Mama läuft – Mein Wiedereinstieg ins Laufen

Es wird Zeit für eine neue Kategorie bei diesesmamading: Zweieinhalb Jahre hat es gedauert, ehe ich mich wieder an dieseslaufding gewagt habe. Schwangerschaft und Elternzeit haben eins meiner liebsten Hobbies, das Laufen, unterbrochen. Lange Zeit hab ich nicht groß darüber nachgedacht, aber dann kam der Tag, an dem ich mir überlegt habe, dass es nun eine gute Gelegenheit wäre wieder loszulegen. Und so habe ich beschlossen den Wiedereinstieg ins Laufen zu wagen.

Aller Anfang ist schwer

Damit meine ich gar nicht mal den Wiedereinstieg, denn der war viel weniger schwer als erwartet, aber überhaupt anzufangen. Vor circa 12 Jahren habe ich mich dazu entschieden Joggen zu gehen. Wie wahrscheinlich viele Neulinge auf dem Gebiet, hab auch ich den Fehler gemacht und bin eines Tages einfach losgelaufen.

20 Minuten habe ich mich gequält und bin noch nicht mal annähernd wieder am Ausgangspunkt meines Laufes angekommen. Ein Sauerstoffzelt war leider auch in unerreichbarer Ferne. Vollkommen erledigt und k.o. bin ich den Rückweg dann gegangen. Hätte es nicht so komisch ausgesehen, wäre ich vielleicht sogar gekrochen.

Ab da gab es dann zwei Möglichkeiten: Entweder die Flinte direkt ins Korn werfen, denn anscheinend ist Laufen ja nichts für mich oder mal kurz darüber nachdenken, dass dieser Start wohl doch ein bisschen zu ambitioniert war und mir einen Trainingsplan erstellen. Ich habe mich für Letzteres entschieden.

Wiedereinstieg ins Laufen 1
Ein Herz für Lauf-(Wieder-)Einsteiger

Trainingsplan für Lauf-Anfänger

Davon gibt es im Internet unzählige. Alle Folgen sicherlich einem ähnlichen Schema: Zwei Minuten laufen, zwei Minuten gehen. Das wird dann über Tage und Wochen gesteigert bis es dann soweit ist, dass man es schafft 30 Minuten am Stück zu laufen.

Als mir das gelungen war, hab ich alle Trainingspläne Trainingspläne sein lassen und bin einfach so gelaufen. Wenn möglich mindestens drei Mal die Woche, meistens zwischen 30 und 45 Minuten. Ohne besondere Ziele, einfach nur um des Laufens Willen.

Keine Ziele?

Ich hab immer meine Zeit im Blick gehabt, auch meine gelaufenen Kilometer, aber mehr eigentlich nie. Daran konnte ich mich einigermaßen gut orientieren wie es mir so körperlich und konditionell geht. Mein Hauptziel war und ist durch das Laufen einen sportlichen Ausgleich zum Alltag zu haben und den Kopf frei zu bekommen. Funktioniert!

Trotz allem hat in mir immer schon ein klitzekleiner Wettkampf-Funke seinen Platz eingenommen. Dieser lässt mich begeistert im Fernsehen oder auch mal live die großen Marathons verfolgen. Ja, diese sportliche Leistung fasziniert mich.

Wenn man mich auf meinem jetzigen Leistungsstand allerdings betrachtet und aus meinem Mund hört, dass ich gerne mal einen Marathon laufen will, dann klingt das eher unfreiwillig komisch.

Aber so ist es! Es wird nicht nächstes Jahr sein. Aber ich kann mir durchaus vorstellen diesen Traum in fünf bis zehn Jahren einmal zu verwirklichen. Bis dahin werden erst mal kleine Brötchen gebacken.

Im nächsten Jahr möchte ich an einem 6km-Lauf hier im Ort teilnehmen. Natürlich würde ich den gerne in einer bestimmten Zeit schaffen. Darauf trainier ich jetzt. Vielleicht bin ich dann im Jahr darauf schon fit für den 10km-Lauf. Und im Jahr darauf beim Halbmarathon am Start…

Wie war denn nun mein Wiedereinstieg ins Laufen?

Ich hab’s ja schon erwähnt, die Schwangerschaft war für mich der Beginn meiner Lauf-Pause. Warum kann ich gar nicht mal erläutern. Es hat sich einfach so ergeben. Leider hat es sich dann auch längere Zeit nicht ergeben wieder mit diesem Hobby zu beginnen. Von den körperlichen Einschränkungen, die so eine Schwangerschaft und Geburt mit sich bringen mal ganz abgesehen. Ich habe zwar relativ bald schon wieder mit sportlichen Aktivitäten fernab der Rückbildungsgymnastik begonnen, aber nur weil mir das zuhause möglich war.

Laufen zu gehen erfordert ja doch eine gewisse Flexibilität und Absprache mit dem Partner. Denn mit Kind zu laufen stand für mich nicht zur Debatte. So wichtig war mir der (schnelle) Wiedereinstieg dann doch nicht. Also hab ich gewartet bis es sich ergeben hat.

