst gestern hatte ich wieder einen Termin bei meinem Frauenarzt zur Kontrolle, der dies bestätigte.) Allerdings würde sich wohl erst im Falle einer erneuten Schwangerschaft herausstellen, ob es das auch ist. Was letzten Endes übrigens die Ursache für die Entzündung war, konnte nicht eindeutig geklärt werden. Frei nach dem Motto: Das kann vorkommen.

Was das mit mir gemacht hat

Schlussendlich ist es nun mal so wie es ist. Ich kann nicht ändern, was passiert ist, ich kann auch meine Entscheidung  die Kupferspirale zur Verhütung zu nutzen nicht als falsch erachten. Denn es hätte ja auch gut gehen können. Ich möchte mit diesem Bericht über meine Erfahrung mit der Kupferspirale niemandem Angst machen. Aber er zeigt mir persönlich, dass man manches, was man so liest, vielleicht doch nicht außer Acht lassen sollte. Gerade wenn noch (weitere) Kinder geplant sind, ist für die Verhütung die Spirale vielleicht nicht ideal. Aber das ist nur meine Sicht.

Dass mir das Abstillen so plötzlich genommen wurde, war nicht leicht, aber mein Sohn hat es ganz toll mitgemacht, was mir die Sache zumindest nicht zusätzlich erschwert hat.

Worüber ich froh bin, ist, dass ich nicht gezögert habe und damals aufgrund der Schmerzen sofort einen Arzt aufgesucht habe. Denn das war die absolut richtige und notwendige Entscheidung.

Natürlich hab ich auch aufgrund meiner unfreiwilligen Fastenkur den fragwürdig positiven Nebeneffekt gehabt fünf Kilo abzunehmen. Aber das zeigt mir nur einmal mehr wie unwichtig es ist, ständig mit seinem Gewicht zu hardern. Denn nicht essen zu dürfen, wenn man es eigentlich will, ist nicht schön. Deshalb genieße ich auch, wann, wie und wo es nur geht. Seitdem umso mehr. In allen Bereichen.

Die OP war zwar größer als erwartet, aber letzten Endes ist wahrscheinlich doch alles recht glimpflich ausgegangen. Wie gesagt, die letzte Gewissheit hab ich noch nicht. Aber ich bin zuversichtlich und vor allen Dingen froh darüber, dass es bis jetzt für mich noch keinen schlimmeren Anlass gegeben hat ein Krankenhaus aufzusuchen.

Natürlich stehen wir seitdem erneut vor der Frage: Wie verhüten wir? Meine Erfahrung mit der Kupferspirale hat mir einmal mehr gezeigt, dass es immer noch am besten ist sich auf seinen Körper zu verlassen. Und meiner duldet definitiv keine Hormone und keine Fremdkörper mehr. Deshalb bin ich momenten auf der Suche nach einer alternativen und natürlichen Verhütungsmethode. Tipps und Empfehlungen kann ich gut gebrauchen. Und wenn ihr noch Fragen zur Spirale habt, dann könnt ihr sie mir gerne stellen.

Erfahrung mit der Kupferspirale - Fleyer
Ich weiß genug! Ihr?

Was bin ich als Mutter wert?

Was bin ich als Mutter wert?

Ich liebe was ich tue und ich tue was ich liebe. Das beschreibt meine aktuelle Situation derzeit wohl am besten. Denn es gibt gerade einfach wenig, was ich ändern möchte. So zufrieden zu sein schätze ich sehr, denn es ist sicher nicht der Regelfall. Markiert wurde dieser Weg für mich mit meiner Mutterschaft. Dadurch hat sich vieles verändert. Klar, mein Sohn hat meine Welt komplett auf den Kopf gestellt. Aber nicht nur das, er hat mich auch mein bisheriges und zukünftiges Tun neu überdenken lassen. Insbesondere auch meine beruflichen Vorstellungen. Und gerade zu diesem Thema hatte ich erst neulich eine Unterhaltung mit einer Freundin, ebenfalls Mutter, die mich zum nachdenken angeregt hat. Es ging um die Frage: „Was bin ich als Mutter wert – für die Gesellschaft?“

Hätten wir die Gesellschaft außen vor gelassen, dann wäre die Antwort leicht gewesen, denn eine Mutter kümmert sich nicht nur um die Kinder, sondern auch noch um so vieles andere: Putzen, kochen, Wäsche waschen, einkaufen, basteln, Geburtstage vorbereiten, Geschenke besorgen, Spielplätze und Turnvereine besuchen und und und.

Aber wir haben uns die Frage auf die Gesellschaft bezogen gestellt, denn was wir leisten, wissen wir. Vielmehr haben wir uns gefragt was wir damit der Gesellschaft hinterlassen? Tragen wir überhaupt etwas zum Bruttosozialprodukt bei? Wie unterstützen wir das Allgemeinwohl?

Was bin ich als Mutter wert - Frühstück machen
Frühstück machen

Mehr als wir denken 

Dass sich meine Freundin auch diese Frage nach dem eigenen Wert stellt, hat mich auf eine gewisse Art und Weise erschreckt, denn diese Frage erweckt ja zunächst einmal den Eindruck für die Gesellschaft als Mutter nur bedingt einen Wert zu haben. Denn in unserer Gesellschaft wird Leistung hauptsächlich daran bemessen, wie wir dafür bezahlt werden. Vor diesem Hintergrund scheint mir die Fragen jedoch legitimer als mir lieb ist.

