Minimalismus im Kleiderschrank – ich miste aus

Wäsche waschen ist, seitdem ich Mutter bin, von der wöchentlichen To do-Liste auf die beinahe tägliche To do-Liste gerutscht. Denn ein Kind macht sich dreckig und nicht nur sich, auch die eigene Kleidung bekommt gerne mal was ab. Da wirkt es fast verwunderlich, dass ich mir Minimalismus im Kleiderschrank wünsche, befindet sich doch die Hälfte meines Kleiderschrankinhaltes sowieso immer in der Wäsche. Dennoch möchte ich es angehen, das Projekt „Minimalistischer Kleiderschrank“. Wie, das verrate ich euch jetzt.

Ausmisten, ausmisten, ausmisten 

Ausgemistet wird mein Kleiderschrank eigentlich schon seit Jahren regelmäßig. Aber nie wirklich effektiv, denn es finden sich immer wieder Dinge darin, die einfach nicht verschwinden wollen. Zu schade, zu teuer, zu neu und ungetragen, um sie einfach wegzugeben. Kein guter Ansatz für Minimalismus im Kleiderschrank. Denn wenn’s drin liegen bleibt, nützt es mir doch auch nichts, außer dass ich irgendwann ein Platzproblem bekomme und die Übersichtlichkeit verloren geht. Genau diese beiden Dinge will ich nicht. Damit wäre ich auch schon bei der Frage:

Was bedeutet Minimalismus im Kleiderschrank für mich?

Für mich bedeutet Minimalismus im Kleiderschrank, dass darin nur noch Kleidungsstücke aufbewahrt werden, die:

  • ich regelmäßig trage – das kann je nach Anlass auch etwas sein, dass ich nur einmal im Jahr trage, wie z.B. das Dirndl zum Oktoberfest, ist ja auch eine gewisse Regelmäßigkeit
  • meinem Stil entsprechen – keine Fehlkäufe mehr; wie ich die versuche zu vermeiden, dazu später mehr
  • noch passen – alles, wo ich vielleicht nochmal reinpassen könnte, hat darin nichts zu suchen, denn aktuell hab ich die Figur, von der ich vermute, dass sie bleiben wird. Jeans, die mir mit 18 mal gepasst haben, sind deshalb schon lange aussortiert.

Minimalsimus im Kleiderschrank bedeutet für mich nicht, dass ich mir keine neuen Teile mehr kaufen werde. Worauf ich dabei aber achte, dazu komme ich noch. Jetzt zeig ich euch erst mal wie ich den vorhandenen Bestand aussortiert habe bzw. gerade erfasse, welches Kleidungsstück bleiben darf und welches nicht.

Die Drei-Kategorien-Sortierung 

Ganz simpel angefangen habe ich mit dem Aussortieren und Kategorisieren. Ganz klassisch in drei Kategorien:

  • behalten
  • vielleicht behalten
  • nicht behalten

Die größte Herausforderung bringt natürlich am Ende Kategorie „vielleicht behalten“ mit sich. Denn da gilt es ganz genau zu überlegen: Kann das Weg?

Eigentlich trifft diese Frage ja auf alle Kleidungsstücke zu. Und weil man wirklich immer einen Grund findet, warum auch das Sommerkleidchen, dass ich zuletzt vor drei Jahren getragen habe, nicht einfach weg kann, musste eine etwas radikalere Lösung her als die Drei-Kategorien-Sortierung. Dazu eine Anmerkung: Kleidung, die nur zu bestimmten Anlässen und eher selten tragbar ist, wie beispielsweise das bereits erwähnte Dirndl, sind von der folgenden Methode ausgenommen.

Effektiver ausmisten

Die Methode, um Minimalismus im Kleiderschrank zu schaffen, dürfte in Bezug auf alle anderen Kleidungsstücke dafür ziemlich erfolgversprechend sein. Als erstes zeige ich euch jetzt diese beiden Bilder von meinem Kleiderschrank. Fällt euch schon was auf? Ich geb zu, es ist nicht ganz leicht zu erkennen.

Minimalismus im Kleiderschrank
Vorher – Nachher

Links seht ihr meinen ursprünglichen Kleiderschrank, rechts den überarbeiteten (das obere Regal ausgenommen, das ist Sport- und Hauskleidung). Er ist noch genauso gefüllt, mit dem Unterschied, dass alles „umgedreht“ platziert ist. Denn um herauszufinden, welche Kleidungsstücke ich wirklich trage, habe ich diese Art der Kontrollfunktion eingeführt:

  • alle Bügel hängen verkehrt herum
  • alle Teile im Regal liegen umgedreht

Sobald ich eins dieser Teile vom Bügel oder aus dem Regal getragen habe, hänge oder lege ich es wieder in die „richtige“ Position, wie links auf dem Bild. So weiß ich, dass ich dieses Teil wirklich anziehe. Was am Ende noch so liegt wie rechts, kann demnach weg. Denn ich hab es wohl nicht getragen.