Ein kleiner Motivations-Anschubser

In der Mutter-Kind-Kur habe ich gemerkt, wie gut mir regelmäßige körperliche Bewegung tut. Und damit meine ich eine sportliche Art von Bewegung. Tatsächlich habe ich nämlich die täglichen Spaziergänge mit meinem Sohn im Kinderwagen lange Zeit schon für Sport gehalten. Nicht, dass nicht jede Bewegung gut wäre. Aber definitiv ist nicht jede Bewegung Sport!

Mit dem Gefühl, diese körperliche Anstrengung und den damit verbundenen Ausgleich zum Alltag auch zuhause weiterführen zu wollen. Hab ich mir meine neuen „Laufzeiten“ genommen.

Angefangen habe ich vor mittlerweile sechs Wochen. Eigentlich hab ich auch da den gleichen Fehler wie damals gemacht und bin einfach losgelaufen. Allerdings mit dem Wissen, was mich erwarten könnte.

Ja, es war anstrengend, schmerzend und seltsam wieder zu laufen. Aber viel wichtiger war, dass ich gemerkt hab wie sehr es mir gefehlt hat.

Wiedereinstieg ins Laufen 2
Das Laufen hat mir sehr gefehlt!

Worauf man beim Laufen achten sollte

Ich bin kein Experte, hab kein Fachwissen auf dem Gebiet, lediglich meinen eigenen Erfahrungsschatz. Aber diese Erfahrungen könnten ja schon jemandem von euch weiterhelfen, falls ihr auch Lust habt (wieder) zu laufen. Deshalb teil ich sie hier gerne mit euch.

Laufschuhe – Gute Laufschuhe sind, wenn du wirklich laufen willst, unerlässlich. Und zu guten Schuhen gehört eine gute Beratung. Ich wusste am Anfang nicht, dass ich meine Laufschuhe besser zwei Nummern größer kaufe, weil sich der Fuß ja beim Laufen „ausdehnt“. Auch der Begriff Überpronation (bei Interesse mal googeln) sagte mir bis dahin nichts. Deshalb lasst euch am besten vom Fachmann beraten. Wem’s um’s Geld geht: Schnäppchen kann man eigentlich immer machen, beispielsweise mit Auslaufmodellen.

Laufbekleidung – Da kann man, meiner Meinung nach, im Vergleich zu den Schuhen viel weniger falsch und somit schon mal Abstriche machen. Es muss nicht immer das Neuste und Teuerste sein. Sinnvoll ist es natürlich schon ausgewiesene Laufbekleidung zu haben. Aber von welcher Firma, wie viele Teile und wie funktional sie sein müssen, das ist Geschmackssache.

Es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung – Ein Satz bei dem sich mir die Nackenhaare aufstellen. Mag sein, dass ich es irgendwann mal bei sehr ambitioniertem Marathon-Training ignorieren werde, dass es draußen in Strömen regnet. Aber noch mach ich das nicht! Bei wirklich schlechtem Wetter verschieb ich das Laufen oder lass es, schweren Herzens natürlich, auch mal ganz ausfallen. Und zu dem Satz mit der Kleidung kann ich nur sagen: „Dann geh mal bei Hagel laufen.“ Da hilft dir keine Kleidung weiter, höchstens ein Bauarbeiterhelm.

Lauftempo – Eigentlich läuft man das richtige Tempo, wenn man sich beim Laufen noch unterhalten kann. Da ich meistens alleine laufe und selten mit mir selber spreche, lauf ich meistens etwas schneller als ich sollte (und das ist wahrlich nicht schnell). Aber solange ich nicht hechelnd vor dem Kollaps stehe, ist das, glaube ich, vertretbar. Da muss jeder für sich so ein bisschen in seinen Körper reinhören und das Tempo entsprechend anpassen. Außerdem spielen da noch weitere Faktoren eine Rolle, die ich euch im nächsten Punkt erläutern werde.

Timing – Nicht jeder Lauf läuft sich gleich gut. Manchmal merke ich, dass ich keinen ausreichenden Abstand zur letzten Mahlzeit eingehalten habe oder zu wenig gegessen habe. Je nach Außentemperatur verhält sich mein Körper und somit mein Lauftempo auch anders. Manchmal ist mir auch einfach nicht nach Laufen und dann mach ich auch mal guten Gewissens eine…

Pause – Das hat auch gar nichts mit dem Siegeszug des inneren Schweinehundes zu tun, sondern mit meinem Körperbewusstsein. Ich weiß wann ich was brauche und machmal brauche ich eben eine Pause vom Laufen. Sowieso immer dann, wenn ich mich krank fühle oder tatsächlich krank bin. Da ist es besonders wichtig auf seinen Körper zu hören und ihm die nötige Ruhe zu gönnen.

Da ich gerade glücklicherweise gesund bin, werde ich mir jetzt einen Lauf gönnen.

Wenn ihr nun auch Lust habt zu laufen oder ein anderes Hobby (wieder) anfangen wollt, macht es!

Es lohnt sich!