Aber ist das wirklich so? Hat etwas nur dann einen Wert, wenn wir dafür eine Gegenleistung in Form von Geld bekommen? Warum müssen wir uns etwas immer erst verdienen? Sind wir dumm, weil wir alles, was wir im Verborgenen tun, unentgeltlich entleisten? Oder sind die Anderen dumm, weil sie es für selbstverständlich und nicht für entlohnenswert halten?

Was bin ich als Mutter wert?

Ich habe ein Kind, das ich liebe, dem ich all meine Fürsorge schenke, dem ich ein Umfeld biete, in dem es sich entfalten und lernen kann. Indem ich all diese Entscheidungen Tag für Tag treffe, etwas zu tun, damit es mir, meinem Kind und meiner Familie gut geht, tue ich, in meinen Augen, mehr für die Gesellschaft als jemals mit Geld zu bezahlen wäre.

Und überhaupt, was müsste ich dafür verdienen? An welchem Gehalt sollte ich mich orientieren? Berechnungen und Aufstellungen dazu sind im Internet genug zu finden. Und den Begriff Familienmanagerin werde ich hier nicht anbringen, um auf ein Managergehalt anzuspielen. Denn was sind Manager? Gut bezahlte Menschen in einem Arbeitsverhältnis. Ich aber arbeite nicht, ich lebe das Mutter Sein. Ich hab mir diesen Posten nicht erarbeiten müssen, ich habe dieses Sein geschenkt bekommen. Und wer verlangt Geld für etwas, dass er geschenkt bekommen hat?

Was bin ich als Mutter wert - Wäsche waschen
Wäsche waschen

Warum aber stelle ich mir dann diese Frage?

Weil ich zum Teil aus eigener Erfahrung, aber auch von anderen Müttern weiß, dass ihnen ihr Leben, gerade ihr berufliches Leben, nicht immer leicht gemacht wurde, seitdem ihr Kind da ist. Und der berufliche Wert hat nun mal auch eine große Bedeutung für viele. Eine Mutterschaft kann da jobtechnisch gesehen schon mal einiges durcheinander bringen. Durch Schwangerschaft und Fernbeziehung war bei mir zum Beispiel irgendwann ein Ortswechsel unvermeidlich, weshalb ich auch meinen alten Job an den Nagel hängen musste. Das hat mich beruflich natürlich vor eine vollkommen neue Situation gestellt. Derzeit versuche ich etwas für mich passendes aufzubauen. Ich habe die Möglichkeit dazu. Aber die hat nicht jeder.

Manche Frauen haben durch die Mutterschaft Probleme mit ihren Arbeitgebern bekommen, weil diese ihnen die Rückkehr in den Job erschwert haben, Andere dagegen verändern sich (gezwungenermaßen) beruflich, um ein für sich passenderes Arbeitsmodell zu finden. Manche können (in Teilzeit) weitermachen, wo sie aufgehört haben, Andere beginnen mit einer Ausbildung oder einem Studium. Möglichkeiten gibt es scheinbar viele.

Was bin ich als Mutter wert - Aufräumen
Aufräumen

Alles im Griff

Aber: im Berufsleben hätten viele Arbeitgeber gerne die eierlegende Wollmilchsau. Auch eine Mutter bleibt von dem Anspruch (oder sollte ich sagen der Utopie?) nicht verschont. Eine Mutter, die außerdem Zeit genug für ihre Kinder hat, nebenbei den Haushalt schmeißt, die Familie täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgt, nebenbei noch „Sonstiges“ erledigt und dabei natürlich in ihrem Job nicht minder präsent und flexibel ist.

Aber wie nah ist das an der Realtität und vor allen Dingen, wie machbar?

Früher ging’s doch auch

Ja, früher. Früher wohnten mehr Generationen unter einem Dach und konnten sich die Betreuung der Kinder und die Arbeit im Haushalt aufteilen. Früher reichte es, wenn nur der Mann arbeiten ging und zwar dauerhaft. Früher waren Frauen noch nicht so emanzipiert wie heute. Früher war das Arbeitsleben ein anderes. Früher wollten oder konnten Frauen nicht Karriere machen. Früher, früher, früher… Wahrscheinlich ließe diese Liste sich noch viel weiter fortführen. Aber früher ist nicht heute. Und heute ist anders als früher.

Was bin ich als Mutter wert - Laterne basteln
Laterne basteln

Modelle ändern sich

Lebensmodelle ändern sich. Die Gesellschaft ändert sich. Die Art des Mutter Seins und der Erziehung ändern sich. Sollte sich da nicht auch die Frage nach dem Wert ändern?

Gerade im vergangenen Wahlkampf erwähnten Politiker nicht selten, welch großes Potential in den Müttern stecke. Denn ja, wir Mütter haben einen unglaublichen Wert, für unsere Kinder, unsere Familien, unsere Gesellschaft.

Deshalb sollte ich mich auch nicht fragen: Was bin ich als Mutter wert? Denn die Antwort kenne ich. Vielmehr sollte sich die Gesellschaft diese Frage stellen. Eine Antwort in Form von Taten könnte der angemessene „Lohn“ sein.

Spielen ist Nachahmung – Über das Lieblingsspielzeug meines Kindes

Wenn ich mir aussuchen könnte, was das Lieblingsspielzeug meines Kindes sein soll, dann am besten ein geräuscharmes, nichts unordentlich machendes und keinen Schaden anrichtendes Spielzeug. Aber da so ziemlich kein Spielzeug diese Kriterien erfüllt und es hier nicht um MEIN Lieblingsspielzeug geht, tut das eigentlich nichts zur Sache.