Das kann weg!

Natürlich braucht diese Methode etwas Zeit. Denn gerade jetzt im Sommer, werde ich die dicken Pullover eher selten (hoffentlich gar nicht!) anziehen. Deshalb finde ich es am sinnvollsten zumindest drei Jahreszeiten für dieses Projekt in Anspruch zu nehmen: den warmen Sommer, den kalten Winter und eine Übergangszeit wie Frühling oder Herbst.

Danach sollte sich herauskristallisiert haben, was ich wirklich behalten will und was nicht. Zum Thema Schummeln: Natürlich kann ich Kleidungsstücke einmal tragen, nur um sie wieder „richtig“ im Schrank zu positionieren. Aber da muss ich schon ehrlich zu mir selber sein, ob das meinen ersehnten Minimalismus im Kleiderschrank wirklich weiterbringt.

Was ich mir davon erhoffe

Mein Ziel ist es herauszufinden, was ich wirklich gerne trage und diese Teile dann auch entsprechend neu zu kombinieren, um von dieser Masse an Kleidungsstücken wegzukommen. Mancher mag den Kleiderschrank als übersichtilich empfinden, für mich ist es schon zu viel, zu viel, das zu selten getragen wird. Sobald aussoriert ist, habe ich einen besseren Überblick über die essentiellen Teile und kann dann auch wieder gezielter neue Kleidung kaufen. Denn Minimalismus im Kleiderschrank bedeutet für mich nicht, nie mehr etwas zu kaufen, sondern viel mehr Fehlkäufe zu vermeiden. Das funktioniert bei mir mittlerweile ganz gut.

Wie ich weniger Kleidung kaufe und Fehlkäufe vermeide

Erstens versuche ich immer ein neues für ein altes Teil zu ersetzen. Das heißt, ich kaufe mir nicht fünf verschiedene schwarze T-Shirts, nur weil ich sie schön finde. Ist ein schwarzes T-Shirt nicht mehr tragbar, weil verwaschen, ausgeleiert etc. darf ein neues her. Natürlich dürfen es auch mal zwei sein, aber mehr fände ich für mich schon überflüssig. 

Fehlkäufe kenne ich dagegen zu gut aus vergangenen Zeiten. Seitdem ich den folgenden Trick anwende, bleiben sie glücklicherweise immer öfter aus. Da ich eine Schnäppchenjägerin bin und meistens nur im Sale einkaufe, hilft mir dieser Trick enorm gut weiter. Wenn ich mal wieder etwas reduziertes kaufen will, frage ich mich, ob ich dafür auch den Normalpreis bezahlen würde. Wenn ja, kommt’s mit, wenn nein, dann bleibt es im Laden. Denn dann würde ich es nur kaufen, weil es gerade so günstig ist.

Ansonsten shoppe ich mittlerweile auch fast nur noch online, denn da kann man die Kleidungsstücke zuhause direkt mit Vorhandenem kombinieren und sehen, ob sich der Kauf lohnt.

Wohin mit der aussortieren Kleidung?

Die Frage stellt sich natürlich auch noch. Da unterteile ich nochmal in drei Kategorien:

  • verschenken/spenden – alles, was noch gut tragbar ist, aber sich nicht unbedingt verkaufen lassen würde
  • verkaufen – meistens verkaufe ich nur sehr gut erhaltene und fast ungetragene Sachen, die klassischen Fehlkäufe eben
  • wegschmeißen – alles was kaputt ist, wandert ohne zu zögern in den Müll

So entwickelt sich derzeit mein Kleiderschrank also zu einem minimalistischeren Ort und das gefällt mir sehr gut. Natürlich ist das auch in anderen Bereichen möglich. Wie ich da versuche zu reduzieren, erzähle ich euch aber ein anderes Mal. Jetzt muss ich erst mal Wäsche waschen. Der Nachwuchs hatte Spinat zu Mittag.

4 Antworten auf „Minimalismus im Kleiderschrank – ich miste aus“

    1. Danke! 😉 Und trotzdem ist mir das noch zu viel, aber wahrscheinlich einfach zu viel „falsche“ Kleidung. Hab ja auch schon einiges nach der „alten Methode“ aussortiert.

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