Und tatsächlich erfüllt das Lieblingsspielzeug meines Sohnes alle drei Kriterien NICHT. Denn es macht krach, liegt überall herum und könnte bestimmt auch Schaden an diversen Möbeln und Dekoartikeln anrichten. Aber weil ich weiß, dass der Nachwuchs dieses Spielzeug liebt, stört mich das alles überhaupt nicht. Meistens jedenfalls.

Was ist es denn nun?

So, bevor die Spannung, was es denn nun ist, in’s schier Unermessliche steigt, lüfte ich mal lieber schnell das Geheimnis.

Spielen ist Nachahmung - Blogparade
Das aktuelle Lieblingsspielzeug

Auch wenn das Bosch Handwerker-Set erst seit kurzem im Besitz des Nachwuchses ist, so besteht die Handwerker-Obsession doch tatsächlich schon wesentlich länger. Vermutlich hat es damit zu tun, dass wir vor ein paar Monaten in unser Eigenheim gezogen sind.

Bevor wir das allerdings tun konnten, gab es einiges zu renovieren. Drei Monate lang wurde gehämmert, gesägt, gebohrt, geschraubt und gemalert. Zur Kontrolle, ob der Papa alles richtig macht, waren der Nachwuchs und ich natürlich regelmäßig vor Ort und haben, wenn wir schon nicht mithelfen konnten, zumindest interessiert zugesehen. Okay, der Nachwuchs hat interessiert zugesehen, ich hab währenddessen schon mal gedanklich die Einrichtungsmöglichkeiten durchgespielt.

Jedenfalls war da wohl die erste handwerkliche Obsession geweckt. Die ging sogar so weit, dass wir zeitweise mit dem Zollstock im Kinderwagen spazieren gefahren sind.

Spielen ist Nachahmung

Schon Rudolf Steiner, der Begründer der Waldorf-Pädagogik sagte: „Aber das Kind lernt eben nicht durch Belehrung, sondern durch Nachahmung.“ Insbesondere trifft das auf die Bezugspersonen wie Vater, Mutter, Geschwister, Erzieherin und andere Kinder zu. Alles, was diese Bezugspersonen, insbesondere die Erwachsenen in Gegenwart des Kindes tun, regt zum nachahmen an. Mich fasziniert das jedes Mal unglaublich. Teilweise hat der Nachwuchs Dinge nur einmal gesehn und macht sie schon nach.

Das geschieht im Alltäglichen und im Spielen, denn Spielen ist Nachahmung. Meistens allerdings nicht originalgetreu. Manches darf mein Sohn zwar mit Originalteilen nachahmen – zum „Kuchen backen“ leihe ich ihm schon mal meinen Mixer – aber manches imitiert er auch mit Gegenständen wie Holz oder Steinen. Die lassen sich nämlich wunderbar zu allem möglichen umfunktionieren, von Backzutaten über Geld bis zum Handy. Manches sollte der Nachwuchs dann aber doch mit kindgerechten Varianten nachahmen, denn zur Benutzung eines echten Bohrers oder Hammers muss ich ja wohl nicht viel sagen.

Spielen ist Nachahmung - Lieblingsspielzeug
Handwerker gesucht?

Wie viel darf es denn sein?

Bei der Menge des Spielzeuges im Kinderzimmer verfahre ich grundsätzlich nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“. Zugegebenermaßen sieht es nicht unbedingt danach aus. Aber wenn ich vergleiche, was andere Kinder in meinem Umfeld und Bekanntenkreis so an Spielzeug besitzen, ist es bei uns wirklich verhältnismäßig wenig.

Tatsächlich ist das meiste davon als Geschenk zu uns gekommen, die wenigsten Sachen haben wir selber gekauft. Ich denke, ich brauche nicht zu erwähnen wie gerne Oma und Opa ihrem Enkel etwas mitbringen. Bevor aber noch mehr Kuscheltiere oder Autos bei uns landen, hab ich irgendwann mal ganz dezent anklingen lassen, dass der Nachwuchs ja eigentlich am liebsten sowieso nur mit Lego Duplo spielt.

Neben allen aktuellen Lieblingsspielzeugen ist das tatsächlich der All-Time-Favourite. Das Gute daran: Lego Duplo ist, möchte man meinen, unendlich erweiterbar. Deshalb landet es, neben altersgerechten Büchern oder aktuellen Vorlieben, wie dem Werkzeug, dauerhaft auf der Wunschliste.

Lieblingsspielzeug - Spielen ist Nachahmung
Neben den aktuellen Favoriten immer gern gesehen – Duplo

Aktuell wird hier eben gehämmert, was das Zeug hält. Denn zu reparieren gibt es immer was. Auch wenn ich diese „Baustellen“ meistens gar nicht sehe, der Nachwuchs weiß was zu tun ist. Und das zeigt doch ganz deutlich, was eigentlich das größte Lieblingsspielzeug unserer Kinder ist: ihre Fantasie!

Mit diesem kleinen Einblick in unsere heimische Spielzeugwelt nehme ich übrigens an meiner ersten Blogparade teil. Vielen Dank an Timo von Kindolino für die Einladung dazu! Darüber hab ich mich sehr gefreut! Weitere Infos zur Blogparade und wer noch so daran teilnimmt, könnt ihr hier nachlesen!

In fünf Schritten den Mama-Alltag organisieren

Es gibt echt so Dinge, die sind so simpel, dass ich eigentlich selbst hätte drauf kommen können. Aber manchmal oft passiert das einfach nicht. Deshalb freu ich mich immer darüber, wenn ich dann irgendwo den ein oder anderen Tipp aufschnappe wie ich dieses verbessern, jenes vereinfachen oder dieses und jenes entspannter angehen kann. Kurz gesagt: wie ich meinen Mama-Alltag organisieren kann. Möglicherweise ist ja für euch auch der ein oder andere Aha-Effekt dabei.

Meine fünf Tipps für mehr Mama-Zeit im Alltag hab ich hier ja schon zusammen gefasst. Die würden hier zwar genauso gut hinpassen, aber jetzt gibt’s nochmal ganz frische fünf Tipps für einen organisierteren Mama-Alltag.

Mama-Alltag organisieren in 5 Schritten
Damit ich öfter mal die Füße hochegen kann

Drunter und drüber?

Im Mama-Alltag kann es manchmal drunter und drüber gehen. Besonders dann, wenn sich der Nachwuchs in der unberechenbarsten aller Phasen, der sogenannten Trotzphase (ich bevorzuge ja inzwischen den Begriff Autonomiephase) befindet. Da können Kleinigkeiten schon mal zu echten Dramen werden und weil die meistens nicht innerhalb von einer Minute wieder erledigt sind (und auch gar nicht sein müssen), will ich zumindest, dass ich mich in der Zeit auf mein Kind konzentrieren kann, statt stundenlang mit irgendwelchen anderen Sachen beschäftigt zu sein.

Heißt konkret, dass ich weder alles stehen und liegen lassen will, noch anderen Dingen im Alltag mehr Zeit einräumen will als nötig. Denn die meiste Zeit soll, egal ob mein Sohn gerade trotzig ist oder nicht, für ihn, mich und überhaupt die Familie frei sein. Und wie mir das besser gelingt, verrate ich euch jetzt.

Mama-Alltag organisieren in fünf Schritten

  1. Alles sofort wegräumen 
    Im Haushalt liegt, glaube ich, der größte Zeitfresser, wenn es darum geht, dass alles aufgeräumt, erledigt, geputzt etc. sein soll. Damit nicht irgendwann das totale Chaos herrscht und sich ein Berg von Arbeit ansammelt, hab ich mir angewöhnt, alles, was ich benutzt habe, sofort wegzuräumen, sofern nötig und möglich.
    Es gibt da diese Ein-Handgiff-Regel, die besagt, dass alles, was mit einem Handgriff an seinen Platz geräumt werden kann auch gemacht werden sollte. (Je eher der Mann sie auch lernt, desto besser!) So ist immer alles ordentlich, weil es dann eben da ist, wo es hingehört. Beispielsweise, wenn ich gekocht habe, dann lass ich weder Zutaten noch Kochutensilien liegen, um sie später in die Spülmaschine einzuräumen, sondern mache das sofort. Erstens ist das nicht mehr Arbeit und zweitens sieht das gleich aufgeräumter aus. Natürlich erfordert das ein bisschen Disziplin, aber die aufzubringen, lohnt sich.
    Das gilt übrigens nicht für Spielzeug. Denn wie lange das da bleibt, wo es hingehört, könnt ihr euch ja wahrscheinlich denken. Am Ende des Tages räumen der Nachwuchs und ich (wahlweise auch der Papa) das dann zusammen weg. Meistens jedenfalls.
  2. Am Vortag vorbereiten 
    Frühstück zum Beispiel. Mein Sohn ist momentan passionierter Müsli-Esser. Es dauert zwar nicht ewig so ein Müsli in eine Schüssel zu füllen und Milch draufzukippen, aber… Stopp! Doch für den Nachwuchs dauert es ewig, wenn er gerade in einem der Autonomiephase geschuldeten Wutanfälle steckt. Da bin ich lieber vorbereitet.
    Aber auch für mich bereite ich vor und das schon immer. Kaffee kochen zum Beispiel. (Wenn nicht gerade der Mann morgens einen kocht.)
    Der erste Kaffee am Morgen kann ja nicht schnell genug fertig sein. Damit er das auch ist, befülle ich die Kaffeemaschine bereits am Vorabend mit allem Nötigen, so dass ich morgens nur noch auf’s Knöpfchen drücken muss.
  3. Am Vortag rauslegen 
    Da muss ich mich zugegebenermaßen selbst noch ein bisschen disziplinieren, allerdings weiß ich auch wofür. Denn morgens ewig (und fünf Minuten sind in dem Fall schon eine Ewigkeit) vor dem Kleiderschrank zu stehen und nicht zu wissen, was ich anziehen soll, nervt einfach. Zig Sachen anzuprobieren und dann doch wieder wegzuräumen macht nicht nur mir schlechte Laune, sondern stört auch unseren morgendlichen Ablauf. Mein persönlicher Trotzanfall quasi.
    Obwohl es bei meinem Sohn nicht ganz so schwierig ist zu entscheiden, was er heute anziehen soll, geht das auch am Vortag schon ganz gut.
    Auch Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie am nächsten Tag brauche, lege ich am Vortag zurecht. Beispielsweise die Handtasche oder Sachen für den Kindergarten. So muss ich morgens nicht noch alles zusammen suchen.
  4. Jeden Tag ein bisschen
    So ein Hausputz kann ganz schön viel Zeit in Anspruch nehmen. Nämlich dann, wenn alles an einem Tag erledigt werden will. Manchmal ist das kein Problem, manchmal haben wir am Wochenende aber andere Dinge vor und wollen nicht den ganzen Samstag mit Putzen verbringen. Da hilft es dann schon unter der Woche jeden Tag ein bisschen zu erledingen. Montags das Bad putzen, Dienstags Staub wischen, Mittwochs sind die Böden dran, Donnerstags werden die Blumen gegossen… usw.
    Je besser ich wir übrigens Punkt Eins beherzigen, desto weniger Arbeit hab ich auch beim Putzen. Denn dann muss ich vor dem Staubwischen nicht noch alles an seinen Platz räumen.
  5. Alleine oder nicht? 
    Dinge, die ich mit Kind erledigen kann, erledige ich mit Kind; Dinge, die ich besser ohne Kind erledigen kann, erledige ich ohne Kind. Klingt eigentlich sehr simpel. Hier geht’s mir auch hauptsächlich darum, unnötige Stressfaktoren zu vermeiden. Um zu verdeutlichen, was ich meine hier ein paar Beispiele:
    Es kann Spaß machen mit dem Nachwuchs einkaufen zu gehen, muss es aber nicht. Manchmal möchte ich da nichts riskieren und gehe lieber alleine einkaufen.
    Altpapier und Altglas wegbringen, erledige auf dem Weg vom Kindergarten nach Hause. Das dauert keine fünf Minuten und da sitzt der Nachwuchs dann im Auto und sieht interessiert zu.
    Ega, was im Haushalt zu erledigen ist, mittlerweile weiß ich, wo mein Sohn gerne mithilft und wo eher nicht. Natürlich immer abhängig von der Tagesform. Da entscheide ich dann meistens spontan, was wir heute zusammen erledigen und was ich lieber alleine mache.

Kleine Taten – große Wirkung

Das sind so die fünf Dinge, die mir momentan den Mama-Alltag ein wenig erleichtern. Meistens sind das wirklich so simple Kleinigkeiten, die aber eine ziemlich verblüffende Wirkung haben. Und wenn sie sich so leicht umsetzen lassen, warum dann nicht machen? So bleibt mehr Zeit für die schönen Dinge und das mag ich (wer nicht?) doch viel lieber! Deshalb bin ich auch für weitere Tipps sehr dankbar. Falls ihr welche habt, immer her damit.

In 5 Schritten den Mama-Alltag organisieren
Ich lass mich auch gerne mal bekochen

Von der Rabenmutter und anderen Müttern

Momentan bin ich dabei den Geburtstag für den Nachwuchs zu planen und vorzubereiten: Rezepte raussuchen, Einkaufslisten schreiben, Dekoration planen, Kuchen für den Kindergarten backen, Kuchen für die Gäste zuhause backen, Geschenke einpacken… Ja, ich bin gerade in Übung, schließlich hab ich erst vor ein paar Tagen eine Überraschungsparty für den Mann geschmissen. Aber trotzdem ist so eine Geburtstagsvorbereitung echt nicht ohne.

Denn nebenbei wollen ja auch noch die alltäglichen Dinge erledigt werden: Der Haushalt geschmissen, der Blog geschrieben, die eigenen Bedürfnisse erfüllt etc. Und zwischen all dem gibt es dann Augenblicke, in denen ich mich frage, wie das die anderen Mütter eigentlich machen. Wie kann es sein, dass sie das scheinbar alles so gut unter einen Hut bekommen? Dann gehen sie auch noch arbeiten? Und das mit zwei oder sogar drei Kindern!

Stopp mal!

Wenn ich das Gedankenkarussell mal wieder abgespult habe, dann kommt die nächste Frage: „Warum frag ich mich das überhaupt?“ Bei mir läuft es doch! Über mehr muss ich mir doch keine Gedanken machen! Ich gehe momentan noch nicht arbeiten, also muss ich mir keine Gedanken um ungelegte Eier machen, wie die, Familie, Haushalt und Job unter einen Hut zu bekommen.

Ich habe „nur“ ein Kind. Warum muss ich mir den Kopf darüber zerbrechen, wie andere Mütter ihr Leben mit zwei oder mehr Kindern auf die Reihe kriegen?

Klar, gibt es auch mal stressigere Situationen, aber so im Großen und Ganzen funzt doch alles. Warum will ich da was optimieren, was eigentlich schon ziemlich optimal läuft?

Die andere Mutter

Manchmal hab ich das Gefühl wir haben da so ein romantisches Bild (verquer trifft es wohl besser), insbesondere hervorgerufen durch Social Media, das uns vermittelt, dass andere Mütter es besser machen als man selbst. Immer belendend aussehend, in einem aufgeräumten Haushalt, fröhlich lachend mit den Kindern spielend.

Jeder weiß, dass das oft nur die Darstellung nach außen ist und deshalb kommt es auch immer öfter vor, dass Mütter sich diesem Trend bewusst entgegenstellen. Auf Instagram zum Beispiel mit dem Hashtag #fürmehrrealitätaufinstagram. Was ich einerseits gut finde. Andererseits schlägt das für meinen Geschmack manchmal aber auch zu sehr ins Gegenteil um. Um es mal deutlich beim Namen zu nennen, nämlich genau dann, wenn der Begriff Rabenmutter ins Spiel kommt.

Der Wikipedia-Defintion nach besagt die Bezeichnung Rabenmutter folgendes: „Rabenmutter ist eine deutsche Tiermetapher, die als Schmäh- oder Schimpfwort (Dysphemismus) eine Mutter herabwürdigt, die ihre Kinder aus Sicht des Sprechers vernachlässigt.“

So, wer von euch würde jetzt ernsthaft (!) behaupten, das zu sein? Wahrscheinlich niemand. Oft wird aber mit diesem Begriff kokettiert, indem Mütter so zeigen wollen, dass sie nicht perfekt sind

Heute darf mein Kind mal öfter als sonst fernsehen. #Rabenmutter

Zum Frühstück gab’s heute Kuchen. #Rabenmutter

Heute geh ich mit dem Kind mal nicht raus. #Rabenmutter

Ich hab keine Lust das vollgekleckerte Kind umzuziehen. #Rabenmutter

Ich gehe wieder arbeiten und bleibe nicht zuhause bei meinem Kind bis es volljährig ist und auf eigenen Beinen stehen kann. #Rabenmutter

Echt jetzt?

Gerade bei Instagram wird der Hashtag #Rabenmutter besonders gerne verwendet. Bislang 5.690 mal. In meinen Ohren klingt das ganz oft nach „Fishing for compliments“. Als wolle die Mutter hören: „Nein, du bist keine schlechte Mutter, nur weil dein Kind heute das oder jenes darf/nicht darf.“ Mir ist es wirklich ein Rätsel, warum sich Mütter mit diesem Begriff titulieren. Ja, ich weiß schon, was dahinterstecken könnte. Möglicherweise einfach nur eine damit ausgedrückte Entschuldigung, dass man eben nicht perfekt ist. Oder, wie schon erwähnt, sie wollen mit dem Begriff Rabenmutter dem Perfektionismus bewusst entgegentreten.

Aber geht das denn nicht anders?

Ich bin eben nicht die andere Mutter, die gerade vermeintlich alles unter einen Hut bekommt. Aber ich bin deshalb auch nicht die Rabenmutter. Im Leben neigen wir dazu uns immer eher auf das zu fokussieren, was gerade nicht so gut läuft. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen lassen wir uns davon auch gerne mal ganz schön runterziehen.

Auch wenn das mit dem Begriff Rabenmutter vielleicht eher spaßig gemeint ist, glaub ich schon, dass dahinter auch eine klitzekleine selbsterfüllende Prophezeiung steckt. Auch dazu hat Wikipedia was zu sagen: „Eine selbsterfüllende Prophezeiung (engl. self-fulfilling prophecy) ist eine Vorhersage („Prophezeiung“), die über direkte oder indirekte Mechanismen ihre Erfüllung selbst bewirkt. Ein wesentlicher Mechanismus ist, dass derjenige oder diejenigen, die an die Vorhersage glauben, sich so verhalten, dass sie sich erfüllt (positive Rückkopplung zwischen Erwartung und Verhalten).“

Die selbsterfüllende Prophezeiung

Sie geht auch andersherum, nämlich indem ich mir positive Dinge sage und an sie glaube. Diese können dann genauso eintreten. Denn, ich bin keine Rabenmutter und ich bin auch nicht die andere Mutter. Ich bin einfach ich. Eine Mutter, die:

  • ihr Kind heute mal Fernsehen lässt, weil es ihr nicht gut geht und sie so wieder Kraft tanken kann, um morgen wieder etwas anderes mit ihrem Kind zu unternehmen.
  • ihrem Kind heute mal Kuchen zum Frühstück gibt, weil es auch mal Spaß macht aus gewohnten Mustern auszubrechen. Schließlich sind auch nicht jeden Tag Kuchenreste vom Vortag da.
  • die heute mal nicht mit dem Kind rausgeht, weil sie einfach keine Lust hat und es auch im Haus genügend Möglichkeiten gibt, den Tag zu gestalten.
  • die genau weiß, dass es sich nicht lohnt, das Kind umzuziehen. Davon wird der Wäscheberg und der Wasserverbrauch schließlich auch nicht geringer.
  • die Arbeiten will, weil sie entweder das Geld braucht, den Ausgleich zum Mama-Sein, Freude an ihrer Arbeit hat oder ganz andere, für sie legitime, Gründe.

Alles eine Frage der Perspektive

Jeder hat seine Gründe, warum er in einer bestimmten Weise handelt, deshalb ist man noch lange keine Rabenmutter und die andere Mutter noch lange nicht besser. Jetzt stellt euch mal vor, dass euch tatsächlich jemand als Rabenmutter bezeichnen würde. Oder euch sagt, ja aber die und die macht das viel besser. Genau!

Außerdem seid ihr genauso die andere Mutter, wie sie es für euch ist. Ich denke, ihr wisst, was ich meine. Jeder sieht das in dem anderen, was er in dem anderen sehen will. Denn meistens kennen wir nicht die ganze Person in ihrer Gesamtheit. Wir sehen nur eine kurze Begebenheit, ein Bild, das in weit weniger als einer Sekunde entstanden ist, an einem Tag, der, wie meiner, aber auch 24 Stunden hat. Es ist nicht die Wirklichkeit! Es ist lediglich ein kurzes, nicht vollständiges Abbild von ihr. Alles, was in den restlichen 23 Stunden und 59 Sekunden bei der anderen Mutter vielleicht nicht so gut läuft, sehen wir nicht.

Aber, und da bin ich mir sicher, es ist da!

Rabenmutter
Weiser Tee!

Latte Macchiato am Welternährungstag?

Bereits gestern habe ich über das Folgende nachgedacht ohne zu wissen, dass heute Welternährungstag ist. Vor diesem Hintergrund sind meine Gedanken noch passender und deshalb möchte ich sie mit euch teilen.

Vor ein paar Tagen ist unser ganz toller, neuer Kaffeevollautomat geliefert worden. Ein kleines Geschenk, dass wir uns einfach mal so zwischendurch gemacht haben machen konnten.

Mit diesem tollen Teil kann ich mir jetzt täglich so etwas Leckeres wie einen Latte Macchiato, Cappuccino oder Was-auch-immer-mit-Koffein zaubern. Dabei stelle ich mir neuerdings nicht nur die Frage, ob mich der häufige Genuss jetzt dauerhaft dick macht, weil so ein Latte Macchiato ja doch ein paar Kalorien hat, sondern vielmehr ist mir dabei mal wieder bewusst geworden, dass es unfassbar viele Menschen gibt die noch nicht mal annähernd das haben, was ich da in diesem Glas vor mir habe.

Welternährungstag
Mehr als nur ein Heißgetränk

Dieses Getränk ist Luxus!

Es gibt so viele Menschen auf der Welt, die brauchen keinen Latte Macchiato, noch nicht mal Kaffee, sondern etwas zu essen und zu trinken! Sie leiden Durst und Hunger und würden alles für ein Stück Brot und ein Glas Wasser geben.

Natürlich könnte mir das jetzt bei jedem Schluck ein schlechtes Gewissen machen.  Allerdings hilft es auch niemandem weiter, wenn ich auf diesen Kaffee verzichte. Dennoch sollte mich dies einen bewussteren Umgang damit und allen anderen Lebensmitteln lehren.

Es ist großes Glück diesen Latte Macchiato genießen zu können und in erster Linie sollte ich dafür unglaublich dankbar sein!

Die Dinge zu schätzen wissen

Dass wir in einer Gesellschaft leben , in der wir über mehr als ausreichend Lebensmittel verfügen ist nicht selbstverständlich. Was aber in meinen Augen selbstverständlich sein sollte ist, das zu würdigen. Beispielsweise indem wir mit diesen Lebensmitteln bewusster umgehen, weniger verschwenden, ökologischer einkaufen und, wer kann, auch mal den ein oder anderen Euro für etwas Gutes mehr investieren.

Nicht verschwenden – Geht das mit Kind überhaupt?

Ich hatte schon oft ein schlechtes Gewissen, wenn mein Sohn sein Essen nicht aufgegessen hat und ich die Reste weggeschmissen habe. Weil ich das irgendwann aber nicht mehr wollte, hab ich zunächst die Portionen verkleinert. Denn es ist besser einem hungrigen Kind noch mal Nachschlag zu geben als von einem nicht-hungrigen Kind zu verlangen etwas zu essen, das es nicht will. Selbst, wenn dann doch mal etwas übrig bleibt, ess ich es. Denn ich hab auch meine Portion verkleinert, damit ich die Reste noch essen kann und nichts weggeschmissen werden muss. Klar hätte ich mir das nach einer normal großen Portion auch noch „reinstopfen“ können, aber das ist ja auch nicht Sinn der Sache.

Kleine Veränderungen sind besser als keine

Es gibt also immer irgendwo kleine Tricks und Kniffe etwas besser zu machen, nicht nur am Welternährungstag. Auch wenn wir oft denken, wir können nicht viel tun, jeder für sich kann mehr tun als er denkt. Denn es fängt immer im Kleinen an! Wenn du einkaufst! Auf deinem Teller! In deinem Kopf!

Eine spontane Überraschungsparty? Kein Problem!

Klar, jetzt wo das Kind im Kindergarten ist, braucht man als Mutter ja auch neue Aufgaben. Also warum nicht mal eine spontane Überraschungsparty für den Mann planen? Unterforderung ist halt nicht mein Ding. Gut, Überforderung auch nicht, aber was macht man nicht alles für einen der wichtigsten Menschen in seinem Leben? Genau das: eine Überraschungsparty! Außerdem wird der Mann nur einmal 40 und insgeheim wünschte er sich diese Überraschungsparty aus tiefstem Herzen. Also sollte er sie bekommen.

Aber warum spontan?

Weil ich eigentlich andere Pläne hatte. Die Idee war ursprünglich über seinen Geburtstag zu verreisen. Irgendwie wollte das aber nicht so recht was werden. Das hab ich allerdings auch erst knapp zwei Wochen vor seinem Geburtstag wahrhaben wollen. Die Geburtsstunde der Überraschungsparty. Denn es war klar, nichts machen geht gar nicht.

Da ich unter Druck immer schon besser und schneller arbeiten konnte, bin ich eben erst eineinhalb Wochen vor der Party in die Planung eingestiegen.  Ihr merkt schon, Schönreden funktioniert super bei mir. Mein Optimismuslevel war zu dem Zeitpunkt aber auch überraschend hoch. Quasi perfekt auf eine spontane Überraschungsparty eingestellt.

Wird schon werden

Zumindest dann, wenn auch tatsächlich alle eingeladenen Gäste kurzfristig Zeit haben. In Zeiten der Digitalisierung ist es, Dank Smartphone und Tablet, ja immerhin keine große Kunst mehr das herauszufinden. Wobei ich tatsächlich aufgrund nicht vorhandener Handynummern sogar zu Papier und Stift gegriffen und seit Ewigkeiten mal wieder einen Brief geschrieben habe. Verrückt!

Die Kommunikation hat sowohl auf den alten als auch auf den (nicht mehr ganz so) neuen Wegen hervorragend funktioniert. So konnte die ganze Sache tatsächlich wie geplant über die Bühne gehen. Alle Gäste haben zugesagt. Nicht selbstverständlich, denn wer spontan etwas plant, muss auch spontan mit allem rechnen. Aber selbst, wenn ich mit drei Monaten Vorlauf eingeladen hätte, hätte es passieren können, dass die Gäste am Tag der Party, krank, beruflich oder anderweitig verhindert sind. Eine Gewissheit, dass alles klappt, gibt es sowieso nie.

Aber die Überraschungsparty hat geklappt. Und falls ihr auch mal vor habt so eine spontane Überraschungsparty zu schmeißen, hab ich hier meine kleine Erfahrungsliste zusammengestellt.

spontane Überraschungsparty 3
Wie alt ist der Mann nochmal geworden?

Spontane-Überraschungsparty-To-Do

Termin aussuchen – Läuft wahrscheinlich meistens auf ein Wochenende hinaus. Das hat sich im Falle des Mannes sogar richtig gut angeboten, denn ich hab ihn noch nicht mal unter einem Vorwand aus dem Haus locken müssen. Am Wochenende ist eh meistens Fußball angesagt und da hatte ich genug Zeit die letzten Vorbereitungen zu treffen. Okay, genug Zeit ist vielleicht übertrieben. Aber drei Stunden müssen wirklich mal reichen.

Essen und Trinken – Wie viele Gäste kommen? Wie spät und wie lange wird voraussichtlich gefeiert? Los ging’s bei uns am Nachmittag und gefeiert wurde bis in die Nacht. Also gab’s Kuchen, Suppe, Salate, Baguette, Aufstriche, Knabbereien etc. Zu trinken das Übliche, jeder nach seinen Vorlieben. Wie bei jeder anderen Party eben auch.

Aufgaben verteilen – Alles alleine vorzubereiten und auf die Beine zu stellen ist, egal wie groß die Party wird, wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Auch wenn wir eher klein mit 20 Leuten gefeiert haben, wollten die auch alle essen und trinken. Damit ich auf all den Vorbereitungen nicht alleine sitzen bleibe, hatte ich darum gebeten, dass jeder was Essbares zur Party mitbringt und schwupps waren alle versorgt.

Hilfe organisieren – Grundsätzlich schadet es nicht auch für andere Dinge, wie Getränke besorgen, Hilfe zu holen. Denn die müssen nicht nur eingekauft, sondern bestenfalls auch unauffindbar gelagert werden. Denn wenn auf einmal kistenweise Getränke im Keller stehen, könnte das schon Fragen aufwerfen.

Einkaufen – Alles, was ich selbst eingekauft und organisiert habe, hab ich über mehrere Tage gemacht, erstens weil ich das alleine alles gar nicht hätte tragen können und zweitens, weil manche Dinge auch frisch, also erst kurz vorher gekauft werden konnten. Die Dinge, die irgendwie hätten Verdacht erwecken können, Knabberartikel en masse zum Beispiel, hab ich zuhause versteckt. Was gar nicht so leicht war, denn wer von euch ein Kind hat, weiß auch, dass die so ziemlich alles zu Tage befördern können. Also musste ein ziemlich (kinder)sicheres Versteck her. Mein Kleiderschrank war dafür überraschend gut geeignet. Ob das wohl meinem neuen Minimalismus zu verdanken ist?

Auf Stress am Partytag einstellen – Trotz der ganzen Hilfe gibt es noch einiges zu tun: Essen vorbereiten, Wohnung dekorieren, Musik vorbereiten, alles bereit stellen, etc. Das kann mit Kind übrigens nochmal eine besondere Herausforderung werden. Glücklicherweise haben meine Eltern mich da unterstützt und den Nachwuchs während der „heißen Phase“ unterhalten.

Das Wichtigste: Alles geheim halten – Nicht nur in der Zeit vor der Party, auch am Tag der Party ist Geheimhaltung nötig, denn schließlich ist die Überraschung erst gelungen, wenn der zu Überraschende bis zum Betreten der Partylocation nichts von alledem mitbekommen hat.

spontane Überraschungsparty 2
Nicht aus der Puste bringen lassen

Hab ich sehr viel lügen müssen?

Eigentlich nicht. Statt Lügen würde ich behaupten, dass ich nur einfach weniger die Wahrheit gesagt habe. Ablenkungsmanöver funktionierten auch ganz gut. So hab ich mit dem Mann für den Tag seiner Überraschungsparty einfach fleißig Freizeitpläne geschmiedet. Da ich sowieso eine furchtbar schlechte Lügnerin bin, hab ich versucht, Themen, die mich zu lügen hätten verleiten lassen, gekonnt zu umschiffen.

Gut, dass ich mich einen Tag vorher nicht getraut habe mir die Fingernägel zu lackieren, weil ich Angst hatte, dass der Mann fragt, warum ich das denn jetzt mache (kommt im Moment nämlich eher selten vor), war vielleicht etwas übertrieben. Wahrscheinlich wäre es ihm noch nicht mal aufgefallen…

Wie war die spontane Überraschungsparty?

Zu meiner großen Erleichterung absolut gelungen! Denn bis zum Überraschungsmoment war ich doch ein ziemliches Nervenbündel. Da hat es die Tatsache nicht besser gemacht, dass ein Gast Verspätung hatte und beinahe zeitgleich mit dem Mann angekommen wäre. Der hat sich übrigens auch mehr Zeit gelassen als geplant, da sein Fußballspiel gut eine halbe Stunde Verspätung hatte. Aber abgesehen davon und dass es meine erste Überraschungsparty war, bin ich echt stolz darauf wie gut alles geklappt hat. Der Ehrengast selbst war nicht nur überrascht, sondern auch echt froh seinen 40. Geburtstag ein bisschen größer feiern zu können. Klar, hätte es da auch eine geplante Party getan, aber – nix für ungut – bis Männer da mal anfangen zu planen…